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MESOP SPECIAL : BAUERNAUFSTAeNDE IM IRAN / FARMERS RIOTING IN IRAN

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AUFSTÄNDE DER LANDBEVÖLKERUNG IM IRAN

Berlin, den 11.06.08

Iran: Tote, Verletzte und Verhaftungen bei Niederschlagung des Widerstands der Landbevölkerung und Bauern gegen schleichende Enteignung durch die iranischen Revolutionsgarden

Am 02.06.2008 sind mehrere Personen infolge des brutalen Vorgehens der bewaffneten Einheiten der Revolutionsgarden (Sepah-e-Pasdaran) im iranischen Nordwesten ums Leben gekommen oder lebensgefährlich verletzt worden.

Mehrere Familien und Bauern in den Dörfern Boeyook-Khanloo, Ghare-Daghloo, Khalil-Kandi, Ayaz-Kandi und Slaman-Kandi sind von diesen Enteignungen betroffen. Diese Dörfer befinden sich im Westen der Stadt Parsabad im Nordwesten Irans im Grenzgebiet zur Republik Aserbaidschan am Fluss Aras (Arax).

Hier die Liste der Betroffenen:

Ein Junger Mann namens Nooreddin Dargahi (Sohn von Haji Hamze Dargahi aus dem Dorf Ghare-Daghloo) erlag seinen Schussverletzungen direkt vor Ort.

Ein anderer Mann namens Babak Moradi aus Parsabad wurde lebensgefährlich verletzt, die Revolutionsgarden haben ihn angeblich in ein Krankenhaus in der Stadt Tabriz geliefert, ohne die Familie über den genauen Aufenthaltsort zu informieren.

Folgende Personen liegen mit schweren Schussverletzungen in diversen Krankenhäusern (laut der Auskunft der Revolutionsgarden ohne nähere Angaben):

Herr Mansoor Badali (Sohn von Zabihollah Badali aus dem Dorf Ayaz-Kandi) Herr Shahriar Kiani (Sohn von Ali-Agha aus dem Dorf Khalil-Kandi) Herr Shahriar Kamali (aus dem Dorf Ghare-Daghloo)

Folgende Personen wurden brutal zusammengeschlagen und verletzt:

Frau Farah Badali (Dorf Ayaz-Kandi)
Frau Manzar Badali (Dorf Salman-Kandi)
Frau Aziza Badali (Dorf Ghare-Daghloo)
Frau Laleh Dargahi (Dorf Ghare-Daghloo)
Frau Sanaz Dargahi (Parsabad)
Frau Ahrooz Dargahi (Parsabad)
Frau Solmaz Karimi (Dorf Ghare-Daghloo)
Herr Ali Alizadeh (Dorf Ghare-Daghloo)
Herr Madad Asadzadeh (Dorf Ayaz-Kandi)
Herr Bahman Alizadeh (Dorf Ghare-Daghloo)
Herr Afshar Alizadeh (Dorf Ayaz-Kandi)

Nach der blutigen Niederschlagung der Bevölkerung haben sich die Revolutionsgarden der Autos und Motorräder der Einwohner angenommen und 8 Autos und 3 Motorräder total zerstört.

Gegenwärtig sind diese Dörfer von der Außenwelt komplett abgeschnitten, es herrscht ein Klima der Einschüchterung und totaler Kontrolle durch die Revolutionsgarden. Sie bedrohen die Menschen ständig und haben ihnen verboten, etwas über diese Ereignisse zu erzählen oder weiterzugeben.

Auch die Familienangehörigen werden daran verhindert, nach ihren verletzten Verwandten zu suchen. Zum Beispiel wurde der Vater des gestorbenen Nooreddin Dargahi brutal und krankenhausreif
zusammengeschlagen, als er sich im örtlichen Krankenhaus nach der Leiche seines Sohns erkundigen wollte.

Hintergrund der Auseinandersetzungen:

Die Revolutionsgarden haben Bauern und ihre Angehörigen ohne Vorwarnung mit Feuerwaffen angegriffen, die dabei waren, die Ernte auf ihren eigens bestellten Feldern einzufahren. Diese Felder sind für die
Wirtschaftsaktivitäten der Revolutionsgarden (mit Beteiligung des Agrounternehmens Pars-Moghan) aufgrund der besonderen Fruchtbarkeit in der Flussnähe von Interesse und begehrt. Den Versuch einer gewalttätigen Enteignung der flussnahen Felder haben die Bauern erfolgreich abgewehrt und vor drei Jahren ein höchstinstanzliches Urteil bewirkt, demnach diese Felder eindeutig den Bauern gehören. Trotzdem wollen dies die Entscheidungsträger der Revolutionsgarden vor Ort willkürlich nicht akzeptieren. Das Urteil war vor drei Jahren nach blutigen
Auseinadersetzungen zustande gekommen.

Ali Mahdjoubi

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14.06.08    Kurdistan Infos <kigb@gmx.de>
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