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MEDIENMITTEILUNG der Erklärung von Bern (EvB)
Zürich, den 15. Juni 2007
EvB begrüsst den Ausstieg der ZKB aus dem Ilisu-Staudammprojekt
Die Erklärung von Bern (EvB) freut sich, dass die Zürcher Kantonalbank
(ZKB) ihren bereits gesprochenen Kredit an das umstrittene IlisuProjekt
am Tigris in der Türkei zurückgezogen hat. Denn der geplante
Staudamm in Südost-Anatolien ist in keinster Weise mit dem gesetzlichen
Nachhaltigkeitsauftrag der ZKB vereinbar. Nach dem ZKB-Ausstieg
verstärkt die internationale NGO-Koalition nun den Druck auf die
übrigen beteiligten Kreditinstitute (Bank Austria, Société Génerale
sowie türkische Banken) und fordern sie auf, dem Beispiel der ZKB zu
folgen.
"Es war höchst skandalös, dass eine sonst vertrauenswürdige Staatsbank,
die sich zur Einhaltung von Umweltschutz und Menschenrechten bekennt,
heimlich ein Grossprojekt mit weit reichenden negativen Folgen
finanziert und diese krasse Fehlentscheidung erst auf massiven
öffentlichen Druck der Öffentlichkeit korrigiert", kritisiert Christine
Eberlein von der EvB. Der heute endlich erfolgte Rückzug wird von der
EvB dennoch sehr willkommen geheissen. Denn der gegen den Willen der
betroffenen Bevölkerung geplante 150km lange Stausee droht, 50'000
Menschen zu vertreiben, 9000 Jahre alte Kulturgüter zu zerstören und
einzigartige Vogelrückzugsgebiete zu überschwemmen.
Hinzu kommt, dass sich die Türkei seit Monaten weigert, jene von der
Schweizer, der Deutschen und der österreichischen Regierung gestellten
Bedingungen, die das Projekt verbessern sollen, zu akzeptieren. Konkret
geht es um eine vorzeitige Fälligstellung der europäischen
Exportkredite, sollte die Türkei die Projektauflagen hinsichtlich
Umwelt, Bevölkerung und Kulturgüter nicht erfüllen. Die
Verhandlungspartner beim umstrittenen Ilisu-Staudamm-Projekt sind die
Türkei gemeinsam mit dem türkischen Bauherrn, der staatlichen
Wasserbaugesellschaft DSI, sowie die Exportkreditagenturen der Länder
Österreich, Schweiz und Deutschland. Alle drei Versicherer haben
bereits grünes Licht für das letzte grösste Staudammprojekt in
Südostanatolien gegeben - unter Einhaltung der gestellten Bedingungen
und der gesicherten Finanzierung des Projekts. Durch die Grösse und
Dimension des geplanten Tigris-Staudamms und seines Kraftwerks mit
einer Kapazität von 1.200 Megawatt sind von den Europäischen
Versicherungsagenturen rund 130 Auflagen formuliert worden, die zum
Teil vor Baubeginn, zum Grossteil im Zuge der Errichtung umgesetzt
werden müssen
Für die EvB und lokale Organisationen zur Vertretung der Betroffenen
bleibt das Projekt auch trotz der 130 Auflagen inakzeptabel, denn ihre
Einhaltung kann von der betroffenen Bevölkerung nicht gesetzlich
eingefordert werden. Aufgrund der Komplexität der Umstände, wie die
laxen türkischen Gesetze bezüglich der Umsiedlung von 11'000 bis 50'000
Menschen, des türkisch-kurdischen Konflikts in der Region und der
mangelnden Kooperation der türkischen Behörden, kann sich das Projekt
nach Ansicht der Bürgermeister der nahen Städte Batman und Diyarbakir
zu einer sozialen Katastrophe entwickeln. Zudem täuschen die Auflagen
darüber hinweg, dass das das kulturelle Erbe Mesopotamiens in den
Fluten des Stausees verschwinden wird.
Weitere Informationen auf www.evb.ch/p48.html
<file://www.evb.ch/p48.html> <file://www.evb.ch/p48.html> oder bei
Christine Eberlein, Erklärung von Bern, Tel. 079 426 30 56, Email:
ceberlein@evb.ch
ISKU | Informationsstelle Kurdistan e.V.
Büro für Internet- und Öffentlichkeitsarbeit: Schanzenstr. 117; 20357
Hamburg, E- mail: isku@nadir.org; Internet: www.nadir.org/isku/
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