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INTERNATIONALER APPELL
ES REICHT - WIR WOLLEN FRIEDEN
Mit diesem Appell wollen wir Unterzeichner die Aufmerksamkeit auf
die kurdische Frage und auf damit verbundenen aktuellen
problematischen Entwicklungen lenken.
Aufgerufen von vielen nationalen wie internationalen Seiten hat sich
der „Rat der Kommunen Kurdistans“ (KCK) entschieden für den Frieden
eingesetzt und am 1. November 2006 einen einseitigen
Waffenstillstand ausgerufen.
In krasser Brüskierung dieser Absicht erfolgte von der Seite der
Türkei keinerlei positive Antwort, sondern im Gegenteil die negative
Reaktion weiterer folgender militärischer Kampagnen, die für vielen
Menschen den Tod bedeuteten.
Schließlich verdichteten sich zu Beginn des März 2007 begründete
Annahmen, daß der kurdische Führer Abdullah Ocalan, - der beinahe 9
Jahre in Isolierhaft auf der Gefängnis Insel Imrali verbracht
hatte,- einem systematischen toxischen Angriff auf Leib und Leben
ausgesetzt ist.
Die kurdische Seite sah sich zu eindeutiger Reaktion veranlasst: In
der Folge eines Hungerstreiks von Kurdinnen und Kurden in Straßburg
sah sich der „Ausschuß des Europarates zur Verhinderung der Folter“
CPT veranlasst, eine Untersuchungsdelegation auf die Isolierinsel
Imrali zu entsenden. Bis auf den heutigen Tag sich der CPT-Ausschuß
nicht in der Lage, die dabei labormäßig gewonnenen Befunde zu
veröffentlichen.
Gerade auch dies Ereignis belastet eine skeptischer werdende
kurdische Öffentlichkeit.
Am 17. Oktober 2007 hat das türkische Parlament der Regierung Grünes
Licht dafür gegeben eine militarische Invasion in den Nord Irak zu
starten, die nur zu einer weiteren Verschärfung des Konflikts führen
konnte.
Unter dem Vorwand, gegen die Guerilla in den
nordirakischen/südkurdischen Bergen vorgehen zu wollen, massierte
Ankara eine riesige Armee an den Grenzen und im Kurdengebiet.
Solche völkerrechtlich inakzeptablen Pläne, bewaffnet in ein anderes
Land einzuringen, werden das alte Problem nicht lösen, sicher aber
neue Probleme schaffen, die Instabilität ergeben.
Dabei war das kurdische Problem niemals nur das Binnenproblem eines
Staates und auch nicht nur eine regionale Angelegenheit, sondern es
ist zunehmend zu einem internationalem Problem geworden.
Die Türkische Seite riskiert heute in gefährlicher historischer
Fahrlässigkeit:
Die Chancen auf einen lösungsführenden Weg zu verspielen – weitere
Tote und noch größere menschliche Tragödien zu produzieren – Die
Instabilität der nahöstlichen Region zu forcieren.
Dies impliziert auch die Gefahr, daß der Anbindungsprozeß zwischen
der EU und der Türkei zum Stillstand kommen könnte.
Dieses komplexe Gesamtproblem muß dringend einer demokratischen
Lösungsinitiative zugeführt werden.
Wie das Erreichen einer demokratischen und friedlichen Lösung einen
großen Beitrag zu Frieden, Stabilität und Demokratie im Mittleren
Osten leisten wird, so wird es für all die Länder in der Region, und
besonders für die Türkei, in allen Bereichen der Existenz erhebliche
Vorteile mit sich bringen.
Um diese Situation zu erreichen, empfehlen und unterstreichen wir
die am 30.11.2007 vom „Rat der Kommunen Kurdistan“ KCK
veröffentlichten Substantials für eine demokratische Lösung, für
Dialog und für die Entwicklung einer friedlichen Atmosphäre als eine
konstruktive Chance.
Auf dieser Basis sind alle beteiligten Seiten eingeladen, die großen
Chancen für eine demokratische und friedliche Lösung zu
identifizieren:
- Die Bemühungen des KCK zu einer friedlichen Lösung für das
Problem inklusiv eines dauerhaften Waffenstillstandes, müssen
fortgesetzt und unterstützt werden.
- Die türkische Regierung muß sowohl eine angemessene medizinische
Therapie für Abdullah Ocalan garantieren, wie auch dessen absolute
Isolationshaft beenden. An die Stelle der Waffen muß ein sofortiger
umfassender Dialog treten.
- Die relevanten internationalen Institutionen, insbesondere die UN
und OSCE und alle weiteren tangierten Mächte, insbesondere die USA
und die EU, sollen sich nach ihren besten Kräften für eine
konstruktive friedliche Lösung des Problems einsetzen.
- Wir laden die Öffentlichkeit, und insbesondere die humanitären
Institutionen ein, ihrerseits den notwendigen Prozeß auf dem Wege zu
einer demokratischen und friedlichen Entwicklung nach eigenen besten
Kräften und Ideen zu fördern.
Mesopotamische Entwicklungsgesellschaft e.V.– mesop@online.de – Fax:
06171 73269
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