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news: 21.3.2008

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Newroza we pîroz be
Newroz 2008 in Amed/Diyarbakir

Angriffe auf Newrozfeiern
Drei Tote bei Newroz in Qamislo

Bei einer Newrozfeier in Qamislo in Syrien sind am Donnerstag drei Personen von Militärs erschossen worden. Mehrere Personen wurden verletzt. In mehreren Städten in Kurdistan und der Türkei sind Newrozfeiern von Sicherheitskräften angegriffen worden. In
Izmir-Narlidere wurden vier Personen verletzt, als die Polizei gegen die Feiernden intervenierte und in die Luft schoss. In Cizre wurden fünf Personen angeschossen. In Yüksekova, Van, Viransehir und Silopi kam es zu Straßenschlachten. In Adana wurden nach Newrozfeiern in mehreren Stadtteilen knapp 30 Personen bei Hausdurchsuchungen festgenommen. Die DTP verurteilte das in Städten wie Batman, Van und Yüksekova von den Gouverneursämtern ausgesprochene Verbot der Feierlichkeiten und machte die AKP-Regierung für mögliche
Auseinandersetzungen verantwortlich.

Quelle: DIHA, 20.03.2008, ISKU

12 Personen in Aydin verhaftet

In Aydin sind zwölf Personen verhaftet worden. Ihnen wird
vorgeworfen, bei einer von der DTP organisierten Kundgebung gegen die grenzüberschreitende Militäroperation der türkischen Armee am 5. März Parolen für die PKK gerufen zu haben.

Quelle: ANF, 20.03.2008, ISKU

derStandard.at, 20.03.2008

TV-Sender: Türkische Luftwaffe greift erneut PKK-Stellungen an

Keine Berichte über mögliche Opfer - Generalstabschef bestreitet Druck aus Washington Die türkische Luftwaffe hat laut einem bisher unbestätigten Medienbericht neuerlich Stellungen kurdischer Rebellen im Nordirak angegriffen. Kampfflugzeuge hätten nach
Aufklärungsflügen im Grenzgebiet Ziele der Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) bombardiert, berichtete der private Fernsehsender NTV. Berichte über Opfer unter Zivilpersonen habe es zunächst nicht gegeben. Die Streitkräfte bestätigten den Bericht zunächst nicht.

Opposition wirft Regierung Umfaller vor

Generalstabschef Yasar Büyükanit hatte allerdings angekündigt, dass die Angriffe gegen PKK-Rebellen im Nordirak nach einer achttägigen Bodenoffensive im Februar fortgesetzt würden. Ende Februar hatten sich die türkischen Truppen aus dem Nordirak zurückgezogen, wo sie in einer grenzüberschreitenden Offensive acht Tage lang gegen die PKK vorgegangen waren. Die Opposition im türkischen Parlament warf der Regierung daraufhin vor, die Militäraktion nur wegen des Drucks aus Washington verfrüht beendet zu haben.

Generalstabschef bestreitet US-Druck

General Büyükanit bestritt, dass Ankara seine Offensive im Nordirak auf Druck der USA beenden musste. Er kündigte seinen Rücktritt an, sollten die Beschuldigungen bewiesen werden. Bei den achttägigen Gefechten im Nordirak wurden nach Angaben des türkischen
Generalstabs mehr als 240 PKK-Kämpfer und 27 türkische Soldaten getötet. Nach Berichten türkischer Medien waren zeitweise bis zu 10.000 Soldaten im Nordirak im Einsatz. (APA)

indymedia, 20.03.2008

Berlin: 300 bei Newroz-Demo

Heute sollte in Berlin eine Demonstration anlässlich der
Newroz-Feierlichkeiten stattfinden, an der sich rund 300 Personen aus dem kurdischen, sowie linken Spektrum beteiligen wollten. Morgen ist Newroz, das kurdische Neujahrsfest.

http://de.wikipedia.org/wiki/Newroz

Aus diesem Anlass gibt es in
Europa und den Staaten, in denen das kurdische Siedlungsgebiet liegt Aktionen, Demonstrationen und Feste. Insbesondere in der Türkei und ihren Metropolen kommt es in Bezirken, in denen viele Kurd_Innen leben zu Ausschreitungen, bei denen es regelmäßig auch Tote gibt.

In Berlin riefen aus diesem Grund das Kurdistan Solidaritätskomitee und der Kurdische Verein Berlins zu einer Demonstration einen Tag vor dem Fest, am 20.3.2008, auf. Zu dieser kamen rund 300 Personen, von denen rund 10% dem linken Spektrum zuzuordnen waren. Die Demonstration, beginnend am Hermannplatz, sollte zum Kottbusser Tor durch den Kottbusser Damm laufen, wurde allerdings gleich zu Beginn wieder einmal mit einem lächerlichen Verbot hinsichtlich der Öcalan-Fahnen belegt. Dieses wurde den Veranstaltern erst 5 Minuten nach Anfang der Demo mitgeteilt, sodass diese sich nun gezwungen sahen die Demo am Anfangsort abzubrechen. Zunächst kam es nun zu einer Sitzblockade, die mit Gesang und Tanz nach rund 5 Minuten beendet wurde.

