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Kein Besuch bei Öcalan
Nachdem in der vergangenen Woche ein Besuch seiner Verteidiger und
seines Bruders bei Abdullah Öcalan stattfinden konnte, wurden am
heutigen Mittwoch die Anwälte von der Jandarma in Gemlik
zurückgewiesen. Die Begründung lautete, das Schiff, das zur Überfahrt
auf die Gefängnisinsel genutzt wird, sei defekt.
Quelle: DIHA, 05.03.2008, ISKU
Bodenoperation im Zagros gestartet
Die türkische Armee, die sich nach schweren Verlusten im Gebiet Zap aus
Südkurdistan zurückgezogen hat, hat heute Morgen nach HPG-Angaben eine
Bodenoperation im Zagros gestartet. An der Grenze zwischen der Türkei
und dem Irak sind außerdem militärische Bewegungen zu verzeichnen.
Tausende Soldaten sind in das Grenzgebiet bei Semdinli verlegt worden.
Vom Militärflughafen in Diyarbakir sind außerdem wieder mehrere
Kampfflugzeuge gestartet.
Quelle: ANF, 05.03.2008, ISKU
Generalstab fühlt sich angegriffen
Nach einer Debatte im türkischen Parlament zu der jüngsten Invasion der
türkischen Armee in Südkurdistan hat der Generalstab eine Erklärung
herausgegeben, in der es heißt: “Die türkischen Streitkräfte werden
erstmalig zum Ziel derartig sinnloser Angriffe”.
In der Parlamentsdebatte hatte der MHP-Vorsitzende Devlet Bahceli den
Rückzug der türkischen Armee kritisiert. Der Generalstab habe damit
dafür gesorgt, dass das Ansehen der PKK gestiegen sei. Der CHPVorsitzende
Deniz Baykal hatte gemutmaßt, für das plötzliche Ende der
grenzüberschreitenden Operation könne es andere Gründe geben als die
offiziell angegebenen.
In der daraufhin veröffentlichten Erklärung des Generalstabs heißt es,
die Armee habe die Öffentlichkeit stets informiert und “Klarheit in
einigen Punkten” erbracht, die “in der Öffentlichkeit zum
Diskussionsthema” geworden seien. Trotz dieser “guten Absicht” habe es
“Verlautbarungen” gegeben, die als “ungerechte und niveaulose Angriffe”
auf eine Institution wie die Armee, die “für das Land den
Antiterrorkampf” führe und “Märtyrer” vorzuweisen habe, gewertet
würden. “Die türkischen Streitkräfte, die sich niemals mit politischen
Personen und Institutionen auf eine Polemik einlassen wollen, sind
erstmalig in den 24 Jahren des Antiterrorkampfs Ziel derartig sinnloser
Angriffe. Diese Angriffe fügen der Entschlossenheit der türkischen
Streitkräfte im Antiterrorkampf einen größeren Schaden zu als die
Verräter. Wir überlassen eine Bewertung dieser Angriffe dem gesunden
Menschenverstand der türkischen Nation.”
Quelle: ANF, 04.03.2008, ISKU
Israelische Flugzeuge gegen PKK
Gegenüber Journalisten hat der türkische Botschafter in Israel, Namik
Tan, den Einsatz von unbemannten israelischen Flugzeugen bei Angriffen
gegen die PKK-Guerilla zugegeben. Die Türkei habe ein solches Flugzeug
für den “Antiterrorkampf” von Israel gemietet. “Israel hat uns auch
politische Unterstützung zukommen lassen und uns ein
Verteidigungssystem verkauft, das wir brauchten.”
Bereits im vergangenen Monat hatte der türkische Verteidigungsminister
Vecdi Gönül angegeben, bei den jüngsten Militäroperationen seien
Informationen verwendet worden, die über israelische unbemannte
Aufklärungsflugzeuge gewonnen worden seien.
Quelle: ANF, 04.03.2008, ISKU
Chinesische 8.-März-Plakate in Amed
Als Reaktion auf die ständige Strafverfolgung wegen kurdischsprachiger
Ankündigungen und Einladungen hat die Bezirksverwaltung von Yenisehir
in Diyarbakir neben türkischen und kurdischen Plakaten zum 8. März auch
welche auf chinesisch drucken lassen. Der stellvertretende
Bezirksbürgermeister Sefik Türk erklärte dazu: “Diyarbakir ist eine
Metropole, die von Touristen aus verschiedenen Ländern der Welt besucht
wird. Insofern ist es nur natürlich, Ankündigungen in verschiedenen
Sprachen zu veröffentlichen. Aber bekanntermaßen sind gegen unsere
Verwaltungen aufgrund von kurdischsprachigen Ankündigungen zu
besonderen Tagen Ermittlungsverfahren eingeleitet worden. Als Reaktion
darauf haben wir jetzt verschiedene Sprachen benutzt. Heute ist es
chinesisch, morgen kann es auch japanisch oder eine andere Sprache
sein. Wichtig ist es lediglich, die Inhalte zur Sprache zu bringen.
Dann kann jeder sie in der Sprache lesen, die er will.”
Auch die für Newroz geplanten Plakate werden mit kurdisch, türkisch und
chinesisch dreisprachig sein.
Quelle: ANF, 04.03.2008, ISKU
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