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Verein Freier Frauen aus Mesopotamien e.V.
YXK - Verband der Studierenden aus Kurdistan e.V.
ISKU – Informationsstelle Kurdistan e.V.
2. Kurdische Filmtage Hamburg im Gedenken an Halil Uysal
Halil Uysal – ein Regisseur im kurdischen Befreiungskampf
Der Regisseur und Autor Halil Uysal, seit 1995 im kurdischen
Befreiungskampf, hat mit drei weiteren GuerillakämpferInnen in einem
Gefecht mit der türkischen Armee am 1. April 2008 in
Besta/Nordkurdistan sein Leben verloren.
Halil Uysal kam 1973 in Deutschland zur Welt. Während eines als
kurzer Besuch geplanten Aufenthalts für Dreharbeiten in den
kurdischen Bergen im Jahr 1995 beeindruckte ihn das Guerillaleben so
sehr, dass er beschloss, ganz dort zu bleiben. In der ersten Zeit
arbeitete er als Fotograf in den Bergen und begann kurze Zeit
später, erste Kurzfilme zu drehen. Weiterhin betätigte er sich als
Autor. 1998 erschien ein Sammelband mit Texten über die Guerilla
unter dem türkischen Originaltitel “Halil’in Gözü”. Im Jahr 2006
drehte er den Film „Beritan“, der in der kurdischen Öffentlichkeit
zu einem großen Erfolg wurde und auch bei den 1. Kurdischen
Filmtagen Hamburg 2007 tiefen Eindruck hinterließ. Für ein neues
Filmprojekt unter dem Namen „Die zum Berg Ararat laufen“ befand er
sich seit einer Weile in Nordkurdistan.
Mit ihm gemeinsam fielen die GuerillakämpferInnen ?rfan Ak?? (Masiro
Gortun), Evin Bingül (Ararat Adar) und Beyan Alim (Doza Welat).
Aus diesem Anlass werden wir die 2. Kurdischen Filmtage Hamburg
bereits am Dienstag, dem 15. April 2008, in der B5 mit einer
Gedenkveranstaltung und Filmvorführung eröffnen und freuen uns auf
alle Gäste.
Dienstag, 15. April 2008
20 Uhr
B5 (Brigittenstr. 5)
Eröffnung der Filmtage mit Gedenkveranstaltung
und Filmvorführung:
Eyna Bejnê von Halil Uysal
(Org. auf kurdisch)
Seit vielen Jahren bemühen sich Regisseur Halil Uysal und diverse
Theatergruppen der Guerilla, unter den unwirtlichen Bedingungen der
Berge mit cineastischen Mitteln die Geschichte der
Befreiungsbewegung in Bildern festzuhalten und Geschichten zu
erzählen.
Der Film „Eyna Bejne“ (Der Ganzkörperspiegel) erzählt die Geschichte
eines Mädchens, das sich der Guerilla anschließen will. Da es zu
jung ist, um mitzukämpfen, sich aber auch nicht abweisen lässt,
versucht die Gruppe, sie in Sicherheit zu bringen. Als sich
herausstellt, dass sie noch nie einen großen Spiegel gesehen hat,
beschließen die Guerillakämpfer, ihr den Wunsch zu erfüllen, sich
einmal ganz im Spiegel betrachten zu können. Um einen großen Spiegel
durch die Frontlinie zu transportieren, riskieren sie ihr Leben.
Weitere Filme sind: Sond (Das Versprechen), Tilili, Tirej, Dema Jin
Hezbike (Wenn die Frau liebt), Fermisken Ava Ze (Die Tränen des
Zap). Beritan ist der achte Film der Gruppe.
Programm der II. Kurdischen Filmtage Hamburg
Donnerstag, 17.04.2008 um 19:00 Uhr
Sozdar - Eine die ihr Versprechen lebt
O.m.engl.U.; NL 2007; Dokumentarfilm; Regie: Annegriet Wietsma; 70
Min.
2001 kam Nuriye Kesbir aus den kurdischen Bergen in die Niederlande,
um hier in Europa die Diskussion um die Emanzipation der kurdischen
Frauen die Geschlechterfrage und die neue Strategie der PKK mit den
KurdInnen in Europa zu diskutieren. Am Flughafen Schiphol wurde sie
aufgrund eines Auslieferungsverfahrens der Türkei, die behauptete
Nuriye Kesbir sei an Anschlägen gegen türkische Soldaten beteiligt
gewesen festgenommen und inhaftiert. Annegriet Wietsma wurde auf
Nuriye Kesbir aufmerksam und begleitete sie viereinhalb Jahre durch
diverse Gerichtsverfahren und Gefängnisaufenthalte, bis sie 2006
nach Kurdistan zurückkehrte. Regisseurin Annegriet Wietsma wird
anwesend sein und über die Filmarbeiten berichten.
