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DTP: Aus Protest keine Verteidigung
Die DTP-Abgeordneten haben angekündigt, sich künftig nicht mehr vor
der parlamentarischen Kommission, die die Aufhebungsverfahren der
Immunität bearbeitet, zu verteidigen sowie vor Gericht nicht mehr
auszusagen. Das gab der DTP-Abgeordnete Hasip Kaplan gegenüber der
Kommission bekannt. Die Partei habe einen prinzipiellen Beschluss
gefasst. Der Kommission liegen 20 Fälle vor, von denen 13
DTP-Abgeordnete betreffen.
Im Fall von Hasip Kaplan wird eine Aufhebung der Immunität wegen des
Strafbestands „Verherrlichung einer Straftat oder eines Straftäters“
gefordert. Kaplan erklärte dazu: „Ich habe im Rahmen der
Meinungsfreiheit zum Thema Verfassung meine Gedanken geäußert.
Deshalb ist das Immunitätsaufhebungsverfahren gegen mich eingeleitet
worden. Ich habe kein Schwert geschwungen, keine Waffe gezogen.“ In
der schriftlichen Aussage der 13 DTP-Abgeordneten sei keine
Verteidigung enthalten, sondern lediglich die gemeinsame
Feststellung: Wir fordern nach Artikel 83 der Verfassung Gleichheit.
Wir haben unsere Meinungsfreiheit genutzt und keine Straftat
begangen. Wir fordern Gleichheit beim Thema Immunität.“
Gegen die aus 20 Personen bestehende DTP-Fraktion im türkischen
Parlament laufen bisher insgesamt 62 Verfahren zur Aufhebung der
Immunität. Außerdem laufen die Prozesse gegen die Abgeordneten trotz
ihrer Immunität weiter. Vor kurzem hat der Kassationsgerichtshof ein
bindendes Urteil zu diesem Thema gefällt, indem er feststellte, dass
der DTP-Abgeordnete Selahattin Demirtas trotz seines
parlamentarischen Status vor Gericht gestellt werden könne.
Quelle: ÖP, 17.04.2008, ISKU
HPG: Keine Verluste bei Luftangriff
Die Volksverteidigungskräfte (HPG) haben die Luftangriffe der
türkischen Armee auf Guerillagebiete im Zagros bestätigt. Die
Guerilla habe dabei jedoch anders als vom türkischen Generalstab
behauptet keine Verluste erlitten.
Unterdessen laufen die Gefechte in mehreren Gebieten in aller
Heftigkeit weiter. In ??rnak, Dersim und Botan finden zurzeit
Militäroperationen statt. In den Gabar-Bergen sind nach ersten
Informationen zwei Soldaten bei einem Gefecht ums Leben gekommen, 13
wurden verletzt. Auf dem Militärflughafen in Diyarbakir ist seit
zwei Tagen eine intensive Bewegung zu verzeichnen. Gestern Abend
starteten mehrere Kampfflugzeuge Richtung Grenze.
Eine HPG-Einheit hat unterdessen auf der Straße zwischen Dersim und
Erzincan Personenkontrollen durchgeführt. Eine Einheit der PJAK hat
im ostkurdischen Kermanshah als Vergeltung für iranische
Artillerieangriffe auf Kandil einen Angriff auf einen Militärposten
durchgeführt.
Quelle: ÖP/ANF, 17.04.2008, ISKU
Sechs Jahre Haft für Besuch bei ihrer Tochter
In seiner Kolumne in der türkischen Tageszeitung Milliyet hat Fikret
Bila darauf hingewiesen, dass als Teil des „Antiterrorkampfs“
kurdische Familien mit Angehörigen bei der Guerilla von der
türkischen Armee besucht werden, um sie davon zu überzeugen, ihre
„Kinder aus den Bergen“ zu holen. Auf der anderen Seite sitzt heute
eine Mutter, deren einzige Schuld es war, ihre Tochter, die sie seit
Jahren nicht gesehen hatte, im Flüchtlingslager Maxmur in
Südkurdistan zu besuchen, eine sechsjährige Haftstrafe in Elbistan
ab.
Ashan Tören wurde nach einem Besuch bei ihrer Tochter, die sich in
Maxmur aufhielt, im Jahr 2006 bei ihrer Rückkehr in die Türkei
verhaftet und wegen Mitgliedschaft in einer terroristischen
Organisation zu sechs Jahren und drei Monaten Haftstrafe verurteilt.
Über Angehörige teilte sie jetzt ihre Meinung zu dem Vorgehen der
türkischen Armee mit: Hierbei handele es sich lediglich um
„psychologischen Druck“ gegen die Angehörigen von Guerillakämpfern.
„Wenn es der Armee um Überzeugungsarbeit gehen würde, hätte ich wohl
keine so hohe Strafe erhalten. Meiner Meinung nach handelt es sich
lediglich um ein Täuschungsmanöver. Ich frage mich, wie jemand in
meinem Alter Terroristin sein kann. Ich bin lediglich hingegangen,
um meine Tochter zu sehen, aber ich habe eine Strafe dafür bekommen,
als ob ich mit an bewaffneten Aktionen beteiligt hätte.“
Ein Sohn von Ashan Töre ist bereits als Guerillakämpfer ums Leben
gekommen.
Quelle: ANF, 16.04.2008, ISKU
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