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Fw: Studien- und Begegnungsreise nach Nicaragua im Juli 2005: Teilnehmer/innen gesucht

----- Original Message -----
From: hinzmann <hinzmann@inkota.de>
Sent: Thursday, January 13, 2005 10:32 AM
Subject: Studien - u. Begegnungsreise

Faire Handelsbeziehungen oder Freihandel um jeden Preis?

Studien- und Begegnungsreise nach Nicaragua im Juli 2005

Die Regeln des Welthandels wurden bisher von den Reichen für die Reichen geschrieben. Die Welthandelsorganisation (WTO) setzt auf weitgehende Liberalisierung und Deregulierung des Welthandels während Armutsbekämpfung und die Förderung nachhaltiger Entwicklung kaum eine Rolle spielen. Die Kosten für die Anpassung an die WTO-Regeln tragen vor allem die Armen und wirtschaftlich Schwächeren, die am wenigsten in den Genuss neuer Chancen auf dem Markt kommen. Allzu oft erfüllen die Regierungen des Nordens gerade die Ansprüche nicht, die sie selbst an Entwicklungsländer stellen. Sie propagieren den freien Handel, setzen aber selbst den Agrarprotektionismus fort. Sie leisten Entwicklungshilfe, schrecken aber die Entwicklungsländer davon ab, ihre eigenen Produkte weiterzuverarbeiten, indem sie diese in Abhängigkeit von ihrer Verarbeitungsstufe mit steigenden Einfuhrzöllen belegen. Gleichzeitig gefährden subventionierte Billigimporte aus den USA und Europa die kleinbäuerlich strukturierte Landwirtschaft in den Entwicklungsländern sowie deren Verarbeitungs- und Vermarktungsstrukturen und bedrohen dadurch die Ernährungssicherheit in diesen Ländern. Die Privatisierung öffentlicher Dienstleistungen wie der Wasserversorgung hat zur Folge, dass sich Arme in vielen Ländern lebenswichtige Grunddienstleistungen nicht mehr leisten können, während multinationale Konzerne die Gewinne einstreichen.

Im Rahmen der Studien- und Begegnungsreise wollen wir uns am Beispiel Nicaraguas informieren, welche Auswirkungen diese Handelspolitik auf die Menschen in den Ländern des Südens hat. Dabei geht es nicht nur um die WTO-Regeln sondern auch um die Auswirkungen regionaler Freihandelsabkommen, wie die zentralamerikanische Freihandelszone (CAFTA) oder die angestrebte Einbindung in eine gesamtamerikanische Freihandelszone. Weitere Themen sind u.a.

  • Folgen der Kaffeekrise in Nicaragua
  • Arbeitsbedingungen in der Maquila-Produktion für die globale Textilindustrie
  • Privatisierung und Liberalisierung der Trinkwasserversorgung und anderen öffentlichen Dienstleistungen

Wir werden uns dabei immer auch mit alternativen Ansätzen und dem Widerstand der Menschen gegen diese Politik beschäftigen. Dazu gehört z. B. die Produktion für den Fairen Handel oder die Umstellung von der Exportproduktion auf ökologische Landwirtschaft für den lokalen Bedarf. Wir wollen ferner die Arbeit von Basisorganisationen kennen lernen, die in der ländlichen Entwicklung engagiert sind und von Organisationen und Bewegungen, die gegen die Privatisierung der Wasserprivatisierung mobilisieren oder sich für menschenwürdige Arbeitsbedingungen in den Maquila-Betrieben einsetzen.

Die Reise soll es auch ermöglichen, Einblicke in die Lebensumstände und den Alltag der Menschen in Nicaragua zu bekommen. Daher werden wir einen Teil des Aufenthalts in einer ländlichen Gemeinde in der Kaffeeregion in Norden Nicaraguas verbringen und in einem Projekt einer Partnerorganisation von INKOTA mitarbeiten.

Für diese Studien- und Begegnungsreise suchen wir noch Teilnehmer/innen, die

·         in der entwicklungspolitischen Bildungsarbeit in den Neuen Bundesländern engagiert sind,
·         Interesse an der Kampagnen- und Öfentlichkeitsarbeitarbeit zu Fragen eines gerechten Welthandels haben,
·         sich mit Menschen in Nicaragua über Möglichkeiten zur Veränderung der politischen und sozialen Rahmenbedingungen austauschen wollen,
·         Lust haben, sich in eine intensive gemeinsame Vorbereitung der Reise aktiv einzubringen,
·         Spanisch sprechen oder bis zur Reise soviel Spanisch lernen, dass es für die alltägliche Kommunikation ausreicht,
·         sich im Juli 2005 drei Wochen frei nehmen können und
·         etwa 1.000 EUR für Flug, Unterkunft, Verpflegung, und sonstige Aufenthaltskosten aufbringen können.

Interessiert? Dann meldet Euch bitte möglichst bald bei Arndt Massenbach (massenbach@inkota.de) mit kurzen Angaben zu Eurem Hintergrund, Euren Sprachkenntnissen und Euren speziellen Interessen bezüglich der Studienfahrt.

Das nächste Vorbereitungstreffen findet voraussichtlich am 23. Januar in Berlin statt.


Berndt Hinzmann
INKOTA-netzwerk
Greifswalder Strasse 33a
10405 Berlin

Tel.: (030) 42 89 111
Fax: (030) 42 89 112
www.inkota.de


14.01.05    DNR Matthias Bauer <matthias.bauer@dnr.de>
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