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ilisu-news: Popstar Tarkan unterstuetzt Stop Ilisu Kampagne / Kurdische Kulturschaffende protestieren vor dem Auswaertigen Amt

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ECA-Watch Austria:

Türkei: Popstar Tarkan unterstützt Stop Ilisu Kampagne

Widerstand wächst auch in der Türkei!

Hasankeyf, 14.5.2008.

Während in Wien Österreich, Deutschland und die Schweiz über die weitere Vorgangsweise beraten, wird der Widerstand gegen das Projekt auch in der Türkei immer stärker.

Der türkische Popstar Tarkan gab in der antiken Stadt Hasankeyf den Startschuss für eine neue türkeiweite Initiative, die das Ziel hat, den Ilisu-Staudamm zu verhindern und statt dessen Hasankeyf und das Tigristal zum Weltkulturerbe zu erklären.

Angeführt wird die Kampagne von der türkischen
Naturschutzorganisation Doga Dernegi („Türkischer Naturschutzbund“). Tarkan, 1972 in Deutschland geboren, gilt als der bekannteste Sänger der Türkei und weit darüber hinaus.

„Ich unterstütze diese Kampagne, weil der Schlüssel für unsere Zukunft unsere einmalige Natur und Kultur ist.

Wir müssen Hasankeyf retten!“, so der Popstar in Hasankeyf vor über einhundert Journalisten.

Außerdem kündigte er ein Konzert in Hasankeyf an, zu dem er internationale Stars einladen will.

Das Logo der türkischen Kampagne ziert die Euphrat-Weichschildkröte, einer bis zu 1,3 Meter große Schildkrötenart, die weltweit nur an Euphrat und Tigris vorkommt. Aufgrund der vielen Staudammbauten, ist diese Art am Euphrat aber kaum noch zu finden. Am Tigris hingegen ist sie noch relativ häufig. Würde Ilisu gebaut, dürfte die Art aussterben.

“Der heutige Tag war der Wendepunkt für das Projekt auch in der Türkei. Die Chancen, dass dieses Wahnsinnsprojekt verhindert wird sind so hoch wie noch nie,” so Ulrich Eichelmann, ECA Watch aus Hasankeyf.

Weitere Information:
Ulrich Eichelmann, ECA Watch +43 676 6621512

---
Mag. Thomas Wenidoppler, Tel.: 0650-8225200
DI Ulrich Eichelmann, Tel.: 0676-6621512
ECA-Watch Austria
c/o GLOBAL 2000 Umweltschutzorganisation
Neustiftgasse 36, 1070 Wien
Tel. ++43/(0)1-812 57 30
eca-watch-austria@gmx.at
www.eca-watch.at
www.stopilisu.com


Pop-Musiker Tarkan: Die Geschichte in der Türkei wird zerstört

14.5.08, Batman (DIHA) - Der Pop-Musiker Tarkan hat sich an der Eröffnung des "Hasankeyf Naturbüros" beteiligt und auf die
Zerstörung der Geschichte in der Türkei hingewiesen. Dieses Informationsbüro in Hasankeyf wurde vom Naturverein (Doga Dernegi), der seit 2005 gegen den Ilisu-Staudamm arbeitet, im Rahmen seiner neu gestarteten Kampagne "Stoppt die Vernichtung von Hasankeyf" eröffnet. Vor der Eröffnung besichtigte Tarkan mit Vertreter des Naturvereins und dem Bürgermeister von Hasankeyf einige wichtige Stellen der Stadt, begleitet von rund 100 Journalisten. Der auch anwesende Redaktionsleiter der Zeitschrift Atlas, Özcan Yüksek, bezeichnete Hasankeyf als das Canakkale vom Osten. Tarkan verlas zur Eröffnung des Büros eine Deklaration. Nach den Worten von Tarkan ist das 10.000 Jahre alte Hasankeyf ein zu schützendes Freilichtmuseum, wo die Wurzeln der Menschheitskultur liegen. Tarkan sagte weiter: "Die europäischen Staaten erhalten ihre Geschichte mit großer Sorgfalt. Ich wende mich an unsere Politiker, Intellektuellen und Künstler. Sie müssen auf die Stimme der Menschen hören. In aller Welt nehmen die Stimmen zu, die den Stopp des Ilisuprojektes fordern. Wir fordern auch die ausländischen Unternehmen zum Ausstieg aus dem Projekt, das in ihren Ländern niemals verwirklicht werden könnte." Tarkan verwies auf die negativen Folgen von Talsperren; auf die Zerstörung von Kultur und Umwelt wie zahlreiche Beispiele in der Welt es schon belegt haben.

