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news: 18.04.2008

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Tausende verabschieden gefallene Guerillakämpfer

Tausende Menschen haben sich an den Beerdigungen der in Dersim am 10. April gefallenen Guerillakämpfer Nusrettin Er in Bismil und Fuat Turgay in Adana beteiligt. Die Menschenmengen riefen die Parolen „Die Gefangenen sind unsterblich“ und „PKK ist das Volk und das Volk ist hier“. In Adana wurde der Beerdigungszug, in dem auch PKK-Fahnen und Bilder Abdullah Öcalans mitgeführt wurden, von einer
Polizeisperre aufgehalten. Die Sicherheitskräfte forderten, eine Route zum Friedhof zu nehmen, woraufhin sie von vermummten
Jugendlichen mit Steinen beworfen wurden. Nach der Intervention durch die Polizei wuchs die Menschenmenge auf 10 000 an. Auf dem Friedhof schließlich hängten wiederum vermummte Jugendliche PKK-Fahnen auf.

Die Leichname der anderen neun gefallenen GuerillakämpferInnen konnten von ihren Angehörigen noch nicht identifiziert werden.

Quelle: ÖP, 18.04.2008, ISKU

Drei Prozesse gegen Baydemir in einer Woche

Innerhalb von einer Woche haben drei Prozesse gegen den
Oberbürgermeister von Diyarbakir Osman Baydemir stattgefunden. Gemeinsam mit den anderen DTP-Bürgermeistern wurde er am Dienstag im „Roj-TV-Prozess“ zu einer Geldstrafe verurteilt. Gestern fand eine Verhandlung gegen Baydemir im Zusammenhang mit den blutigen Auseinandersetzungen in Diyarbakir vor zwei Jahren statt. Vor Gericht sagte der Oberbürgermeister aus: „Ich bin gekommen, um die Mentalität anzuklagen, mit der unsere drei-, fünf- und zwölfjährigen Kinder, unsere 70-jährigen Großväter erschossen worden sind. Ich bin Zeuge, Angeklagter und Opfer der stattgefundenen Tragödie, aber ich bin nicht der Täter. Auch ich führe einen Prozess. Dabei geht es um Identität, Sprache, Kultur, Rechte und Freiheiten, um einen würdevollen Frieden.“

Angeklagt war Baydemir, weil er in dem Bemühen, die aufgebrachten Menschenmassen zu beruhigen und weitere Gewalt zu verhindern, im Verweis auf den Tod von 14 Guerillakämpfern, der die Vorfälle ausgelöst hatte, in einer Ansprache gesagt hatte: „Unser Schmerz war 14-fach, jetzt ist er 17-fach, die Zahl soll nicht noch auf 18 steigen“. Wegen dieser Worte wurde er zu einem Monat und 20 Tagen Haftstrafe verurteilt.

Ein weiterer Prozess fand am Freitag wegen einer
kurdisch-türkischsprachigen Broschüre zu einer Säuberungskampagne der Stadtverwaltung statt. Gemeinsam mit Baydemir ist die
Bezirksbürgermeisterin von Baglar, Yurdusev Özsökmenler, angeklagt. Die Verhandlung wurde vertagt.

Quelle: ÖP/ANF, 18.04.2008, ISKU

Repressionswelle reißt nicht ab

Die Repressionswelle in Nordkurdistan reißt nicht ab. In Nusaybin, Viransehir und Antep wurden 22 Personen wegen der Teilnahme an Newrozfeierlichkeiten verhaftet. In Yüksekova wurden nachts mehrere Häuser von Soldaten und Sondereinheiten überfallen, eine Person wurde verhaftet. In Siirt wurden bei weiteren Newroz-Operationen 16 Personen festgenommen, in Suruc 15, in Cerkezköy mindestens 20 sowie in Bursa 17. In Isparta wurden fünf Studierende als mutmaßliche Mitglieder der „Jugendstruktur einer illegalen Organisation“ verhaftet.

Quelle: ÖP/ANF, 18.04.2008, ISKU

IHD: Situation Öcalans besorgniserregend

Auf einer Kundgebung in Istanbul zu den Menschenrechtsverletzungen in den türkischen Haftanstalten hat die Gefängniskommission des Menschenrechtsvereins IHD auf die “besorgniserregende Situation Abdullah Öcalans” hingewiesen. Wie Sevim Kalman vom IHD erklärte, befinde sich Öcalan seit neun Jahren auf der Gefängnisinsel Imrali in Isolationshaft. Für alle negativen Entwicklungen in den
Gefängnissen der Türkei mache der IHD das Justizministerium und die Generaldirektion der Straf- und Haftanstalten verantwortlich. Nach wie vor werde eine Politik fortgesetzt, die zum Tode von
Untersuchungs- und Strafgefangenen führe. Weiterhin seien Folter und entwürdigende Durchsuchungen an der Tagesordnung.

Quelle: ANF, 18.04.2008, ISKU

berlin-online.de, 17.04.2008

Tausende Kurden wollen in Berlin demonstrieren

Bei einer Demonstration wollen am Samstag (19. April, 10.00 Uhr) mehrere Tausend Kurden in Berlin auf die Straße gehen. Wie ein Polizeisprecher am Donnerstag sagte, rechnet der Anmelder mit 4000 Teilnehmern. Die Demonstration soll am Weddinger Nettelbeckplatz beginnen. Die geplante Route führt anschließend über Müller-, Chaussee- und Oranienstraße zum Hackeschen Markt. Von dort soll es vorbei am Rosenthaler Platz wieder zurück zum Nettelbeckplatz gehen, wo eine Abschlusskundgebung vorgesehen ist.

Bei der nach Veranstalterangaben ersten europaweiten kurdischen Jugenddemonstration der Föderation Kurdischer Vereine soll gegen die «fortdauernden Angriffe des türkischen Staates auf die kurdische Freiheitsbewegung protestiert werden». In den vergangenen Tagen bombardierte die türkische Luftwaffe laut Medienberichten erneut Stellungen der verbotenen Kurdischen Arbeiterpartei PKK in Nordirak. Die Teilnehmer der Demonstration fordern zudem eine Freilassung des inhaftierten PKK-Führers Abdullah Öcalan. Zu der Veranstaltung ruft unter anderen das Kurdistan-Solidaritätskomitee Berlin auf.

In den vergangenen Monaten hatten in Berlin mehrfach kurdische Organisationen friedlich gegen das Vorgehen der türkischen Armee im nordirakischen Autonomiegebiet demonstriert. Am 28. Oktober 2007 war es jedoch in Kreuzberg sowie Neukölln zu Zusammenstößen zwischen Türken und Kurden gekommen, bei denen 18 Polizisten Verletzungen erlitten. 15 Personen wurden festgenommen. © ddp


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19.04.08    Kurdistan Infos <kigb@gmx.de>
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