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Newroza we pîroz be
Newroz 2008 in Amed/Diyarbakir
Angriffe auf Newrozfeiern
Drei Tote bei Newroz in Qamislo
Bei einer Newrozfeier in Qamislo in Syrien sind am Donnerstag drei
Personen von Militärs erschossen worden. Mehrere Personen wurden
verletzt. In mehreren Städten in Kurdistan und der Türkei sind
Newrozfeiern von Sicherheitskräften angegriffen worden. In
Izmir-Narlidere wurden vier Personen verletzt, als die Polizei gegen
die Feiernden intervenierte und in die Luft schoss. In Cizre wurden
fünf Personen angeschossen. In Yüksekova, Van, Viransehir und Silopi
kam es zu Straßenschlachten. In Adana wurden nach Newrozfeiern in
mehreren Stadtteilen knapp 30 Personen bei Hausdurchsuchungen
festgenommen. Die DTP verurteilte das in Städten wie Batman, Van und
Yüksekova von den Gouverneursämtern ausgesprochene Verbot der
Feierlichkeiten und machte die AKP-Regierung für mögliche
Auseinandersetzungen verantwortlich.
Quelle: DIHA, 20.03.2008, ISKU
12 Personen in Aydin verhaftet
In Aydin sind zwölf Personen verhaftet worden. Ihnen wird
vorgeworfen, bei einer von der DTP organisierten Kundgebung gegen
die grenzüberschreitende Militäroperation der türkischen Armee am 5.
März Parolen für die PKK gerufen zu haben.
Quelle: ANF, 20.03.2008, ISKU
derStandard.at, 20.03.2008
TV-Sender: Türkische Luftwaffe greift erneut PKK-Stellungen an
Keine Berichte über mögliche Opfer - Generalstabschef bestreitet
Druck aus Washington Die türkische Luftwaffe hat laut einem bisher
unbestätigten Medienbericht neuerlich Stellungen kurdischer Rebellen
im Nordirak angegriffen. Kampfflugzeuge hätten nach
Aufklärungsflügen im Grenzgebiet Ziele der Arbeiterpartei Kurdistans
(PKK) bombardiert, berichtete der private Fernsehsender NTV.
Berichte über Opfer unter Zivilpersonen habe es zunächst nicht
gegeben. Die Streitkräfte bestätigten den Bericht zunächst nicht.
Opposition wirft Regierung Umfaller vor
Generalstabschef Yasar Büyükanit hatte allerdings angekündigt, dass
die Angriffe gegen PKK-Rebellen im Nordirak nach einer achttägigen
Bodenoffensive im Februar fortgesetzt würden. Ende Februar hatten
sich die türkischen Truppen aus dem Nordirak zurückgezogen, wo sie
in einer grenzüberschreitenden Offensive acht Tage lang gegen die
PKK vorgegangen waren. Die Opposition im türkischen Parlament warf
der Regierung daraufhin vor, die Militäraktion nur wegen des Drucks
aus Washington verfrüht beendet zu haben.
Generalstabschef bestreitet US-Druck
General Büyükanit bestritt, dass Ankara seine Offensive im Nordirak
auf Druck der USA beenden musste. Er kündigte seinen Rücktritt an,
sollten die Beschuldigungen bewiesen werden. Bei den achttägigen
Gefechten im Nordirak wurden nach Angaben des türkischen
Generalstabs mehr als 240 PKK-Kämpfer und 27 türkische Soldaten
getötet. Nach Berichten türkischer Medien waren zeitweise bis zu
10.000 Soldaten im Nordirak im Einsatz. (APA)
indymedia, 20.03.2008
Berlin: 300 bei Newroz-Demo
Heute sollte in Berlin eine Demonstration anlässlich der
Newroz-Feierlichkeiten stattfinden, an der sich rund 300 Personen
aus dem kurdischen, sowie linken Spektrum beteiligen wollten. Morgen
ist Newroz, das kurdische Neujahrsfest.
http://de.wikipedia.org/wiki/Newroz
Aus diesem Anlass gibt es in
Europa und den Staaten, in denen das kurdische Siedlungsgebiet liegt
Aktionen, Demonstrationen und Feste. Insbesondere in der Türkei und
ihren Metropolen kommt es in Bezirken, in denen viele Kurd_Innen
leben zu Ausschreitungen, bei denen es regelmäßig auch Tote gibt.
In Berlin riefen aus diesem Grund das Kurdistan Solidaritätskomitee
und der Kurdische Verein Berlins zu einer Demonstration einen Tag
vor dem Fest, am 20.3.2008, auf. Zu dieser kamen rund 300 Personen,
von denen rund 10% dem linken Spektrum zuzuordnen waren. Die
Demonstration, beginnend am Hermannplatz, sollte zum Kottbusser Tor
durch den Kottbusser Damm laufen, wurde allerdings gleich zu Beginn
wieder einmal mit einem lächerlichen Verbot hinsichtlich der
Öcalan-Fahnen belegt. Dieses wurde den Veranstaltern erst 5 Minuten
nach Anfang der Demo mitgeteilt, sodass diese sich nun gezwungen
sahen die Demo am Anfangsort abzubrechen. Zunächst kam es nun zu
einer Sitzblockade, die mit Gesang und Tanz nach rund 5 Minuten
beendet wurde.
