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Nützliche Nachrichten 2/2008 (Notausgabe)
Dialog-Kreis
"Die Zeit ist reif für eine politische Lösung im Konflikt zwischen
Türken und Kurden"
Postfach 90 31 70, D-51124 Köln, Tel: 02203-126 76, Fax: 02203-12677
Spendenkonto: Dialog-Kreis, Kontonummer 9152539, BLZ 370 501 98,
Stadtsparkasse Köln
Redaktion: Andreas Buro, Barbara Dietrich, Mehmet Sahin,
Luise Schatz und Mani Stenner
Redaktionsschluss: 10. März 2008
dialogkreis@t-online.de, www.dialogkreis.de
Liebe Leserinnen und Leser,
zuerst die gute Nachricht: Die türkischen Interventionstruppen sind
aus Irakisch- Kurdistan abgezogen. Die Generalität wollte wohl noch
weiter vordringen, doch nach heftigen Widerständen der PKK-Kämpfer
jenseits der Grenze und der Führung Irakisch-Kurdistans haben die
USA unmissverständlich die sofortige Beendigung der Invasion
gefordert. Ob nun die Regierung in Ankara endlich eine politische
Lösung des türkisch-kurdischen Konflikts anpacken wird, ist
allerdings weiter offen. Es wäre eine gute Möglichkeit, damit jetzt
ernsthaft zu beginnen.
Jetzt die schlechte Nachricht: Im Februar wird es keine reguläre
Ausgabe der Nützlichen Nachrichten geben. Im Büro des Dialog-Kreise
wurde in der vergangenen Woche gezielt eingebrochen und Computer und
Laptop gestohlen. Das Büro liegt in einem Bürokomplex. Viel leichter
zugängliche Büros mit weit besseren Computern lagen in der
Reichweite der Einbrecher. Doch haben diese sich sehr bewusst bis zu
unserem Büro vorgearbeitet. Jeder mag daraus seine eigenen
Schlussfolgerungen ziehen.
Für den Dialog-Kreis sind dieser Einbruch und der Verlust sehr
bitter. Wir können die nächste Ausgabe der Nützlichen Nachrichten
erst Ende März versenden. Sicher haben Sie dafür Verständnis. Wer
uns in dieser Notsituation helfen will, damit wir schnell wieder auf
die Computer-Beine kommen, spende, bitte, etwas Geld auf unser oben
genanntes Konto.
Noch eine Bitte:
Mit dem Computer sind außer dem Stamm-Verteiler der
Nützlichen Nachrichten auch der für die tägliche Arbeit benutzte
E-Mail-Adressenordner abhanden gekommen.
Um die E-Mail-Adressen (auf dem Webserver nur als reine
Mail-Adressen noch vorhanden) zu identifizieren brauchen wir Ihre
Mithilfe:
Leiten Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse nochmals an uns zurück, z.B.
durch eine simple Antwort auf diese Nachricht ohne weiteren Text?
(dadurch wird dann auch der meist mitgesendete reale Name hinter
der Adresse für uns wieder zur Verfügung stehen) - gerne aber
auch indem Sie nochmals Name und Kontaktdaten hinzufügen!
In dieser "Notausgabe" finden Sie einen Forderungskatalog für die
friedliche Lösung der Kurdenfrage. Sie ist gedacht zur Verwendung
für die bevorstehenden Newroz-Feierlichkeiten und die Ostermärsche
der Friedensbewegung.
Trotzdem wünschen wir ein gutes Osterfest und grüßen freundlich
Andreas Buro und Mehmet Sahin
Frau Bundeskanzlerin Dr. Angelika Merkel
Bundeskanzleramt
Willy-Brandt-Straße 1
10557 Berlin
Herrn Außenminister Frank-Walter Steinmeier
Auswärtiges Amt
Werderscher Markt
110117 Berlin
Sehr geehrte Frau Bundeskanzlerin, sehr geehrter Herr Außenminister,
hiermit schlie+e ich mich der Erklärung "Die Waffen nieder - Frieden
statt Krieg im türkisch-kurdischen Konflikt" an und bitte Sie, alles
Ihnen Mögliche zu unternehmen, um eine friedliche zivile Lösung des
Konflikts zu erreichen. Friedensstiftung dort liegt auch in unserem
Interesse.
