|
## Nachricht zur Information/Dokumentation weitergeleitet
20. Jahrestag des Genozids von Halabja – Die Händler des Todes
dürfen nicht straffrei bleiben
Zum 20.Jahrestag des irakischen Giftgasangriffs gegen die
irakisch-kurdische Stadt Halabja am 16.März 1988 erklärt die
innenpolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE, Ulla Jelpke:
Am Vormittag des 16.März 1988 griff die irakische Luftwaffe die
eigene Bevölkerung in der kurdischen Stadt Halabja mit Giftgas an.
Mindestens 5000 Zivilisten starben an diesem Tag, 10.000 wurden
lebensgefährlich verletzt und erlagen oft Jahre später den Folgen
des Giftes. Bis heute leiden die Einwohner von Halabja an Krebs-,
Haut- und Atemwegserkrankungen, genetischen Missbildungen und den
psychischen Folgen des Massakers. Der Giftgasangriff war der
Höhepunkt der völkermörderischen Anfal-Kampagne des Baathregimes
gegen kurdische Autonomiebestrebungen. 4500 kurdische Siedlungen
wurden damals zerstört, bis zu 180.000 Menschen verschleppt und
ermordet. In mindestens 42 Fällen kam Giftgas zum Einsatz.
Teile der deutschen Wirtschaft und die damaligen Bundesregierungen
trifft eine erhebliche Mitverantwortung. Während des Krieges gegen
den Iran Mitte der 80er Jahre war der Irak der viertgrößte Empfänger
deutscher Rüstungsgüter. 70% der irakischen
Giftgasproduktionsanlagen wurden von rund 60 deutschen Firmen
geliefert. Obwohl die Bundesregierung nach eigenen Angaben seit 1984
durch die USA und den Bundesnachrichtendienst über die Rolle
deutscher Firmen beim Bau irakischer Giftgaslabore informiert war,
wurden die Ermittlungen gegen die Händler des Todes jahrelang
verschleppt. Die wenigen Prozesse gegen deutsche Lieferanten von
Giftgastechnologie endeten Mitte der 90er Jahre mit
Verfahrenseinstellungen, Freisprüchen und Bewährungsstrafen. Einige
der damaligen Händler des Todes verdienen heute wieder am Irak- und
Kurdistangeschäft.
Die Bundesregierung ist aufgefordert, das irakische Giftgasmassaker
von Halabja und die Anfal-Kampagne nach 20 Jahren endlich als
Völkermord anzuerkennen und die deutsche Mitverantwortung
einzugestehen. Saddam Husseins deutsche Giftgaslieferanten müssen
für ihre Beihilfe zu Kriegsverbrechen bestraft und die ihre Opfer
entschädigt werden.
Weiterhin ist deutsche Militärtechnik im Einsatz gegen Kurden. Die
türkische Armee nutzt für die Unterdrückung der Kurden in der Türkei
und ihren Überfall auf den Nordirak Panzer, LKW und Gewehre aus
deutscher Produktion und Lieferung. Diese Militärhilfe für die
Türkei muss sofort gestoppt werden.
--
Ulla Jelpke, MdB
Innenpolitische Sprecherin
Fraktion DIE LINKE
Platz der Republik 1
11011 Berlin
Tel: (030) 227-71253
Fax: (030) 227-76751
Mail: ulla.jelpke@bundestag.de
Web : http://www.ulla-jelpke.de
http://www.linksfraktion.de/
|