Quelle: DIHA, 14.05.2008, ISKU


+++ Berliner Aktionsgruppe Ilisu-Hasankeyf +++ International Rivers +++ WEED e.V. +++

Kurdische Kulturschaffende protestieren vor dem Auswärtigen Amt gegen Staudammbau in der Türkei

Entscheidung über weiteres Vorgehen bezüglich Hermesbürgschaft erwartet

(Berlin, 14.5.2008) Am 15. Mai 2008 um 12 Uhr wird eine
internationale Delegation kurdischer Kulturschaffender den
Außenminister Frank-Walter Steinmeier auffordern, die deutsche Bürgschaft für den Ilisu-Staudamm zurück zu ziehen. Unterstützt wird dieses Engagement von Menschenrechts- und Umweltorganisationen wie dem NABU, International Rivers, WEED, der Berliner Aktionsgruppe Ilisu-Hasankeyf sowie kurdischen Vereinen.

In einem offenen Brief weisen die Delegierten darauf hin, dass mit dem Bau des Staudamms sowohl das Völkerrecht als auch die mit der Kreditbürgschaft verbundenen Auflagen der Bundesregierung verletzt werden.

Die Kundgebung findet zu einem brandaktuellen Termin statt. Am 15. Mai wollen die Exportkreditagenturen der Schweiz, Österreichs und Deutschlands den zuständigen Ministerien mitteilen, ob die
Bürgschaft zurückgezogen werden sollte. Im März hatte eine
Expertenkommission festgestellt, dass die Türkei kaum eine der mit der Kreditbürgschaft verknüpften Auflagen im Bereich Umsiedlungen, Umweltschutz und Kultur eingehalten hat.

Der Staudammbau würde rund 200 Siedlungen sowie die über 10.000 Jahre alte mesopotamische Stadt Hasankeyf mit ihren einzigartigen archäologischen Monumenten überfluten und fatale Natur- und Umweltschäden verursachen. Über 55.000 Menschen würden von ihrem Land vertrieben.

In ihrem Brief betonen die Delegierten: „Deutschland spielt im Bereich des Umweltschutzes und des Erhalts von Kulturgütern international eine Vorreiterrolle. Verspielen Sie diesen guten Ruf Ihres Landes nicht, sondern demonstrieren Sie durch eine Rücknahme der Hermesbürgschaft, dass Deutschland sich für den Schutz von Umwelt und Kulturgütern einsetzt. Wir fordern Sie auf: Nehmen Sie Ihre Bürgschaft zurück und setzen Sie damit ein Zeichen für Frieden, Umweltschutz und den Schutz der kurdischen Kultur.“

Für Rückfragen:
Heike Drillisch (WEED), 0177 – 345 26 11
Ann-Kathrin Schneider (International Rivers), 0177 - 2905 702

Weitere Informationen:
www.stopilisu.com, www.weed-online.org/ilisu,
www.internationalrivers.org, www.nabu.de


Oe24.at, 14.05.2008

Umstrittenes Projekt

Kreditzusage für Ilisu-Staudamm vor Entscheidung

Bereits am Donnerstag könnte eine entscheidene Weichenstellung für das umstrittene Ilisu-Staudamm-Projekt in der Türkei fallen.

