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Eskalation bei kurdischer Jugenddemo in Berlin - Bericht vom 19.04.2008

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-----Original Message-----
From: Rew?ê [mailto:rewsan@hotmail.com]
Sent: Sunday, April 20, 2008 12:13 PM
To: undisclosed-recipients:
Subject: Eskalation bei kurdischer Jugenddemo in Berlin - Bericht vom 19.04.2008

Eskalation bei kurdischer Jugenddemo in Berlin

<http://www.welt.de/multimedia/archive/00550/sei_Kurden_DW_Berli_550 772g.jpg>

Wie ?ore?ger uns am 12.04.2008

<http://www.kurdmania.com/Forum-topic-2654-start-msg19541.html#new> berichtete, war der Beginn der Jugenddemo im Rahmen der Edî bes e - Kampagne auf 10:00 Uhr angesetzt. Die ersten Busse aus anderen deutschen Städten kamen bereits um 7:00/8:00 Uhr im Wedding am Nettelbeckplatz an.

Die Demonstration konnte jedoch nicht wie geplant um 10:00 Uhr beginnen, da etliche Busse, die die Jugendlichen zur Demo bringen sollten, auf dem Weg nach Berlin angehalten, die Busse durchsucht und die Jugendlichen kontrolliert wurden. Die Busse wurden so lange aufgehalten, dass es den meisten von ihnen nicht möglich war, rechtzeitig in Berlin anzukommen und so an der Demonstration teilzunehmen, was seitens der Einsatzkräfte beabsichtigt schien. Bekannt sind hier unter anderem 2 Busse aus Hamburg, die 4 Stunden aufgehalten wurden sowie Busse aus Leipzig und Dresden.

Bei Ankunft auf dem Nettelbeckplatz konnte man die Überzahl der Einsatzkräfte der Polizei und des BKA nicht übersehen. Sie waren mit Kameras ausgerüstet und filmten nahezu lückenlos den Ablauf der Veranstaltung sowie jeden Teilnehmer. Der Nettelbeckplatz war von Einsatzkräften am Boden und auf Hausdächern - ebenfalls mit Kameras - umzingelt. Bevor man den Platz betreten konnte, wurde man aufs Gründlichste durchsucht.

<http://img186.imageshack.us/img186/7200/demo1fb5.jpg>

Nachdem man 2 ½ Stunden gewartet und die Zeit mit Ansprachen, Musik und Tanz verbracht hatte, setzte sich der Demonstrationszug um 12:30 Uhr friedlich in Bewegung. Es wurden bekannte Parolen gerufen wie "Türkische Armee raus aus Kurdistan", "Türkei - Terrorist" und "Hoch die internationale Solidarität".

<http://img227.imageshack.us/img227/5127/demo4om6.jpg>

Die Route führte vom Nettelbeckplatz zum Hackeschen Markt und wieder zurück. Im Laufe der Veranstaltung wuchs die anfängliche
Teilnehmerzahl von ca. 500 auf ca. 1.000 an. Die Stimmung war friedlich und es kam vor Ort zu keinen Zusammenstößen, obwohl die kurdischen Jugendlichen nach Passierung des Hackeschen Marktes und ab Beginn des Wohngebietes immer wieder - vor allem von Hausfenstern aus - durch demonstratives Heraushängen türkischer Fahnen, rechter türkischer Parolen und durch Zeigen des Handzeichens der Grauen Wölfe provoziert wurden.

Als der Zug sich um 14:45 Uhr jedoch auf der Höhe des U-Bahnhofes Voltastraße befand, eskalierte die Situation zum ersten Mal seit Beginn der Demo: Türkische Jugendliche warfen leere
0,5l-Wasserflaschen aus Plastik in die Menge, woraufhin die kurdischen Jugendlichen ebendiese Flaschen wieder zurückwarfen. Für die türkischen Jugendlichen hatte dies keine Konsequenzen zur Folge, jedoch aber für die kurdischen: Die Einsatzkräfte stürmten auf die kurdischen Jugendlichen los und schlugen laut Augenzeugenbericht auf sie ein. Dabei wurde kein Unterschied zwischen Jungen oder Mädchen gemacht.

<http://img186.imageshack.us/img186/7913/demo3lz8.jpg>

Die kurdischen Jugendlichen, die den Verletzten zu Hilfe eilen und sie vor weiteren Übergriffen beschützen wollten, wurden von den Veranstaltern dazu aufgefordert, weiterzulaufen. Man würde sich um die Verletzten kümmern.

