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Kurdische Filmtage Hamburg

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Veranstaltungsort

Kino 3001
Schanzenstr.75 (im Hof)
20357 Hamburg
Tel.:040-437679
(mit ÖPNV am besten zu erreichen über den Bhf Sternschanze)

Lageplan:
<http://img407.imageshack.us/img407/6446/kino3001hamburgkurdmanida8.jpg>
Quelle: http://www.kurdmania.com/Forum-topic-2625.html
<http://www.kurdmania.com/Forum-topic-2625.html>

Programm der II. Kurdischen Filmtage Hamburg

Donnerstag, 17.04.2008 um 19:00 Uhr

Sozdar - Eine die ihr Versprechen lebt
O.m.engl.U.; NL 2007; Dokumentarfilm; Regie: Annegriet Wietsma; 70 Min.

2001 kam Nuriye Kesbir aus den kurdischen Bergen in die Niederlande, um hier in Europa die Diskussion um die Emanzipation der kurdischen Frauen die Geschlechterfrage und die neue Strategie der PKK mit den KurdInnen in Europa zu diskutieren. Am Flughafen Schiphol wurde sie aufgrund eines Auslieferungsverfahrens der Türkei, die behauptete Nuriye Kesbir sei an Anschlägen gegen türkische Soldaten beteiligt gewesen festgenommen und inhaftiert. Annegriet Wietsma wurde auf Nuriye Kesbir aufmerksam und begleitete sie viereinhalb Jahre durch diverse Gerichtsverfahren und Gefängnisaufenthalte, bis sie 2006 nach Kurdistan zurückkehrte. Regisseurin Annegriet Wietsma wird anwesend sein und über die Filmarbeiten berichten.

Vorfilm: Ein Tag mit der PKK
Kurdisch (Kurmanci, Sorani) mit engl. UT; England 2006; von: Karzan Sherabayani 7 Min.

Tausende Mitglieder der Guerilla der ArbeiterInnenpartei Kurdistans (PKK) trainieren täglich in Südkurdistan Irak. Die Türkei strebt einerseits an, der EU beizutreten, andererseits weigert sie sich noch immer die Existenz der KurdInnen und ihre Rechte anzuerkennen. Sie beschuldigt die PKK eine Terrororganisation zu sein. Der kurdische Regisseur Karzan verbringt einen Tag in einem ihrer Trainingslager.

Freitag, 18.04.2008 um 19:00 Uhr

Traces: The People of the Peacock - Spuren: die Leute des Pfaus Dokumentarfilm; Kurdisch (Kurmanci) mit engl. UT.;
Belgien/Armenien/BRD2006; Regie: Binevsa Bêrîvan; 52 Min.

Das Symbol der YezidInnen ist der Pfau. Zu Beginn des 19 Jahrhunderts wurden die yezidischen KurdInnen Opfer der Verfolgung des Osmanischen Reiches. Während dieser Phase flohen sie aus ihrer Heimat in verschiedene Länder der Region, auch nach Armenien, wo sie seit Generationen leben. Die junge kurdische Filmemacherin Binevsa Bêrîvan reist nach Armenien, um diese Menschen zu treffen und ihre reiche und vielfältige Geschichte aufzuzeigen.

Vorfilm: Sîn - Die Totenklage
Kurzfilm, Kurdisch (Kurmanci) m.dt.UT.; Nordkurdistan (Türkei) 2007; Regie: Ali Köroglu; 10 Min.

Der Kurzfilm erzählt von der Einsamkeit einer alten Frau im Dorf Kürecik in Malatya, deren Sohn an Krebs gestorben ist. Ihre besten Freunde sind ihre Katze, ihre Kuh und ihr Esel.

Samstag, 19.04.2008 um 19:00 Uhr

Vinterland
Spielfilm; Kurdisch (Sorani), Norwegisch mit engl. UT.; Norwegen 2007; Regie: Hisham Zaman; 52 Min.

Renas ist ein gut integrierter kurdischer Flüchtling, der in einer abgelegenen Gegend in Nordnorwegen lebt. Er hat alles was er braucht, abgesehen von einer Ehefrau. Mit Hilfe einer Heiratsagentur im Irak heiratet er eine kurdische Frau, Fermesk. Aber die Heirat hat einen schwierigen Start, als Fermesk in Norwegen ankommt. Weder ihr Ehemann, noch das Land erscheint ihr so, wie sie sich das vorgestellt hat. Auch Renas hat eine andere Frau erwartet, zumal Fermesk ihm gesteht nicht mehr Jungfrau zu sein.

Vorfilm: Sovereignity in the Sky
Kurzfilm; GB 2006; Regie: Kameel Ahmedy; 3 Min.

