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news: 21.06.2008

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154 Festnahmen wegen „Herrn Öcalan“

Im Rahmen der Selbstanzeigenkampagne wegen der Verwendung des Begriffs „Verehrter Herr Öcalan“ sind in Istanbul und Mersin 154 Personen festgenommen worden.

Im Verlauf der Kampagne haben sich bisher über 4000 Personen selbst angezeigt, darunter Parlamentsabgeordnete, Bürgermeister und Vertreter zivilgesellschaftlicher Organisationen. Die Kampagne war am 23. Mai in Diyarbakir gestartet worden und in mehreren Städten der Türkei fortgesetzt worden.

Erstmalig kam es gestern zu Massenfestnahmen von Personen, die ihre Selbstanzeigen bei der Staatsanwaltschaft einreichen wollten. Staatsanwaltschaft und Polizei verfahren dabei nicht einheitlich. So wurden in Istanbul-Bakirköy 90 Personen festgenommen, die zuvor Anzeigen eingereicht hatten. In Istanbul-Kadiköy wurden 215 Anzeigen zunächst aufgenommen, anschließend wegen eines vermeintlichen Computerausfalls wieder abgewiesen. Im Stadtteil Sisli schließlich wurden 500 Anzeigen mit dem Verweis abgelehnt, diese müssten einzeln erfolgen. Eine öffentlich verlesene Presseerklärung wurde von der Polizei angegriffen, drei Personen wurden festgenommen. Die im Polizeikessel befindlichen Personen forderten daraufhin, ebenfalls festgenommen zu werden, weil sie das gleiche Vergehen begangen hätten. Nach längerem angespannten Warten durfte schließlich eine Abordnung die Selbstanzeigen bei der Staatsanwaltschaft abgeben.

In Mersin wurden 61 Personen unter Polizeigewalt festgenommen, als sie ihre Selbstanzeigen abgeben wollten.

Quelle: ÖP, 21.06.2008, ISKU

Parlamentarische Anfrage wegen Welat

Im Fall des siebenjährigen Welat, dem das Betreten der Türkei aufgrund seines kurdischen Namens verweigert wurde, hat der DTP-Abgeordnete Akin Birdal eine schriftliche Anfrage an den türkischen Innenminister gerichtet. Darin wird gefragt, ob es für Welat Dag verboten ist, in die Türkei zu kommen, was der Grund dafür sei, ob der Name Welat wie angegeben verboten sei, ob das Verbot eine rechtliche Grundlage habe und ob vorgesehen ist, Ermittlungen gegen die Verantwortlichen für das erlittene Trauma des Kindes aufzunehmen.

Quelle: ÖP, 21.06.2008, ISKU

Knapp 1000 „Sitten- und Ehrenmorde“ in fünf Jahren

Nach einer Untersuchung des Menschenrechtspräsidiums des
Ministerpräsidentenamtes der Türkei sind in der Türkei innerhalb der vergangenen fünf Jahre 948 Menschen „Sitten- und Ehrenmorden“ zum Opfer gefallen. In dem Bericht wird darauf hingewiesen, dass die Strafverschärfung nicht zu einem Rückgang der Straftaten geführt habe. Die meisten Morde werden laut Bericht in Istanbul begangen, gefolgt von Ankara, Izmir, Amed, Bursa, Antalya, Aydin, Kayseri, Samsun und Sakarya.

Quelle: ÖP, 21.06.2008, ISKU


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23.06.08    Kurdistan Infos <kigb@gmx.de>
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