Vorfilm: Ein Tag mit der PKK
Kurdisch (Kurmanci, Sorani) mit engl. UT; England 2006; von: Karzan
Sherabayani 7 Min.
Tausende Mitglieder der Guerilla der ArbeiterInnenpartei Kurdistans
(PKK) trainieren täglich in Südkurdistan Irak. Die Türkei strebt
einerseits an, der EU beizutreten, andererseits weigert sie sich
noch immer die Existenz der KurdInnen und ihre Rechte anzuerkennen.
Sie beschuldigt die PKK eine Terrororganisation zu sein. Der
kurdische Regisseur Karzan verbringt einen Tag in einem ihrer
Trainingslager.
Freitag, 18.04.2008 um 19:00 Uhr
Traces: The People of the Peacock - Spuren: die Leute des Pfaus
Dokumentarfilm; Kurdisch (Kurmanci) mit engl. UT.;
Belgien/Armenien/BRD2006; Regie: Binevsa Bêrîvan; 52 Min.
Das Symbol der YezidInnen ist der Pfau. Zu Beginn des 19
Jahrhunderts wurden die yezidischen KurdInnen Opfer der Verfolgung
des Osmanischen Reiches. Während dieser Phase flohen sie aus ihrer
Heimat in verschiedene Länder der Region, auch nach Armenien, wo sie
seit Generationen leben. Die junge kurdische Filmemacherin Binevsa
Bêrîvan reist nach Armenien, um diese Menschen zu treffen und ihre
reiche und vielfältige Geschichte aufzuzeigen.
Vorfilm: Sîn - Die Totenklage
Kurzfilm, Kurdisch (Kurmanci) m.dt.UT.; Nordkurdistan (Türkei) 2007;
Regie: Ali Köroglu; 10 Min.
Der Kurzfilm erzählt von der Einsamkeit einer alten Frau im Dorf
Kürecik in Malatya, deren Sohn an Krebs gestorben ist. Ihre besten
Freunde sind ihre Katze, ihre Kuh und ihr Esel. Samstag, 19.04.2008
um 19:00 Uhr
Vinterland
Spielfilm; Kurdisch (Sorani), Norwegisch mit engl. UT.; Norwegen
2007; Regie: Hisham Zaman; 52 Min.
Renas ist ein gut integrierter kurdischer Flüchtling, der in einer
abgelegenen Gegend in Nordnorwegen lebt. Er hat alles was er
braucht, abgesehen von einer Ehefrau. Mit Hilfe einer Heiratsagentur
im Irak heiratet er eine kurdische Frau, Fermesk. Aber die Heirat
hat einen schwierigen Start, als Fermesk in Norwegen ankommt. Weder
ihr Ehemann, noch das Land erscheint ihr so, wie sie sich das
vorgestellt hat. Auch Renas hat eine andere Frau erwartet, zumal
Fermesk ihm gesteht nicht mehr Jungfrau zu sein.
Vorfilm: Sovereignity in the Sky
Kurzfilm; GB 2006; Regie: Kameel Ahmedy; 3 Min.
Ethnographisches Portrait eines Tee Mannes, der bei Roj TV dem
kurdischen Satelliten Fernsehen arbeitet, welches die Türkei
versucht zu verbieten. Roj TV spielt eine wichtige Rolle in für die
kurdische Diaspora.
Sonntag, 20.04.2008 um 15:00 Uhr
Hoppet
Kinderfilm; Schweden 2007; Regie: Peter Næss; 90 Min. ab 6 Jahren
Der zwölfjährige Azad ist ein begeisterter Hochspringer. Doch in
seiner Heimat im Mittleren Osten herrscht Bürgerkrieg und er kann
von einer Hochsprungkarriere nur träumen. Eines Tages beschließt
seine Familie zu Verwandten nach Deutschland zu fliehen. Zuerst
sollen Azad und sein zwei Jahre älterer Bruder Tigris ausreisen -
ihre Eltern wollen sobald wie möglich nachkommen. Zu spät bemerken
Azad und Tigris auf ihrer Flucht, dass sie von Schleppern betrogen
wurden und so landen die Kinder in Stockholm. Zum Glück findet Azad
Freunde, die ihm helfen und als er im Schulsportverein sein
Springertalent unter Beweis stellen kann und das Team zu einer
Meisterschaft nach Berlin eingeladen wird, ergreift Azad die ihm
gebotene Chance, seine Eltern zu suchen… „Hoppet“ bedeutet sowohl
„Sprung“ als auch „Hoffnung“.