Nach etwa weiteren 20 Minuten zog die Personengruppe nun, allen
voran die Jugendlichen, durch den eigentlich durch Cops abgesperrten
Kottbusser Damm. Da die Polizei dies sich nun nicht gefallen lassen
wollte, agierten nun, weshalb es zu Rennereien kam ehe es den Cops
gelang eine Art Keil zwischen die Gruppe zu ziehen. Ein Teil der
Gruppe konnte nun weiterziehen, während die anderen zurück zum
Hermannplatz laufen sollten. Letztendlich sammelten sich rund 150
Personen am Görlitzer Bahnhof und tanzen dort noch und zelebrierten
das Newroz-Fest. Während dessen wurden in der nahegelegenen
Oranienstraße rund 20 kurdische Jugendliche von den
Bereitschaftspolizisten der 14. Einsatzhundertschaft an die Wand
gestellt und es wurde eine etwa 1-stündige Personalienkontrolle
durchgeführt, die erst durch 2 herbeigeeilte Rechtsanwälte verkürzt
werden konnte und schließlich gegen 18.30 Uhr abgebrochen wurde.
Währenddessen sammelten sich phasenweise rund 50 Sympathisant_Innen,
weshalb die Polizisten zur Verstärkung nun BFZ-Cops hinzu ziehen
mussten.
Gegen das Öcalan-Fahnen-Verbot wurde nun erstmals Klage eingereicht.
Insgesamt ein sehr kämpferischer Abend im Zeichen des Newroz-Festes.
Es ist weiter zu hoffen, dass die Beteiligung von Linken auf den
Demonstrationen für Frieden und Freiheit in Kurdistan zunimmt.
HOCH DIE INTERNATIONALE SOLIDARITÄT!
derStandard.at, 21.03.2008
Polizei tötet drei Kurden
Laut Menschenrechtsorganisation - Zehn Zivilisten bei Zwischenfall
zum kurdischen Neujahrsfest verletzt
Damaskus - Polizisten haben in der syrischen Stadt Qamishli drei
junge Kurden erschossen. Das berichtete eine syrische
Menschenrechtsorganisation am Freitag unter Berufung auf
Augenzeugen. Zehn weitere Zivilisten sollen bei dem Zwischenfall am
Donnerstagabend verletzt worden sein. Den Angaben zufolge war es zum
Streit zwischen den Polizisten und den jungen Männern gekommen, weil
diese auf der Straße Kerzen angezündet hatten, um das Neujahrsfest
"Newroz" zu feiern.
Qamishli liegt nahe der Grenze zur Türkei. Im Jahr 2004 war es in
der Stadt nach einem Fußballspiel zu Unruhen gekommen. Die Polizei
hatte damals 30 Kurden erschossen. Viele Angehörige der kurdischen
Minderheit in Syrien sind offiziell staatenlos. (APA/dpa)
taz, 20.03.2008
"newroz" in bremen
Dialog zum Jahreswechsel
Am christlichen Karfreitag feiern die KurdInnen in Bremen Neujahr
Was feiern Sie heute?
Yuksel Koc, Birati e.V.: Heute ist Newroz, das kurdische
Neujahrsfest. Es geht zurück auf den Sieg der Kurden, Perser und
Afghanen gegen ihre Unterdrückung durch das Volk der Assyrer.
Klingt, als ob es lange her wäre.
Das war 621 vor Christus.
Und wie begehen Sie Newroz?
Heute ziehen wir als Demonstration vom Sielwall zum Schlachthof.
Dort gibt es dann ein großes Feuer. Morgen laden wir alle Freunde zu
einem Empfang in unser Vereinslokal.
Über das Feuer wird traditionell gesprungen. Weshalb?
Das ist auch in der Zeit des Sieges gegen die Assyrer entstanden.
Damals war das ein Symbol des Sieges.
Symbolisiert das Fest heute noch etwas?
Das wandelt sich mit der Zeit. Vor zehn Jahren hatte die kurdische
Bewegungen ein viel offensiveres Programm. Damals ging es um
Revolution und Widerstand. In diesem Jahre rufen wir an Newroz zum
Dialog auf.
Woher der Sinneswandel?
Einiges hat sich geändert. Mittlerweile darf man zum Beispiel in der
Türkei - unter großen Einschränkungen - Newroz feiern. Früher war
das verboten.
Haben sich die Fronten nicht verhärtet? Die Türkei hat gerade eine
Großoffensive im Nordirak beendet.
Wir sehen den Rückzug der türkischen Armee als Ergebnis des
Widerstandes der Kurden. Trotzdem rufen wir zum Dialog auf. Krieg
bedeutet immer: Junge Kurden und junge Türken sterben. Das wollen
wir nicht.
Fragen: Christian Jakob
Kurdischer Newroz-Empfang: Freitag, 17 Uhr im Kurdischen Verein
"Birati", An der Weide 27.
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