Ethnographisches Portrait eines Tee Mannes, der bei Roj TV dem kurdischen Satelliten Fernsehen arbeitet, welches die Türkei versucht zu verbieten. Roj TV spielt eine wichtige Rolle in für die kurdische Diaspora.

Sonntag, 20.04.2008 um 15:00 Uhr

Hoppet
Kinderfilm; Schweden 2007; Regie: Peter Næss; 90 Min. ab 6 Jahren

Der zwölfjährige Azad ist ein begeisterter Hochspringer. Doch in seiner Heimat im Mittleren Osten herrscht Bürgerkrieg und er kann von einer Hochsprungkarriere nur träumen. Eines Tages beschließt seine Familie zu Verwandten nach Deutschland zu fliehen. Zuerst sollen Azad und sein zwei Jahre älterer Bruder Tigris ausreisen - ihre Eltern wollen sobald wie möglich nachkommen. Zu spät bemerken Azad und Tigris auf ihrer Flucht, dass sie von Schleppern betrogen wurden und so landen die Kinder in Stockholm. Zum Glück findet Azad Freunde, die ihm helfen und als er im Schulsportverein sein Springertalent unter Beweis stellen kann und das Team zu einer Meisterschaft nach Berlin eingeladen wird, ergreift Azad die ihm gebotene Chance, seine Eltern zu suchen… „Hoppet“ bedeutet sowohl „Sprung“ als auch „Hoffnung“.

Sonntag, 20.04.2008 um 19:00 Uhr

Widerstand - Berxwedan
Dokumentarfilm; Türkisch, Kurmanci mit engl. UT.; Italien 2007; Regie: Orsola Casagrande, Bibi Bozzato; 40 Min.

Der Dokumentarfilm portraitiert die kurdische Band Koma Berxwedan und wurde von der italienischen linken Tageszeitung Il Manifesto produziert. Er ist gleichzeitig die Geschichte des kurdischen Befreiungskampfes. Koma Berxwedan ist eine der interessantesten experimentierfreudigsten und innovativsten Bands in der kurdischen Musikszene. Auch aus tiefer Liebe zu allen Aspekten der Musik hat die Band immer eine starke politische Aussage in ihrer Musik gelegt. Es ist kein Zufall, dass einige Mitglieder der Gruppe sich der kurdischen Guerilla in den Bergen angeschlossen haben. Einige haben auch ihr Leben verloren. Andere wurden gezwungen im Exil zu leben. Andere arbeiten noch immer in Kurdistan trotz aller Schwierigkeiten und Repression.

Blindekuh - Gözmece
Dokumentarfilm; Türkisch, Kurmanci, mit engl. UT.; Nordkurdistan (Türkei) 2006; Regie: Aydin Sevinç; 45 Min.

Am 24. März 2006, drei Tage nach Newroz, dem kurdischen Neujahrsfest, das in Diyarbakir von einer Million Menschen besucht wurde, wurden 14 Mitglieder der PKK bei einer Auseinandersetzung mit türkischen Soldaten getötet. Beweise lagen vor, dass sie durch chemische Waffen getötet wurden. Ihr Begräbnis wurde von tausenden Menschen besucht. Die türkische Polizei griff die Trauernden an und tötete sieben Menschen, darunter sechs Kinder. Der Filmemacher Aydin Sevinç spricht mit den betroffenen Familien und hört aus erster Hand die Berichte der Kinder von Diyarbakir.

Montag, 21.04.2008 um 19:00 Uhr

Al Anfal – im Namen von Allah, Baath und Saddam
Dokumentarfilm; Kurdisch (Sorani) mit dt. UT.; Schweiz 2005; Regie: Mano Khalil; 52 Min.

Al Anfal ist der Name der achten Sure des Koran. Der Film dokumentiert die sogenannten Anfal-Offensiven von 1987 bis 1988 gegen die KurdInnen. Bis zu 182.000 KurdInnen wurden damals getötet. Der Schrecken von AlAnfal hat sich im kollektiven Gedächtnis festgesetzt. Die Vergangenh eitsbewältigung gestaltet sich schwierig. Der kurdische Regisseur Mano Khalil lässt Überlebende der Anfal-Offensive zu Wort kommen. Der Film gibt den Überlebenden eine Stimme. Zum Beispiel sprechen zwei Männer darüber, wie sie bei einer Massenerschießung unter Leichen überlebt haben. Jetzt sagen diese zwei Männer gegen Saddam Hussein aus.

Vorfilm: Wo Gott schläft
Dokumentarfilm; Kurdisch (Kurmanci) mit dt. UT.; Westkurdistan (Syrien) 1998; Regie Mano Khalil; 27 Min.