Sonntag, 20.04.2008 um 19:00 Uhr
Widerstand - Berxwedan
Dokumentarfilm; Türkisch, Kurmanci mit engl. UT.; Italien 2007;
Regie: Orsola Casagrande, Bibi Bozzato; 40 Min.
Der Dokumentarfilm portraitiert die kurdische Band Koma Berxwedan
und wurde von der italienischen linken Tageszeitung Il Manifesto
produziert. Er ist gleichzeitig die Geschichte des kurdischen
Befreiungskampfes. Koma Berxwedan ist eine der interessantesten
experimentierfreudigsten und innovativsten Bands in der kurdischen
Musikszene. Auch aus tiefer Liebe zu allen Aspekten der Musik hat
die Band immer eine starke politische Aussage in ihrer Musik gelegt.
Es ist kein Zufall, dass einige Mitglieder der Gruppe sich der
kurdischen Guerilla in den Bergen angeschlossen haben. Einige haben
auch ihr Leben verloren. Andere wurden gezwungen im Exil zu leben.
Andere arbeiten noch immer in Kurdistan trotz aller Schwierigkeiten
und Repression.
Blindekuh - Gözmece
Dokumentarfilm; Türkisch, Kurmanci, mit engl. UT.; Nordkurdistan
(Türkei) 2006; Regie: Aydin Sevinç; 45 Min.
Am 24. März 2006, drei Tage nach Newroz, dem kurdischen
Neujahrsfest, das in Diyarbakir von einer Million Menschen besucht
wurde, wurden 14 Mitglieder der PKK bei einer Auseinandersetzung mit
türkischen Soldaten getötet. Beweise lagen vor, dass sie durch
chemische Waffen getötet wurden. Ihr Begräbnis wurde von tausenden
Menschen besucht. Die türkische Polizei griff die Trauernden an und
tötete sieben Menschen, darunter sechs Kinder. Der Filmemacher Aydin
Sevinç spricht mit den betroffenen Familien und hört aus erster Hand
die Berichte der Kinder von Diyarbakir.
Montag, 21.04.2008 um 19:00 Uhr
Al Anfal – im Namen von Allah, Baath und Saddam
Dokumentarfilm; Kurdisch (Sorani) mit dt. UT.; Schweiz 2005; Regie:
Mano Khalil; 52 Min.
Al Anfal ist der Name der achten Sure des Koran. Der Film
dokumentiert die sogenannten Anfal-Offensiven von 1987 bis 1988
gegen die KurdInnen. Bis zu 182.000 KurdInnen wurden damals getötet.
Der Schrecken von Al-Anfal hat sich im kollektiven Gedächtnis
festgesetzt. Die Vergangenheitsbewältigung gestaltet sich schwierig.
Der kurdische Regisseur Mano Khalil lässt Überlebende der
Anfal-Offensive zu Wort kommen. Der Film gibt den Überlebenden eine
Stimme. Zum Beispiel sprechen zwei Männer darüber, wie sie bei einer
Massenerschießung unter Leichen überlebt haben. Jetzt sagen diese
zwei Männer gegen Saddam Hussein aus.
Vorfilm: Wo Gott schläft
Dokumentarfilm; Kurdisch (Kurmanci) mit dt. UT.; Westkurdistan
(Syrien) 1998; Regie Mano Khalil; 27 Min.
Der Dokumentarfilm handelt von KurdInnen, die an der Grenze zwischen
der Türkei und Syrien leben und jeden Tag mit Polizei- und
Armeekontrollen zu tun haben. Die syrische Regierung erlaubt nicht,
dass jemand einen Film über KurdInnen macht und diesen auch noch im
Ausland zeigt. Daraufhin musste der Regisseur aus Syrien fliehen,
lebt seit 1996 als Flüchtling in der Schweiz.
Dienstag, 22.04.2008 um 19:00 Uhr
Nohutlu Pilav - Reis und Kichererbsen
Dokumentarfilm; Kurmanci, Türkisch mit engl. UT.; Nordkurdistan
(Türkei) 2005; Regie: Özkan Küçük; 45 Min.
