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news: 10.3.2008

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8. März

Der diesjährige internationale Frauentag 8. März in Kurdistan und der Türkei richtete sich gegen Patriarchat, Krieg und jede Form von Gewalt. Die Beteiligung an den Demonstrationen und Kundgebungen war größer als in den vergangenen Jahren. Die größte Aktion fand in Amed statt, wo 20.000 Frauen demonstrierten. In Sirnak und Mus kamen jeweils 10.000 Frauen zusammen. Weitere Massendemonstrationen fanden in Mardin, Batman, Hakkari, Dersim, Agri, Siirt und Igdir statt.

Auf der Abschlusskundgebung in Amed hielt Leyla Zana einen
Redebeitrag, in dem sie darauf aufmerksam machte, dass ein
gesellschaftlicher Frieden nicht möglich sei, solange in den Familien kein Friede herrsche. Im Verweis auf die kurz vor dem 8. März stattgefundene Ermordung einer 17-jährigen Frau in Batman, die sich der Zwangsverheiratung mit ihrem Cousin verweigert hatte, erklärte Zana, nichts könne eine größere Ehrlosigkeit darstellen: „Ehre ist nicht der Körper einer Frau. Ich wende mich an die kurdischen Männer: Ermordet keine Frauen, überwindet dieses Barbarentum!“

In den türkischen Metropolen stand bei den 8.-März-Aktionen vor allem der gemeinsame Kampf gegen Militarismus und Sexismus im Vordergrund. Mit Parolen wurde auch gegen Ministerpräsident Erdogan protestiert, der anlässlich des Weltfrauentages von sich gegeben hatte, jede Frau in der Türkei solle mindestens drei Kinder gebären.

Auch in europäischen Metropolen fanden von kurdischen Frauen organisierte Demonstrationen statt, die größte davon mit knapp 2000 Frauen in Düsseldorf.

Quelle: ÖP, 10.03.2008, ISKU

KCK zu CPT-Bericht

KCK und Kongra Gel haben eine Erklärung zu dem vergangene Woche vom Antifolterkomitee CPT veröffentlichten Öcalan-Bericht abgegeben. Dieser sei an einigen Stellen zwar unzureichend, allerdings seien die Feststellungen und Vorschläge zum Thema Isolationshaft wichtig.

In der Erklärung wird noch mal darauf hingewiesen, dass der Besuch des CPT auf Imrali bereits am 19.-22. Mai 2007 stattfand, der Bericht aber erst am 6. März 2008 veröffentlicht wurde, nachdem die türkische Regierung ihre Zustimmung gegeben hatte. Sowohl der verzögerte Zeitpunkt des Besuchs als auch der Veröffentlichung seien „nicht normal“, so die Erklärung. „Wir denken, dass das CPT die Gründe für diese Verspätung und die Schwierigkeiten, die die türkische Regierung dabei verursacht hat, veröffentlichen sollte.“

Aufgrund des Umfangs und der wissenschaftlichen Details des Berichtes sei eine genaue Bewertung erst nach der Einbeziehung von Experten möglich, so KCK und Kongra Gel. Wichtig sei allerdings, dass auch das CPT eine Anhäufung von Schwermetallen festgestellt habe. In dem CPT-Bericht fehle eine Erklärung dafür. Die Forderung des CPT, alle drei Monate weitere Untersuchungen anzustellen, weise darauf hin, dass die Gefahr für Abdullah Öcalan weiter bestehe. Bedenklich sei weiterhin, dass keine Blut- und Urinproben entnommen worden seien, dass trotz einer unbestimmten Diagnose im rechten Lungenflügel keine Röntgenaufnahmen gemacht worden seien, die Ursache für die Krankheit im Hals-Nasen-Ohren-Bereich nicht ausreichend untersucht worden sei und keine Proben der Wandfarbe in der Zelle Öcalans entnommen worden seien, obwohl festgestellt worden sei, dass der Raum alle sechs Monate neu gestrichen werde.

Als wichtig werden in der Erklärung die Forderungen des CPT bezeichnet, die verschiedene medizinische Maßnahmen sowie Änderungen in den Haftbedingungen umfassen. Allerdings sei auch keiner der Vorschläge der CPT-Berichte aus den Jahren 1999, 2001 und 2003 umgesetzt worden. Der Europarat sei deshalb aufgefordert, seiner Verantwortung gerecht zu werden und entsprechende Sanktionen gegen die Türkei zu erlassen.

Quelle: ANF, 10.03.2008, ISKU

Irakische Abgeordnete: Einsatz chemischer Waffen

Nach Angaben eines Ausschusses von Abgeordneten des irakischen Parlamentes hat die türkische Armee bei ihrer Militäroperation in Südkurdistan vermutlich chemische Waffen eingesetzt. Untersuchungen im Operationsgebiet hätten ergeben, dass nach den Bombardierungen verschiedene gesundheitliche Probleme bei der Bevölkerung entstanden seien, erklärte der Vorsitzende des Ausschusses Sudiye El Suheyi, der „die UNO, die EU, das Rote Kreuz, die arabischen Republiken, den Islam-Kongress und die internationalen Gesundheitsorganisationen“ dazu aufrief, Nachforschungen im Operationsgebiet anzustellen, welche biologischen und chemischen Waffen zum Einsatz gekommen seien. Man werde außerdem im irakischen Parlament vorschlagen, die Militäroperation vor den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte zu bringen.

Quelle: ANF, 10.03.2008, ISKU

Verhaftungswelle reißt nicht ab

Die Verhaftungswelle in der Türkei reißt nicht ab. In Kiziltepe, Mardin und Ercis sind 32 Personen, die gegen die Repression und die Militäroperationen des türkischen Staates protestiert hatten, verhaftet worden. In Hakkari wurden drei vom Iran ausgelieferte Personen als mutmaßliche HPG-Kämpfer sowie in Erzurum ein
DTP-Mitglied wegen Parolenrufen verhaftet.

Quelle: ÖP, 10.03.2008, ISKU

Brief von 33 dänischen Bürgermeistern an Erdogan

Als Reaktion auf den Prozess gegen die 56 DTP-Bürgermeister, die sich in einem Brief an den dänischen Ministerpräsidenten Rasmussen gegen die Schließung des kurdischen TV-Kanals Roj TV ausgesprochen hatten, haben 33 dänische Bürgermeister in einem Brief an den türkischen Ministerpräsidenten Erdogan die Einstellung des
Strafverfahrens gegen ihre kurdischen Amtskollegen gefordert. In dem Brief wird darauf aufmerksam gemacht, dass es sich um einen Fall der Meinungsfreiheit handele und Prozesse dieser Art in einer
demokratischen Gesellschaft nichts zu suchen hätten.

Quelle: ANF, 10.03.2008, ISKU

HPG: Drei Soldaten im Gefecht getötet

Nach Angaben des HPG-Pressezentrums sind bei zwei Gefechten zwischen der Guerilla und Einheiten der türkischen Armee in Hatay-Dörtyol drei Soldaten ums Leben gekommen. Weiterhin sei ein im
Operationsgebiet befindlicher Zivilist von einem türkischen Offizier hingerichtet worden. Die Operation dauere weiter an.

Quelle: ANF, 10.03.2008, ISKU


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12.03.08    Kurdistan Infos <kigb@gmx.de>
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