Die Kreditvergabe für das heftig umstrittene türkische
Ilisu-Staudamm-Großprojekt ist diese Woche in eine entscheidende Phase gegangen. Am Donnerstag könnte in Wien eine Weichenstellung zur weiteren Vorgangsweise erfolgen: Da sollen die drei
risikoversichernden Exportkreditagenturen (ECA) aus Österreich (Oesterreichische Kontrollbank, OeKB), Deutschland (Euler Hermes) und der Schweiz (Schweizerische Exportrisikoversicherung Serv) den zuständigen Ministern eine Empfehlung über Fortsetzung oder Abbruch des Projekts vorlegen. Die Umweltschutzorganisationen Global 2000 und ECA-Watch planen am Vormittag Proteste vor dem
Finanzministerium.

Widerstand gegen "Wahnsinnsprojekt"

Auch in der Türkei ist der Widerstand gegen den Milliarden-Bau gewachsen. Die Kritiker sprechen von einem "Wahnsinnsprojekt". Der türkische Popstar Tarkan gab in der antiken Stadt Hasankeyf den Startschuss für eine neue türkeiweite Initiative. Ihr Ziel: Den Staudamm zu verhindern und das Tigristal zum Weltkulturerbe erklären zu lassen.

Die Banker sind seit Dienstag in Wien. Sie bewerten die türkische Stellungnahme zu den Versäumnissen bei der Umsetzung der
vereinbarten Auflagen zum Schutz von Umwelt, Kulturgütern und Bevölkerung im Flutungsgebiet am Tigris. Bei dem Treffen geht es letztlich darum, ob die drei Länder dem Staudamm-Projekt die zusagten Kreditgarantien geben oder aussteigen. Der Türkei war bis Anfang Mai Zeit gegeben worden, zu erklären, wie und bis wann sie die rund 150 sozialen und ökologischen Auflagen erfüllen will. Dieser Bericht wurde noch nicht veröffentlicht.

Geheimhaltungspolitik kritisiert

Die Nichtregierungsorganisationen kritisieren die
"Geheimhaltungspolitik" der Exportkreditgesellschaften als auch der zuständigen Ministerien und verlangen die Offenlegung der laufenden Verhandlungen über die Finanzierung des Projekts, das von einem Firmenkonsortium unter Führung des österreichischen Anlagenbauers Andritz errichtet werden soll. Die Türkei erfülle die ökologischen Vorgaben kaum. Daher dürfe das Projekt auch nicht bewilligt werden, lautet die Meinung der Aktivisten.

Im Rahmen der angekündigten Protestaktion fordern ECA-Watch und Global 2000, dass Finanzminister Wilhelm Molterer (V) und OeKB-Chef Rudolf Scholten ihr Versprechen einlösen und sich bei
Nichteinhaltung der Auflagen aus dem Projekt zurückziehen.

Wackelige Finanzierung

Die Finanzierung des Staudamms wackelt seit geraumer Zeit.
Voraussetzung für die Kreditzusagen aus Österreich, Deutschland und der Schweiz ist die Erfüllung aller Auflagen der internationalen Gemeinschaft durch die türkische Regierung. Laut Umweltschützern ist die Türkei aber meilenweit davon entfernt. Zu befürchten sei, dass das Geld - wie in der Vergangenheit bei vergleichbaren Projekten auch - mit dem Hinweis auf Verbesserungen in der Zukunft doch fließen werde. Nur habe sich gezeigt, dass diese Zusagen im Regelfall nicht eingehalten würden.

Der Staudamm wird von Umweltschützern und Menschenrechtsgruppen vehement kritisiert. So müssen Tausende Menschen in einer ohnehin sehr armen Region umgesiedelt werden. Außerdem würde die
Jahrtausende alte Stadt Hasankeyf zerstört und gewaltige
Umweltschäden entstehen.

In Österreich haftet der Risikoversicherer OeKB für das 1,2 Mrd. Euro teure Staudamm-Projekt. Scholten hatte Ende April betont, dass nur dann eine Haftung übernommen werde, wenn alle Auflagen erfüllt seien. Gleichzeitig meinte der OeKB-Chef aber auch, dass man den Türken eventuell Übergangsfristen einräumen könnte. Er bezeichnete Ilisu als "internationales Schlüsselprojekt". Hätten die
Finanzierungsbedingungen jedoch keine Chance, erfüllt zu werden, dann sei der Ausstieg der logische Schritt.

<http://www.internationalrivers.org>


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