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news: 19.3.2008

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Kein Besuch bei Öcalan

Mit der Begründung, das schlechte Wetter lasse eine Überfahrt zur Gefängnisinsel Imrali nicht zu, ist am Mittwoch der Besuch seiner Verteidiger bei Abdullah Öcalan verhindert worden.

Quelle: ANF, 19.03.2008, ISKU

Newroz-Delegationen auf dem Weg

Nach Angaben des DTP-Europavertreters Faik Yagizay werden die Newrozfeiern in Kurdistan in diesem Jahr von zwölf Delegationen aus Europa besucht. Aus Deutschland und Italien fahren jeweils vier Delegationen, aus Frankreich, Belgien und Schweden jeweils eine. Auch eine Delegation des Europaparlaments wird die Newrozveranstaltungen beobachten. Anlaufpunkte der Delegationen sind vor allem Amed, Hasankeyf, Dersim, Bingöl, Mardin, Urfa, ??rnak und Hakkari. In Hasankeyf wird eine besondere Veranstaltung der Delegationen stattfinden.

Quelle: ÖP, 19.03.2008, ISKU

Kriegsdienstverweigerer verhaftet

Der Kriegsdienstverweigerer Ismail Saygin ist in Istanbul bei einer Ausweiskontrolle verhaftet und ins Militärgefängnis Maltepe überstellt worden. Innerhalb von drei Tagen soll er einer Militäreinheit in Kars übergeben werden. Saygin hatte im November 2006 auf einer
Pressekonferenz im Menschenrechtsverein in Istanbul öffentlich erklärt, den Militärdienst aus Gewissensgründen zu verweigern.

Quelle: ANF, 17.03.2008, ISKU

Haftstrafen gegen kurdische Journalisten

Die im Rahmen einer Razzia in der Zweigstelle der Tageszeitung Gündem in Mersin im April letzten Jahres festgenommenen Korrespondenten der Nachrichtenagentur DIHA Ali Bulus und Mehmet Karaaslan sowie der Gündem-Vertreter Bayram Parlak sind wegen „Mitgliedschaft in einer terroristischen Organisation“ sowie Unterstützung derselbigen zu jeweils sechs Jahren und drei Monaten Haftstrafe verurteilt worden. Ihr Verteidiger kündigte Revision an.

Quelle: ANF, 17.03.2008, ISKU

Junge Welt, 19.03.2008
Repression vor Newroz

Türkei: Schikanen gegen Vorbereitungen auf das kurdische Neujahrsfest in türkischen Städten

Von Nick Brauns

Wenige Tage vor dem kurdischen Neujahrsfest Newroz laufen in zahlreichen Städten der Türkei die Vorbereitungen für die Feiern am 21. März. Veranstalter der Feiern, zu denen landesweit Millionen Teilnehmer erwartet werden, ist die im Parlament vertretene kurdische »Partei für eine Demokratische Gesellschaft« DTP zusammen mit Gewerkschaften, Frauenorganisationen und Gewerkschaften sowie einzelnen türkischen sozialistischen Gruppierungen.

Das Newroz-Fest in der Metropole Diyarbakir wird unter dem spanischsprachigen zapatistischen Motto »Ya Basta!« – »Es reicht!« stehen. Die auf zahlreichen Antikriegskundgebungen der letzten Monate verwendete gleiche Parole in kurdischer Sprache »Êdî bes e« war zuvor von einem Gericht in der Stadt Van als angeblicher Aufruf der Arbeiterpartei Kurdistans PKK zu einer zivilen Revolte verboten worden. Daraufhin ließ die von der DTP gestellte Stadtverwaltung von Diyarbakir Plakate mit dem spanischsprachigen »Ya Basta« kleben.

Verboten ist in mehreren Städten auch der Gebrauch des kurdischen Wortes »Newroz«, da hier der im türkischen Alphabet nicht vorhandene Buchstabe W vorkommt. In der Stadt Osmaniye forderte ein übereifriger Gouverneur das örtliche Newroz-Vorbereitungskomitee dazu auf, neben dem »W« auch das »O« zu entfernen und nur das türkifizierte Wort »Nevruz« zu verwenden. In den letzten Jahren waren Newroz-Feierlichkeiten in Osmaniye, Tunceli oder Istanbul bereits mit der Begründung verboten worden, daß das türkische Parteiengesetz im politischen Zusammenhang den Gebrauch anderer Sprachen als Türkisch verbietet.

Überschattet werden die Newroz-Vorbereitungen auch von einem Anfang der Woche vor dem Obersten Gericht gestellten Verbotsantrag der türkischen Generalstaatsanwaltschaft gegen die DTP. Die DTP sei der verlängerte Arm der verbotenen Arbeiterpartei Kurdistans PKK, so der
Generalstaatsanwalt. Sie unterstützte den bewaffneten Kampf und folge den Weisungen des auf der Gefängnisinsel Imrali inhaftierten PKKF ührers Abdullah Öcalan. Die Generalstaatsanwaltschaft hat zudem ein fünfjähriges politisches Betätigungsverbot gegen acht
Parlamentsabgeordnete der DTP und zahlreiche Lokalpolitiker der Partei gefordert. In der vergangenen Woche hatte Staatspräsident Abdullah Gül eine Delegation von DTP-Politikern empfangen und ihnen angeboten, die DTP solle »Teil der Lösung und nicht Teil des Problems« sein. Wie dies zu verstehen ist, hatte Ministerpräsident Tayyip Erdogan am gleichen Tag vor Journalisten deutlich gemacht. »Ich kann nicht mit DTPPolitikern sprechen, bevor sie die verbotene PKK als terroristische Organisation anerkennen«, wies Erdogan den Wunsch von DTP-Fraktionschef Ahmet Türk nach politischen Gesprächen zurück.

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20.03.08    Kurdistan Infos <kigb@gmx.de>
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