Hochachtungsvoll
Unterschrift und Anschrift
Dialog-Kreis: "Die Zeit ist reif für eine politische Lösung
im Konflikt zwischen Türken und Kurden"
Geschäftsstelle: Postfach 903170, D-51124 Köln, Tel: 02203-126 76,
Fax: 126 77, dialogkreis@t-online.de, www.dialogkreis.de
Koordination: Andreas Buro, Am Sonnenberg 42, 61279 Grävenwiesbach,
Tel:06086-30 87, Fax:06086-243, Andreas.Buro@gmx.de
März 2008
Die Waffen nieder -
Frieden statt Krieg im türkisch-kurdischen Konflikt!
Wieder eskaliert die militärische Gewalt im türkisch-kurdischen
Konflikt. Soll er wirklich zu einer weiteren regionalen Katastrophe
des 21. Jahrhunderts werden? Das darf nicht sein! Invasion wie auch
Invasionsdrohung müssen beendet werden.
- An die Stelle der Politik der Konfrontation muss endlich eine
Politik der Aussöhnung treten. Ankara hat dies in der Hand.
Zwangsassimilierung ist ein Verbrechen, wie der türkische
Ministerpräsident zu Recht feststellte. Dies gilt auch für die
Behandlung der Kurden in der Türkei.
- Beide Konfliktparteien müssen die Gefahren einer Eskalation der
gewaltsamen Auseinandersetzungen innerhalb der Türkei zur Kenntnis
nehmen. Sie kann zu einer zunehmenden Verfeindung zwischen Türken
und Kurden führen. "Die Waffen nieder" gilt für beide Seiten! Eine
Ausweitung der Gewaltakte in die Städte der Türkei bedeutet ebenso
eine Katastrophe, wie eine nationalistische Aufhetzung der
Bevölkerung gegen ihre kurdischen Landsleute.
- Für die Türkei, die Mitglied der EU werden will, ist es
unabdingbar, die dominante Rolle des Militärs zurück zu drängen:
Denn statt Militärpolitik muss Friedenspolitik auf die Tagesordnung.
Sie ist vom Militär nicht zu erwarten.
Wichtige Schritte zur Deeskalation:
- Die kulturelle Identität und Gleichstellung der Kurden muss
endlich anerkannt und in der Verfassung festgeschrieben werden.
- Die Verurteilung der kurdischen Seite als terroristisch muss
aufgehoben werden, da durch sie Friedens- und Aussöhnungspolitik
national und international unmöglich gemacht wird.
- Der neu gebildete Friedensrat der Türkei ist in seinen Bemühungen
um eine Lösung des Konflikts und um eine Kultur des Friedens zu
unterstützen.
- Die Existenz der kurdischen DTP-Partei, die in die gro+e
Nationalversammlung in Ankara gewählt wurde, darf nicht in Frage
gestellt werden. Sie ist ein wichtiger potentieller Dialog-Partner
für die Lösung des Konflikts.
- Bei der türkischen Invasion werden wieder deutsche Waffen
vertragswidrig eingesetzt. Die EU und die EU-Staaten müssen endlich
begreifen, dass es in ihrem ureigensten Interesse liegt, den
Konflikt friedlich beizulegen. Es gilt, eine gefährliche Ausweitung
der Kämpfe zu verhindern, welche die ganze Region erschüttern
könnten. Sie können sich auch in Deutschland auswirken. Die EU und
ihre Staaten müssen friedenspolitisch tätig werden, damit die
Kurdenfrage nicht zur "Palästinenserfrage" des 21. Jahrhunderts
wird.
Nützliche Nachrichten 2/2008
Ende
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