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news: 12.4.2008

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Tote und Verletzte bei Gefechten in Dersim

Bei einem Gefecht in Dersim-Nazimiye am 10. April ist nach bisher von der HPG nicht bestätigten Angaben eine Guerillakämpferin verletzt in Gefangenschaft geraten. Sie befindet sich im Krankenhaus in einem abgesonderten Raum. Über ihren Gesundheitszustand liegen keine Informationen vor. Weiterhin sollen sich sieben Leichname von Guerillakämpfern im gleichen Krankenhaus befinden. Türkische Medien hatten von elf getöteten HPGlern berichtet.

Quelle: ÖP, 12.04.2008, ISKU

Viertes Todesopfer zu Newroz in der Türkei

Die Anzahl der Menschen, die bei Angriffen staatlicher Kräfte zu Newroz getötet wurden, hat sich auf vier erhöht. 18 Tage nach dem Polizeiangriff erlag Fahrettin Sedal (37) seinen Schussverletzungen. Er wurde in Yüksekova im Beisein von Zehntausenden Menschen beigesetzt.

Quelle: ÖP, 12.04.2008, ISKU

Zwei Jahre Haftstrafe für Leyla Zana

Die ehemalige DEP-Abgeordnete und heutige Sprecherin des „Kongress für eine demokratische Gesellschaft“ Leyla Zana ist in Diyarbakir zu zwei Jahren Haft verurteilt worden. Ihr war zur Last gelegt worden, Abdullah Öcalan bei der Newrozfeier 2007 als „Führer des kurdischen Volkes“ bezeichnet zu haben. Aufgrund ihrer Verteidigung vor Gericht wurde außerdem eine weitere Strafanzeige gegen die kurdische Politikerin gestellt.

Vor Gericht sagte Leyla Zana aus, die Kurden hätten etliche Male mündlich und schriftlich zur Sprache gebracht, dass sie Abdullah Öcalan als „Führer des kurdischen Volkes“ betrachten. „So wie es für unser Volk keine Straftat darstellt, kurdisch zu sprechen,
‚Kurdistan’ oder ‚Herr Öcalan’ zu sagen, so ist es auch keine Straftat, an unsere Sache zu glauben. Sich für seine Führungskraft einzusetzen, stellt außerdem eine menschliche, ethische und politische Verantwortung dar.“ Die Botschaft von Millionen Menschen, die mit der Parole „PKK ist das Volk und das Volk ist hier“ auf die Straße gingen, müsse richtig verstanden werden, so Zana. „Die Forderungen des kurdischen Volkes nach Frieden, Freiheit und Gleichheit als Terrorismus zu definieren, verletzt dieses Volk. Heutzutage gibt es in der Türkei keine Kurden mehr, die keine Verletzungen davon getragen hätten. Für fast alle beginnt das Leben mit Anspannung und Verboten. Als Baby lernt man das Verbot des Namens kennen, als Kind das der Sprache, als Jugendlicher das der Identität und der Haltung im Leben. Man wird gezwungen, in einer einzigen Sprache zu sprechen, sich mit einer einzigen Identität auszudrücken und mit einem einzigen Blickwinkel zu denken.“

Quelle: ÖP, 11.04.2008, ISKU

junge Welt, 11.04.2008

Psychologische Kriegsführung gegen Kurden

Über drei Jahre Haft in Paragraph-129-Verfahren für kurdischen Politiker. Kulturverein in Bremen durchsucht

Von Nick Brauns

Ein kurdischer Politiker ist am Donnerstag vom Oberlandesgericht (OLG) Frankfurt am Main wegen angeblicher Rädelsführerschaft in einer kriminellen Vereinigung nach Paragraph 129 Strafgesetzbuch zu 3 ½ Jahren Haft verurteilt worden. Das Gericht wirft dem im August 2006 in Mannheim verhafteten 52jährigen Muzaffer Ayata vor, als hauptamtlicher Kader für die verbotene Arbeiterpartei Kurdistans PKK die Arbeit in Süddeutschland geleitet zu haben. Das Urteil des OLG stützt sich hauptsächlich auf Telefonüberwachungen und
Zeugenaussagen ehemaliger PKK-Mitglieder. Der seit 2002 in
Deutschland lebende Ayata arbeitete unter anderem als
Europa-Vertreter der mittlerweile in der Türkei verbotenen
kurdischen Parteien HADEP und DEHAP. Journalistisch setzte er sich in der Tageszeitung Özgür Politika für eine friedliche Lösung des Kurden-Konfliktes ein. Während Ayatas Anwälte Revision gegen das Urteil ankündigten, ist beim OLG Frankfurt ein
Auslieferungsverfahren angelaufen. Die türkische Justiz macht Ayata, der bereits 20 Jahre in türkischer Haft verbrachte, für 3000 Morde mitverantwortlich – gemeint sind offensichtlich bei Gefechten mit der PKK-Guerilla getötete Soldaten.

Ebenfalls am Donnerstag stürmte die Polizei den kurdischen
Kulturverein Birati in Bremen und neun Wohnungen von
Vereinsmitgliedern. Die Staatsanwaltschaft ermittelt aufgrund von Spendensammlungen für die PKK wegen »Bildung einer kriminellen Vereinigung«. Dies sei eine »neue Qualität der psychologischen Kriegsführung gegen die kurdische Befreiungsbewegung in Europa«, sagte Monika Morres vom Rechtshilfefonds für Kurden AZADI in Düsseldorf gegenüber junge Welt. Bislang wurden Spendensammler wegen Verstößen gegen das Vereinsgesetz mit Geldstrafen belegt. Jetzt droht Haft wegen Unterstützung oder Bildung einer kriminellen Vereinigung. So solle die Mitgliedschaft der Kulturvereine
eingeschüchtert werden.


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14.04.08    Kurdistan Infos <kigb@gmx.de>
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