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WEED – Initiative zur Rettung von Hasankeyf - medico international
–Informationsstelle Kurdistan e.V.- Verband der Studierenden aus
Kurdistan (yxk) – Zanin Hannover – International Rivers Network (IRN) -
urgewald
Nichtregierungsorganisationen verurteilen Vertragsunterzeichnung für
türkischen Ilisu-Staudamm
- Deutsche DekaBank stellt Finanzierung bereit
- Beginnende Enteignungen im späteren Staudammgebiet
Berlin/Frankfurt, 15.8.2007 - Die türkische Regierung und die in
Frankfurt ansässige DekaBank sowie zwei weitere Banken wollen heute den
Finanzierungsvertrag das Ilisu-Staudammprojekt im Südosten der Türkei
unterzeichnen.
Ein breites Bündnis von Nichtregierungsorganisationen und
zivilgesellschaftlichen Initiativen aus Deutschland und der Türkei
kritisieren, dass damit auch deutsche Banken in ein Projekt einsteigen,
dessen ökologische und soziale Auswirkungen verheerend sein werden. In
der betroffenen Region wehren sich die ersten Enteignungsopfer, indem
sie vor Gericht ziehen.
„Mit dem Einstieg in das Ilisu-Projekt demonstrieren Societe Generale,
Bank Austria und die in Frankfurt ansässige DekaBank eine tiefe
Missachtung ökologischer Kriterien und äußerste Respektlosigkeit für
die betroffenen Menschen“, stellt Heike Drillisch von der Umwelt- und
Entwicklungsorganisation WEED fest. „Das Zerstörungspotenzial des
Ilisu-Staudamms übersteigt alles, was in Europa denkbar wäre. Keine
verantwortungsvolle Bank würde sich daran beteiligen.“
Der Ilisu-Staudamm wird den Tigris kurz vor der Grenze zu Syrien und
Irak aufstauen, die antike Stadt Hasankeyf sowie wertvolle Lebensräume
für bedrohte Tierarten überfluten. Zehntausende Menschen, überwiegend
Kurdinnen und Kurden, werden ihre jetzige Existenzgrundlage verlieren.
„Aus den Projektunterlagen ist offensichtlich, dass nicht einmal die
grundlegenden Daten über die Umwelt und die Kulturgüter verfügbar
sind“, hebt Heffa Schücking von der Umwelt- und
Menschenrechtsorganisation urgewald hervor. Ende März hatten die
deutsche, österreichische und Schweizer Regierung Bürgschaften für das
Ilisu-Projekt bewilligt, diese jedoch an circa 150 Auflagen geknüpft,
die das Projekt mit internationalen Standards in Einklang bringen
sollen. In den Auflagen enthalten ist die Forderung, Basisdaten über
die ökologischen und kulturellen Güter der Region zu erheben. „Ohne das
Vorhandensein verlässlicher Daten und Managementpläne würde die
Weltbank ein Vorhaben nicht einmal prüfen“, so Schücking.
Unterdessen hat in der Ilisu-Region nach Informationen der Initiative
zur Rettung von Hasankeyf die Enteignung begonnen. Die Auflagen der
Exportkreditagenturen werden dabei grob missachtet. In der Folge haben
fast alle betroffenen Familien gegen die zuständige türkische
Wasserbehörde DSI vor Gericht Klage eingelegt. Das Urteil will die
Wasserbehörde jedoch nicht akzeptieren.
„Unsere Befürchtungen werden aufs Schlimmste bestätigt“, kritisiert
Ercan Ayboga von der Initiative zur Rettung von Hasankeyf. „Die
Menschen sollen mit Almosen abgespeist werden. Der Widerstand in der
betroffenen Region wird in jedem Fall weitergehen. Darauf sollte sich
auch die DEKA Bank einstellen.“
Die Frankfurter Hilfsorganisation medico international sieht die
deutsche Bundesregierung in der Pflicht, dieses Projekt zu stoppen.
„Wir fordern alle im Bundestag vertretenen Parteien auf, sich durch
eine Parlamentarierdelegation vor Ort in Hasankeyf von der staatlichen
Missachtung der mit der Bürgschaft verbundenen Auflagen zu überzeugen“,
fordert Martin Glasenapp von medico international.
Weitere Informationen:
www.weed-online.org/ilisu <http://www.weed-online.org/ilisu> ,
www.hasankeyfgirisimi.com <http://www.hasankeyfgirisimi.com/>
Kontakt:
Heike Drillisch, WEED, 0177 – 345 26 11, heike.drillisch@weedonline.
org <mailto:heike.drillisch@weed-online.org>
Martin Glasenapp, medico international, 069 9443821, glas@medico.de
Heffa Schücking, urgewald, 0160 – 96761436, heffa@urgewald.de
ISKU | Informationsstelle Kurdistan e.V.
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Hamburg, E- mail: isku@nadir.org; Internet: www.nadir.org/isku/
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