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Dialog-Kreis: "Die Zeit ist reif für eine politische Lösung
im Konflikt zwischen Türken und Kurden"
Geschäftsstelle: Postfach 903170, D-51124 Köln, Tel: 02203-126 76,
Fax: 126 77, dialogkreis@t-online.de, www.dialogkreis.de
Koordination: Andreas Buro, Am Sonnenberg 42, 61279 Grävenwiesbach,
Tel:06086-30 87, Fax:06086-243, Andreas.Buro@gmx.de
Pressemitteilung
22. April 2008
Am 26. April 2008 wird in Düsseldorf von Kurden und Türken in der
EU ein ‚Europäischer Friedensrat Türkei' gegründet.
Über 50 deutsche Friedensorganisationen, die sich bisher für Frieden
in der Türkei eingesetzt haben, begrüßen mit der folgenden Adresse
die Gründung, da hierdurch eine eigenständige Vertretung dieser
Bürger und Bürgerinnen im Bemühen um eine friedliche Lösung des
türkisch-kurdischen Konflikts entsteht.
Adresse deutscher Friedensorganisationen
an die Gründungsversammlung des Europäischen Friedensrats Türkei
Wir die unterzeichneten deutschen Friedensorganisationen begrüßen
die Gründung eines Europäischen Friedensrats Türkei und wünschen ihm
viel Erfolg für seine Tätigkeit.
Unsere Arbeit für eine friedliche Lösung des türkisch-kurdischen
Konflikts beruht auf dem Grundsatz, dass nur politische friedliche
Anstrengungen und Dialoge zu einer Lösung des Konflikts führen
können. Wir wenden uns deshalb gegen alle Versuche, einer
militärischen Lösung und fordern beide Seiten auf, die Waffen nieder
zu legen. Die Invasion wie auch die Invasionsdrohung müssen sofort
beendet werden.
Angesichts der jüngsten Eskalation der Kriegshandlungen haben wir
unseren Standpunkt gerade noch einmal in den folgenden Punkten
verdeutlicht:
" An die Stelle der Politik der Konfrontation muss endlich eine
Politik der Aussöhnung treten. Ankara hat dies in der Hand.
Zwangsassimilierung ist ein Verbrechen, wie der türkische
Ministerpräsident zu Recht feststellte. Dies gilt auch für die
Behandlung der Kurden in der Türkei.
" Beide Konfliktparteien müssen die Gefahren einer Eskalation der
gewaltsamen Auseinandersetzungen innerhalb der Türkei zur Kenntnis
nehmen. Sie kann zu einer zunehmenden Verfeindung zwischen Türken
und Kurden führen. "Die Waffen nieder" gilt für beide Seiten! Eine
Ausweitung der Gewalttakte in die türkischen Städte bedeutet ebenso
eine Katastrophe, wie eine nationalistische Aufhetzung der
Bevölkerung gegen ihre kurdischen Landsleute.
" Für die Türkei, die Mitglied der EU werden will, ist es
unabdingbar, die dominante Rolle des Militärs zurück zu drängen:
Denn statt Militärpolitik muss Friedenspolitik auf die Tagesordnung.
Sie ist vom Militär nicht zu erwarten.
Wichtige Schritte zur Deeskalation
" Die kulturelle Identität und Gleichstellung der Kurden muss
endlich anerkannt und in der Verfassung festgeschrieben werden.
" Die Verurteilung der kurdischen Seite als terroristisch muss
aufgehoben werden, da durch sie Friedens- und Aussöhnungspolitik
national und international unmöglich gemacht wird.
" Der neu gebildete Friedensrat der Türkei ist in seinen Bemühungen
um eine Lösung des Konflikts und um eine Kultur des Friedens zu
unterstützen.
" Die Existenz der kurdischen DTP-Partei, die in die große
Nationalversammlung in Ankara gewählt wurde, darf nicht in Frage
gestellt werden. Sie ist ein wichtiger potentieller Dialog-Partner
für die Lösung des Konflikts.
" Bei der türkischen Invasion werden wieder deutsche Waffen
vertragswidrig eingesetzt. Die EU und die EU-Staaten müssen endlich
begreifen, dass es in ihrem ureigensten Interesse liegt, den
Konflikt friedlich beizulegen. Es gilt, eine gefährliche Ausweitung
der Kämpfe zu verhindern, welche die ganze Region erschüttern
könnten. Sie können sich auch in Deutschland und der EU auswirken.
Die EU und ihre Staaten müssen friedenspolitisch tätig werden, damit
die Kurdenfrage nicht zur "Palästinenserfrage" des 21. Jahrhunderts
wird.