Nach etwa weiteren 20 Minuten zog die Personengruppe nun, allen voran die Jugendlichen, durch den eigentlich durch Cops abgesperrten Kottbusser Damm. Da die Polizei dies sich nun nicht gefallen lassen wollte, agierten nun, weshalb es zu Rennereien kam ehe es den Cops gelang eine Art Keil zwischen die Gruppe zu ziehen. Ein Teil der Gruppe konnte nun weiterziehen, während die anderen zurück zum Hermannplatz laufen sollten. Letztendlich sammelten sich rund 150 Personen am Görlitzer Bahnhof und tanzen dort noch und zelebrierten das Newroz-Fest. Während dessen wurden in der nahegelegenen Oranienstraße rund 20 kurdische Jugendliche von den
Bereitschaftspolizisten der 14. Einsatzhundertschaft an die Wand gestellt und es wurde eine etwa 1-stündige Personalienkontrolle durchgeführt, die erst durch 2 herbeigeeilte Rechtsanwälte verkürzt werden konnte und schließlich gegen 18.30 Uhr abgebrochen wurde. Währenddessen sammelten sich phasenweise rund 50 Sympathisant_Innen, weshalb die Polizisten zur Verstärkung nun BFZ-Cops hinzu ziehen mussten.

Gegen das Öcalan-Fahnen-Verbot wurde nun erstmals Klage eingereicht. Insgesamt ein sehr kämpferischer Abend im Zeichen des Newroz-Festes. Es ist weiter zu hoffen, dass die Beteiligung von Linken auf den Demonstrationen für Frieden und Freiheit in Kurdistan zunimmt.

HOCH DIE INTERNATIONALE SOLIDARITÄT!

derStandard.at, 21.03.2008

Polizei tötet drei Kurden

Laut Menschenrechtsorganisation - Zehn Zivilisten bei Zwischenfall zum kurdischen Neujahrsfest verletzt

Damaskus - Polizisten haben in der syrischen Stadt Qamishli drei junge Kurden erschossen. Das berichtete eine syrische
Menschenrechtsorganisation am Freitag unter Berufung auf
Augenzeugen. Zehn weitere Zivilisten sollen bei dem Zwischenfall am Donnerstagabend verletzt worden sein. Den Angaben zufolge war es zum Streit zwischen den Polizisten und den jungen Männern gekommen, weil diese auf der Straße Kerzen angezündet hatten, um das Neujahrsfest "Newroz" zu feiern.

Qamishli liegt nahe der Grenze zur Türkei. Im Jahr 2004 war es in der Stadt nach einem Fußballspiel zu Unruhen gekommen. Die Polizei hatte damals 30 Kurden erschossen. Viele Angehörige der kurdischen Minderheit in Syrien sind offiziell staatenlos. (APA/dpa)

taz, 20.03.2008

"newroz" in bremen

Dialog zum Jahreswechsel

Am christlichen Karfreitag feiern die KurdInnen in Bremen Neujahr

Was feiern Sie heute?

Yuksel Koc, Birati e.V.: Heute ist Newroz, das kurdische
Neujahrsfest. Es geht zurück auf den Sieg der Kurden, Perser und Afghanen gegen ihre Unterdrückung durch das Volk der Assyrer.

Klingt, als ob es lange her wäre.

Das war 621 vor Christus.

Und wie begehen Sie Newroz?

Heute ziehen wir als Demonstration vom Sielwall zum Schlachthof. Dort gibt es dann ein großes Feuer. Morgen laden wir alle Freunde zu einem Empfang in unser Vereinslokal.

Über das Feuer wird traditionell gesprungen. Weshalb?

Das ist auch in der Zeit des Sieges gegen die Assyrer entstanden. Damals war das ein Symbol des Sieges.

Symbolisiert das Fest heute noch etwas?

Das wandelt sich mit der Zeit. Vor zehn Jahren hatte die kurdische Bewegungen ein viel offensiveres Programm. Damals ging es um Revolution und Widerstand. In diesem Jahre rufen wir an Newroz zum Dialog auf.

Woher der Sinneswandel?

Einiges hat sich geändert. Mittlerweile darf man zum Beispiel in der Türkei - unter großen Einschränkungen - Newroz feiern. Früher war das verboten.

Haben sich die Fronten nicht verhärtet? Die Türkei hat gerade eine Großoffensive im Nordirak beendet.

Wir sehen den Rückzug der türkischen Armee als Ergebnis des Widerstandes der Kurden. Trotzdem rufen wir zum Dialog auf. Krieg bedeutet immer: Junge Kurden und junge Türken sterben. Das wollen wir nicht.

Fragen: Christian Jakob

Kurdischer Newroz-Empfang: Freitag, 17 Uhr im Kurdischen Verein "Birati", An der Weide 27.


ISKU | Informationsstelle Kurdistan e.V.
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21.03.08    Kurdistan Infos <kigb@gmx.de>
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