Ein Portrait von Fahriye und ihren beiden Söhnen Arjen und Rojen.
Sie heiratet früh und ohne Erlaubnis der Familie. In Istanbul leben
sie vom Verkauf von Reis und Kichererbsen. Vor der Geburt ihres
zweiten Sohnes verlässt ihr Mann seine Frau und die Familie, um sich
der kurdischen Guerilla anzuschließen. Nun sind die Jahre vergangen
und Fahriye erzählt die Geschichte aus ihrem Blickwinkel,
gleichzeitig ist es aber auch die Geschichte ihres Mannes.
Vorfilm: Jinên dengbêj - Sängerinnen
Dokumentarfilm; Kurmanci m. engl. UT.; Nordkurdistan (Türkei) 2006;
Regie: Kollektiv von Atölyemor, 22 Min.
Abgeschnitten von der geschriebenen Kultur, haben kurdische Frauen
ihre Erfahrungen, und Geschichten von Generation zu Generation über
Geschichtenerzählen und Lieder weitervermittelt. Dieser Film
präsentiert die Erfahrungen dieser Frauen, die versuchen eine
bedrohte Kultur am Leben zu halten in Opposition zu ihren
Communities und Familien.
Mittwoch, 23.04.2008 um 19:00 Uhr
38
Dokumentarfilm; Türkisch und Kurdisch (Zazaki) mit dt. UT.; Türkei
2006; Regie: Cayan Demirel; 67 Min.
Die Stimme des kollektiven Stillschweigens und des Vergessens trägt
den Titel ‚38‘, des Jahres des Massakers im nordkurdischen Dersim.
Diejenigen, die es überlebt haben, haben bevorzugt zu schweigen. Die
tief verwurzelte Angst vor erneuten Repressalien trägt dazu bei,
dass das erlebte Trauma aufrecht erhalten und kollektiv wie ein
sorgfältig gehütetes Geheimnis im Verborgenen bleibt. Wir haben
versucht, dieses Trauma durchlässig zu machen und zu einer
geschichtlichen Berichtigung und Aufarbeitung beizutragen. Alles was
im Jahre 1938 in Dersim stattgefunden hat beinhaltet Merkmale eines
Genozids. Der aus Dersim stammende junge kurdische Regisseur Cayan
Demirel hat seine Kamera auf Überlebende, Zeitzeugen,
Wissenschaftler und nur eingeschränkt zugängliches Archivmaterial
gerichtet und versucht, die Stimme des Schweigens und Vergessens
einzufangen.“
Vorfilm: In The Name Of Tradition
England 2007; Kurdisch (Sorani) m. engl.U.; Regie: Kameel Ahmedy; 34
Min.
Aktuelle Untersuchungen haben ergeben, dass im Iran immer noch 70%
der Mädchen genital-verstümmelt werden. Eine Praxis, die auch in der
kurdischen Region des Iran stattfindet. Der film begleitet eine
Studentin, die herausgefunden hat, dass auch sie verstümmelt wurde.
Das noch junge kurdische Kino zeichnet sich insbesondere durch seine
Vielfalt aus. Nicht zuletzt durch die Teilung und Besatzung
Kurdistans sind die FilmemacherInnen von den „Filmschulen“ der
Besatzerstaaten, bzw. der Diaspora beeinflusst. Die Filme sind
Ausdruck einer wieder erstarkenden kurdischen Identität und der
Suche nach einer lange unterdrückten und verleugneten Kultur und
Geschichte. Wie auch im vergangenen Jahr richten wir unseren Blick
insbesondere auf den Befreiungskampf und die Frauen.
Veranstalter:
ISKU-Informationsstelle Kurdistan e.V.
YXK-Verband der Studierenden aus Kurdistan e.V.
Verein Freier Frauen aus Mesopotamien e.V.
Kino 3001
Veranstaltungsort der 2. Kurdischen Filmtage in Hamburg:
Kino 3001
Schanzenstr.75 (im Hof)
20357 Hamburg
Tel.:040-437679
(mit ÖPNV am besten zu erreichen über den Bhf Sternschanze)
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ISKU | Informationsstelle Kurdistan e.V.
Büro für Internet- und Öffentlichkeitsarbeit
Schanzenstr. 117; 20357 Hamburg
E- mail: isku@nadir.org; Internet: http://isku.org
Tel: 040/42102845
Bankverbindung: PB Köln, BLZ 370 100 50, Kto.Nr.: 39 68 506
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