Wir halten es für sehr wichtig, dass türkische und kurdische Bürger
und Bürgerinnen in der EU ihren eigenständigen Einfluss für eine
friedliche, zivile Bearbeitung des Konflikts in der Türkei geltend
machen und auch in unseren Gesellschaften ihren Friedenswillen zum
Ausdruck bringen. Möge es gelingen, die hier lebenden Bürger und
Bürgerinnen, die aus der Türkei hierher gekommen sind, für eine
Politik der Aussöhnung zu gewinnen und sowohl die deutsche Politik
wie auch die der EU zu einem verstärkten Engagement zugunsten einer
friedlichen Lösung zu bewegen.
Wir hoffen auf eine gute gegenseitige Information und
Zusammenarbeit. Dem neuen Friedensrat wünschen wir einen guten
Beginn und den notwendigen langem Atem für seine sicher schwierige
Aufgabe.
Unterzeichner
Dialog-Kreis: "Die Zeit ist reif für eine politische Lösung im
Konflikt zwischen Türken und Kurden"; Aachener Friedenspreis; medico
international; DFG-VK-Bundesverband, Deutsche Friedensgesellschaft -
Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen; DFG-VK- Landesverband Baden
Württemberg; Friedensnetzwerk Ulm; Frauen in Schwarz; Helsinki
Citizens Assembly - Deutsche Sektion; Dr. Jürgen Micksch,
Vorsitzender des Interkulturellen Rates in Deutschland; Komitee für
Grundrechte und Demokratie; Koordination "Gerechtigkeit, Frieden und
Ehrfurcht vor der Schöpfung" der Franziskaner; Lebenshaus
Schwäbische Alb - Gemeinschaft für soziale Gerechtigkeit, Frieden
und Ökologie; Mönchengladbacher Friedensforum; AG Kurdistan/Türkei
im Netzwerk Friedenskooperative; Pax Christi Limburg und Kooperation
für den Frieden (Der Kooperation gehören folgende 44
Friedensorganisationen an): Aachener Friedenspreis e.V.;
Aktionsgemeinschaft Dienst für den Frieden (AGDF);
Aktionsgemeinschaft Friedenswoche Minden; Antikriegsbündnis
"Menschen für den Frieden Düsseldorf"; Menschen für den Frieden;
Bildungs- und Begegnungsstätte für gewaltfreie Aktion KURVE Wustrow;
Bremer Aktion für Kinder (BAKI); Bundesarbeitsgemeinschaft gegen
Mobbing (BAM) c/o BAKI-Schule - Meine Schule; Bund demokratischer
WissenschaftlerInnen (BdWi); Bund für Soziale Verteidigung (BSV);
Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz (BBU); Christen für
gerechte Wirtschaftsordnung (CGW); Deutsche Friedensgesellschaft -
Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen (DFG/VK); EUCOMmunity;
Evangelische Arbeitsgemeinschaft zur Betreuung von
Kriegsdienstverweigerern (EAK); Evangelisch-methodistische Kirche in
Deutschland - Friedensausschüsse EmK-Konferenzgeschäftsstelle der
SJK; Frauen in Schwarz Hamburg; Frauennetzwerk für Frieden e.V.;
Forum Ziviler Friedensdienst (forumZFD); Friedensforum Münster;
Friedensinititiative Nottuln e.V.; Friedensgruppe Altenholz;
Friedensrat Müllheim; Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft,
Hauptvorstand; Internationale JuristInnen gegen ABC-Waffen (IALANA);
Infostelle für Friedensarbeit, Meckenheim; Deutsche Sektion der
Internationalen Ärzte zur Verhütung des Atomkrieges / Ärzte in
sozialer Verantwortung (IPPNW); Internationale Frauenliga für
Frieden und Freiheit (IFFF), IFFF-Deutsche Sektion; Internationaler
Versöhnungsbund - deutsche Sektion; Komitee für Grundrechte und
Demokratie; Koordinierungsausschuss der Friedensbewegung in der
Region Ingolstadt; Leserinitiative Publik e.V.; Lebenshaus
Schwäbische Alb - Gemeinschaft für soziale Gerechtigkeit, Frieden
und Ökologie e.V.; Mönchengladbacher Friedensforum;
NaturwissenschaftlerInnen-Initiative "Verantwortung für Frieden und
Zukunftsfähigkeit"; Netzwerk Friedenskooperative; Netzwerk
Friedenssteuer; Ökumenisches Friedensnetz Düsseldorfer Christinnen
und Christen; Ökumenisches Zentrum für Umwelt-, Friedens- und
Eine-Welt-Arbeit, Berlin; Pädagoginnen und Pädagogen für den Frieden
(PPF); Pax Christi - Deutsche Sektion; Rhöner Friedenswerkstatt im
UNESCO-Biosphärenreservat, Künzell; Ver.di-Jugend; Werkstatt für
Gewaltfreie Aktion, Baden Dialog-Kreis, Postfach 90 31 70, 51124
Köln, Tel: 02203-126 76, Fax: 02203-126 77, dialogkreis@t-online.de
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