|
## Nachricht zur Information/Dokumentation weitergeleitet
Selbstanzeigen wegen „Herrn Öcalan“
In Diyarbakir haben sich 321 Personen bei der Staatsanwaltschaft
selbst angezeigt: Auch künftig würden sie für Abdullah Öcalan die
Anrede „sayin“ verwenden, was soviel bedeutet wie „sehr geehrter
Herr“. Mit dieser Aktion ist eine Kampagne gegen die
Kriminalisierung von Hunderten Einzelpersonen eingeleitet worden,
die wegen der Verwendung dieses Begriffes im Zusammenhang mit Öcalan
mit Strafverfahren überzogen werden.
Unter den 321 Personen, die ihre Selbstanzeige in einer gemeinsamen
Aktion bei der Staatsanwaltschaft einreichten, befinden sich auch
mehrere Bürgermeister der DTP sowie Vertreter
zivilgesellschaftlicher Organisationen.
Quelle: ANF, 23.05.2008, ISKU
Türkisches Aufklärungsflugzeug in Südkurdistan abgestürzt
In Südkurdistan ist nahe der türkischen Grenze in den
Medya-Verteidigungsgebieten ein Aufklärungsflugzeug der türkischen
Armee abgestürzt. Örtliche Quellen berichteten, vermutlich handele
es sich um einen Aufklärer des Typs Heron israelischer Bauart, der
von der Guerilla abgeschossen worden sei. Einheiten der türkischen
Armee seien hektisch damit beschäftigt, die Überreste zu bergen.
Der Peschmerga-Sprecher Cabar Yaver ließ dazu lediglich verlauten,
dass die Angelegenheit untersucht werde. Weder die türkische Armee
noch die HPG haben sich bisher zu dem Thema geäußert.
Quelle: ANF, 23.05.2008, ISKU
Birand: Medien lügen zum Thema PKK
Der viel gelesene türkische Kolumnist Mehmet Ali Birand hat in
seiner gestrigen Kolumne in der Tageszeitung Posta darauf aufmerksam
gemacht, dass die Medien zum Thema PKK lügen. „Die Medien gehen so
vor, um die Moral der türkischen Streitkräfte zu steigern. Dabei
tragen wir damit nur dazu bei, dass das Vertrauen in der
Öffentlichkeit schwindet. Die vielen Übertreibungen und
aufgeblasenen Parolen ermüden die Gesellschaft und heben auch nicht
die Moral der Truppe. Wir leiten damit lediglich eine unnötige
Erosion ein.“
Das Verhalten der Medien diene dem Zweck, die Realität zu verdecken,
so Birand: “Es reicht schon aus, sich die Meldungen der letzten
Monate anzuschauen. [...] Jede Woche wird davon gesprochen, dass die
PKK sich in Auflösung und großer Panik befindet. Ihre Anführer
flüchten, ihre Kommandanten werden getötet, und die übertriebene
Anzahl der Toten. Wenn man diese auflistet, sieht man, dass fast die
gesamte PKK getötet worden sein muss. Aber diese Leute laufen immer
noch umher und machen unsere Soldaten zu Märtyrern. [...] Damit
betrügen wir nur uns selbst. Unsere Menschen sterben umsonst. Wir
müssen endlich einsehen, dass wir mit unnötigen Heldengeschichten
nirgendwo hinkommen.“
Quelle: ANF, 23.05.2008, ISKU
Leyla Zana in London
Im Rahmen eines London-Besuchs hat die kurdische Politikerin Leyla
Zana auf einer Veranstaltung im britischen Parlament in einem
Redebeitrag darauf hingewiesen, dass bei einer Analyse der
kurdischen Frage beachtet werden müsse, wie das kurdische Volk
selbst zur PKK stehe: „Das kurdische Volk betrachtet den Kampf der
PKK wie eine Versicherung für sich selbst. Auch ich bin Teil dieses
Volkes.“
Weiter erklärte Zana, die kurdische Bevölkerung hege keine
Leidenschaft für Waffen: „Damit die PKK die Waffen niederlegen kann,
müssen zunächst die Bombardierungen aufhören.“ Es müsse endlich ein
konkretes Projekt entstehen, damit die Waffen zum schweigen gebracht
werden könnten.
Quelle: ANF, 22.05.2008, ISKU
[...]
ISKU | Informationsstelle Kurdistan e.V.
Büro für Internet- und Öffentlichkeitsarbeit: Schanzenstr. 117;
20357 Hamburg, E- mail: isku@nadir.org; Internet: http://isku.org
Tel: 040/42102845
Bankverbindung: PB Köln, BLZ 370 100 50, Kto.Nr.: 3968-506
|