Nadeshda
Forum: cl.regionen.kurdistan
 Zurück zur Übersicht  Kommentar schreiben  << Aktuellere Nachricht | Frühere Nachricht >>

news: 5.5.2008

## Nachricht zur Information/Dokumentation weitergeleitet

KCK-Erklärung zum Luftangriff auf Kandil

In einer schriftlichen Erklärung hat sich der Exekutivrat der KCK zu den jüngsten Bombardierungen der türkischen Armee auf Kandil in Südkurdistan geäußert. Demnach hat der Luftangriff dem
PJAK-Hauptquartier und weiteren PJAK-Einheiten gegolten. Das Pressebüro der PJAK sei dabei getroffen worden und sechs
PJAK-Mitglieder ums Leben gekommen, darunter fünf in der
Pressearbeit tätige Personen. Betroffen seien auch Dörfer in der Umgebung, in denen es zu schweren Sachschäden gekommen sei. Weiter heißt es in der Erklärung: „Es konnte festgestellt werden, dass bei dem Angriff auch Bomben us-amerikanischer Bauart, die nach 2001 entwickelt wurden, sowie eine Waffe, die verschiedene Gase enthält, eingesetzt wurden. Mit Sicherheit handelt es sich bei diesen Waffen um solche, die nach internationalem Kriegsrecht geächtet werden. Die Recherchen dazu dauern noch an. Wir rufen alle
Menschenrechtseinrichtungen dazu auf, Untersuchungen in den betroffenen Gebieten anzustellen und die Ergebnisse der
Öffentlichkeit mitzuteilen.“

Weiterhin wird in der KCK-Erklärung erneut darauf aufmerksam gemacht, dass entgegen der Verlautbarungen des türkischen
Generalstabs nicht die PKK, sondern die PJAK von dem Angriff betroffen gewesen sei: „Außer den genannten sechs Verlusten haben weder die PJAK noch andere Kräfte im Gebiet Verluste erlitten. Die Zahlen, die der türkische Generalstab genannt hat, sowie die in den türkischen Medien erschienene Meldung, dass auch Führungskräfte der PKK dabei ums Leben gekommen sind, sind erlogen. Mit der Gewalt, die gegen die Werktätigen in der Türkei am 1. Mai eingesetzt wurde, sowie diesem Luftangriff auf Kandil in derselben Nacht, soll zum Ausdruck gebracht werden, dass alle Kräfte, die in Opposition zu dem System stehen, unterdrückt werden.

Bei seinem kürzlichen Irak-Besuch hat der iranische Staatspräsident Ahmednejat die Türkei und den Irak dazu aufgerufen, gemeinsam mit dem Iran gegen die kurdische Befreiungsbewegung vorzugehen. Die Aufklärungstätigkeiten beider Staaten im Grenzgebiet und über Kandil, die als Resultat eines zwischen der Türkei und dem Iran geschlossenen Bündnisses entstanden sind, haben bereits im Vorfeld darauf hingewiesen, dass eine gemeinsame Angriffsphase auf die kurdische Befreiungsbewegung stattfinden wird. Drei Tage vor dem Angriff fand eine gemeinsame Aufklärung über dem PJAK-Gebiet der Türkei, des Iran und des Irak statt. Einen Tag vor dem Angriff waren US-Aufklärungsflugzeuge über dem betroffenen Gebiet. Daraus ist deutlich geworden, dass beide Seiten ihre Aufklärungsergebnisse zusammengebracht haben. Die Antwort auf die Frage, welche Staaten bei dem Angriff auf das PJAK-Zentrum zusammen gearbeitet haben, ist wichtig. Damit lässt sich gleichzeitig aufdecken, welche
Machenschaften gegen das kurdische Volk laufen. Der Angriff der Türkei mit Zustimmung und Unterstützung der USA gegen die PJAK, die in Ostkurdistan gegen den Iran kämpft, wirft viele Fragen auf. Wenn man beachtet, dass der Iran gemeinsam mit der Türkei vorgeht, zeigt sich auf ironische Weise auch die Zusammenarbeit der USA mit dem Iran. […] Besteht bei diesem Angriff ein Bündnis zwischen Iran, Türkei, Irak und den USA? Ist es möglich, dass sich der Iran und die USA gegen den kurdischen Befreiungskampf vereinen? Welche
schmutzigen Berechnungen liegen dem zugrunde? […] Was ist die Rolle des Iraks dabei und was hat er für seine Zustimmung zu diesem Angriff bekommen? Wie begegnet die kurdische Regionalregierung diesem Angriff, nachdem wenige Tage zuvor eine Abordnung von ihr in Bagdad mit einer türkischen Delegation zu Gesprächen zusammen getroffen war?“

Insbesondere die kurdische Regionalregierung, aber auch andere Institutionen und Organisationen in allen vier Teilen Kurdistans seien dazu aufgerufen, die Entwicklungen aufmerksam zu verfolgen, dafür zu kämpfen, dass kein Kurde zum Statist in diesem schmutzigen Szenario werde, Stellung gegen den brutalen Angriff auf die PJAK zu beziehen, die Stimme zu erheben und sich für die gemeinsamen Interessen zu vereinen.

Quelle: ANF, 05.05.2008, ISKU

Bombardierung und Embargo

Die Zivilbevölkerung in Kandil ist sowohl von der Bombardierung der Türkei als auch einem Embargo der kurdischen Regierung betroffen. Die Kinder können nicht mehr zur Schule gehen, die meisten Lehrer haben die Dörfer verlassen. Es bestehen massive Versorgungsprobleme mit Lebensmitteln und Medikamenten. Gesundheitsdienstleistungen gibt es fast gar nicht mehr. Seit drei Tagen verbringen die Menschen die Nächte wieder in Höhlen und selbstgebauten Bunkern. Neben Straßen, Schulen und Wohnhäusern sind auch immense Schäden in der Tierhaltung entstanden.

Quelle: ÖP, 05.05.2008, ISKU

PUK sperrt Kandil für Medienvertreter

Nach dem Luftangriff der türkischen Armee auf Kandil haben
Peschmerga der PUK 40 Medienvertreter daran gehindert, in das betroffene Gebiet zu fahren. Betroffen waren neben kurdischen Journalisten auch Vertreter internationaler Nachrichtenagenturen. Auf die Frage, wie lange das Verbot gelten solle, hieß es lediglich, es sei unbefristet.

Einzig der kurdische TV-Sender Roj TV sowie ANF berichten aus den bombardierten Gebieten.

Quelle: ANF, 04.05.2008, ISKU

[...]


ISKU | Informationsstelle Kurdistan e.V.
Büro für Internet- und Öffentlichkeitsarbeit: Schanzenstr. 117; 20357 Hamburg, E- mail: isku@nadir.org; Internet: http://isku.org Tel: 040/42102845
Bankverbindung: PB Köln, BLZ 370 100 50, Kto.Nr.: 3968-506

07.05.08    Kurdistan Infos <kigb@gmx.de>
 Zurück zur Übersicht  Kommentar schreiben  << Aktuellere Nachricht | Frühere Nachricht >>
Forum: cl.regionen.kurdistan