Der Dokumentarfilm handelt von KurdInnen, die an der Grenze zwischen der Türkei und Syrien leben und jeden Tag mit Polizei- und Armeekontrollen zu tun haben. Die syrische Regierung erlaubt nicht, dass jemand einen Film über KurdInnen macht und diesen auch noch im Ausland zeigt. Daraufhin musste der Regisseur aus Syrien fliehen, lebt seit 1996 als Flüchtling in der Schweiz.

Dienstag, 22.04.2008 um 19:00 Uhr

Nohutlu Pilav - Reis und Kichererbsen
Dokumentarfilm; Kurmanci, Türkisch mit engl. UT.; Nordkurdistan (Türkei) 2005; Regie: Özkan Küçük; 45 Min.

Ein Portrait von Fahriye und ihren beiden Söhnen Arjen und Rojen. Sie heiratet früh und ohne Erlaubnis der Familie. In Istanbul leben sie vom Verkauf von Reis und Kichererbsen. Vor der Geburt ihres zweiten Sohnes verlässt ihr Mann seine Frau und die Familie, um sich der kurdischen Guerilla anzuschließen. Nun sind die Jahre vergangen und Fahriye erzählt die Geschichte aus ihrem Blickwinkel, gleichzeitig ist es aber auch die Geschichte ihres Mannes.

Vorfilm: Jinên dengbêj - Sängerinnen
Dokumentarfilm; Kurmanci m. engl. UT.; Nordkurdistan (Türkei) 2006; Regie: Kollektiv von Atölyemor, 22 Min.

Abgeschnitten von der geschriebenen Kultur, haben kurdische Frauen ihre Erfahrungen, und Geschichten von Generation zu Generation über Geschichtenerzählen und Lieder weitervermittelt. Dieser Film präsentiert die Erfahrungen dieser Frauen, die versuchen eine bedrohte Kultur am Leben zu halten in Opposition zu ihren Communities und Familien.

Mittwoch, 23.04.2008 um 19:00 Uhr

38
Dokumentarfilm; Türkisch und Kurdisch (Zazaki) mit dt. UT.; Türkei 2006; Regie: Cayan Demirel; 67 Min.

Die Stimme des kollektiven Stillschweigens und des Vergessens trägt den Titel ‚38‘, des Jahres des Massakers im nordkurdischen Dersim. Diejenigen, die es überlebt haben, haben bevorzugt zu schweigen. Die tief verwurzelte Angst vor erneuten Repressalien trägt dazu bei, dass das erlebte Trauma aufrecht erhalten und kollektiv wie ein sorgfältig gehütetes Geheimnis im Verborgenen bleibt. Wir haben versucht, dieses Trauma durchlässig zu machen und zu einer geschichtlichen Berichtigung und Aufarbeitung beizutragen. Alles was im Jahre 1938 in Dersim stattgefunden hat beinhaltet Merkmale eines Genozids. Der aus Dersim stammende junge kurdische Regisseur Cayan Demirel hat seine Kamera auf Überlebende, Zeitzeugen, Wissenschaftler und nur eingeschränkt zugängliches Archivmaterial gerichtet und versucht, die Stimme des Schweigens und Vergessens einzufangen.“

Vorfilm: In The Name Of Tradition
England 2007; Kurdisch (Sorani) m. engl.U.; Regie: Kameel Ahmedy; 34 Min.

Aktuelle Untersuchungen haben ergeben, dass im Iran immer noch 70% der Mädchen genital-verstümmelt werden. Eine Praxis, die auch in der kurdischen Region des Iran stattfindet. Der film begleitet eine Studentin, die herausgefunden hat, dass auch sie verstümmelt wurde.


Das noch junge kurdische Kino zeichnet sich insbesondere durch seine Vielfalt aus. Nicht zuletzt durch die Teilung und Besatzung Kurdistans sind die FilmemacherInnen von den „Filmschulen“ der Besatzerstaaten, bzw. der Diaspora beeinflusst. Die Filme sind Ausdruck einer wieder erstarkenden kurdischen Identität und der Suche nach einer lange unterdrückten und verleugneten Kultur und Geschichte. Wie auch im vergangenen Jahr richten wir unseren Blick insbesondere auf den Befreiungskampf und die Frauen.

Veranstalter:
ISKU-Informationsstelle Kurdistan e.V.
YXK-Verband der Studierenden aus Kurdistan e.V.
Verein Freier Frauen aus Mesopotamien e.V.
Kino 3001

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04.04.08    Kurdistan Infos <kigb@gmx.de>
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