Ab diesem Angriff kam es ca. alle 5 Minuten zu einer
Auseinandersetzung. Zum größten Teil lag es an Provokationen seitens türkischer Faschisten - die geschützt durch die Absperrung der Einsatzkräfte waren. Allerdings kann man diese nicht - wie
beispielsweise der DDP
<http://www.welt.de/berlin/article1919237/Festnahmen_bei_Kurden-Demon stration_.html> berichtet - als Schlägereien bezeichnen. Es war erschreckend zu sehen, wie wegen Handlungen, die einen solchen Einsatz nicht im Geringsten rechtfertigten, einzelne Teilnehmer durch Teams der Einsatzkräfte wiederholt - oft noch Minderjährige - umzingelt und auf brutalste Weise geschlagen und getreten wurden, auch, wenn sie bereits am Boden lagen. Die Veranstalter riefen die Jugendlichen jedoch weiterhin dazu auf, nicht zu reagieren und friedlich zu bleiben. Die Jugendlichen wurden angehalten, sich hinzusetzen, um so zumindest seitens der Kurden zur Deeskalation beizutragen.

<http://img186.imageshack.us/img186/5277/demo2db8.jpg>

Laut Polizeiangaben sollen Polizisten von Demonstranten mit Steinen und Flaschen beworfen worden und infolge dessen 11 Beamte verletzt worden sein. Uns ist nichts dergleichen bekannt. Bei den Flaschen, die - jedoch nicht gegen die Einsatzkräfte, soweit bekannt - flogen, handelte es sich um leere 05l-Plastikflaschen und nicht, wie durch die Meldung der Welt
<http://www.welt.de/berlin/article1919237/Festnahmen_bei_Kurden-Demon stration_.html> suggeriert, um Glasflaschen.

Der Demonstrationszug endete um 15:45 Uhr am Nettelbeckplatz, wo bereits weitere Teilnehmer die Ankommenden empfingen. Allerdings hörten die so genannten "Zwischenfälle" - entgegen der Meldung der Welt
<http://www.welt.de/berlin/article1919237/Festnahmen_bei_Kurden-Demon stration_.html> nicht auf:

Auf dem Platz fast direkt vor der Bühne kam es erneut zum massiven Angriff der Einsatzkräfte, die neben Schlagstöcken und Kampfhunden auch Tränengas und Pfefferspray gegen die Teilnehmer einsetzten. Jugendliche, die Tränengas in die Augen bekommen hatten und blind und vor Schmerzen durch die Gegend irrten, wurden verfolgt und denjenigen, die den Verletzten - beispielsweise durch Ausspülen der Augen mit Wasser - helfen wollten, beiseite gestoßen.

Die Verletzten wurden aus dem Kreis der Helfenden gerissen und zu Boden geworfen und/oder (gleich) in Gewahrsam genommen. Es herrschte Panik unter den Teilnehmern und Wut auf die Polizisten, die unverhältnismäßig brutal handelten. Verletzte und Verwundete, die nicht mitgenommen wurden, trauten sich nicht, ihre Verletzungen in dem bereitgestellten Krankenwagen behandeln zu lassen, da sie fürchteten, dort festgenommen zu werden.

Seitens des Veranstalters wurden die Einsatzkräfte eindringlich gebeten, diese unverhältnismäßigen Aktionen zu unterlassen; jedoch zeigte diese Bitte keine Wirkung. Laut Polizeiangaben kam es zu 86 Festnahmen
<http://www.welt.de/berlin/article1919237/Festnahmen_bei_Kurden-Demon stration_.html> . Zu den Verletzten und Verwundeten der Interaktion der Einsatzkräfte gegenüber den Teilnehmern fehlt jegliche Angabe.

Die Veranstalter riefen die Teilnehmer dazu auf, trotz der
Ereignisse ruhig zu bleiben und nicht zu reagieren. Man solle sich - weiterhin - friedlich verhalten. Im Anschluss daran begann das Konzert von Önder Deniz, Mehmet Karaca, Hozan Aydin und Serhado, das um 19:00 Uhr endete. Es kam zu keinem weiteren "Einschreiten" der Einsatzkräfte und deren Anzahl verringerte sich nach einiger Zeit.

Am Ende der Kundgebung wurde bekannt, dass 20 der laut der zu der Zeit 60 in Gewahrsam genommenen Teilnehmer, bis 20:00 Uhr entlassen werden sollten. Ob die anderen Teilnehmer freigelassen wurden und welche Folgen sie zu tragen haben werden, ist zum derzeitigen Zeitpunkt noch ungewiss.

Diejenigen, die durch die Einsatzkräfte verletzt wurden, wurden dazu aufgerufen, sich an Herrn Yüksel Koç, den Vorstand von YEK-KOM <http://www.yekkom.com/> , zu wenden. YEK-KOM stehe in Kontakt mit Anwälten, denen diese Fälle übergeben werden würden.

Berlin, den 19.04.2008
Rew?en für www.kurdmania.com <http://www.kurdmania.com/> und Rojan

Originalquelle und weitere Informationen:
http://www.kurdmania.com/Forum-topic-2692-start-msg19577.html#new

<http://www.kurdmania.com/>
www.kurdmania.co <http://www.kurdmania.com/> m - Portalekî nû ji bo siyaset û çanda kurdî

21.04.08    Kurdistan Infos <kigb@gmx.de>
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