Nadeshda
Forum: cl.regionen.kurdistan
 Zurück zur Übersicht  Kommentar schreiben  << Aktuellere Nachricht | Frühere Nachricht >>

news: 3.3.2008

## Nachricht zur Information/Dokumentation weitergeleitet

Frauen protestieren in Kandil

Knapp 100 Frauen haben mit einer Kundgebung in Kandil gegen die Militäroperation der türkischen Armee protestiert. Im Namen der Frauen aus vier Dörfern wurde eine Erklärung verlesen: „Wir als Frauen aus Kandil, die am meisten unter den Luftangriffen der türkischen Armee leiden mussten, rufen alle kurdischen Frauen und die internationale Öffentlichkeit zum Kampf gegen die türkische Besatzung auf. Bei diesen Angriffen ist unsere Freundin Ayse Ibrahim ums Leben gekommen, Suzan Mesir verlor ihre Beine. Familien wurden auseinander gerissen und zur Flucht gezwungen, das größte Leid dabei erleben wieder Frauen.“

Quelle: ANF, 03.03.2008, ISKU

Büyükanit: Kaum wer übrig im Zap

In einem Pressegespräch mit ausgewählten Medienvertretern hat der türkische Generalstabschef Yasar Büyükanit erklärt, von 300 im Zap-Gebiet befindlichen Guerillakämpfern seien 240 getötet worden. Die Militäroperation sei sehr erfolgreich verlaufen, die Verluste der PKK seien eigentlich noch viel höher, es handele sich lediglich um eine Schätzung. Dass der Rückzug der Armee als Misserfolg der Operation betrachtet werde, sei Schuld der Medien, die die Ziele des Militärs aufgebauscht hätten. Weder die USA noch der Widerstand der Guerilla hätten auch nur das Geringste mit der Beendigung der Operation zu tun, falls dieses bewiesen würde, werde er seine Uniform ausziehen.

Selbstverständlich sei die Angelegenheit mit einer Bodenoperation nicht zu beenden, bei Bedarf könne auch eine neue Operation durchgeführt werden.

Quelle: ANF, 03.03.2008, ISKU

Peinlichste Operation aller Zeiten

Die PKK-Guerilla HPG (Volksverteidigungskräfte) haben eine Bilanz der türkischen Invasion in Südkurdistan veröffentlicht. Demnach sind 125 Soldaten ums Leben gekommen, Hunderte wurden verletzt. Es handele sich um die „peinlichste, erbärmlichste und ergebnisloseste Invasion aller Zeiten“. Die Guerilla habe außerdem eine Vielzahl von Waffen und Munition erobert. Bei den Gefechten seien auch neun Guerillakämpfer ums Leben gekommen.

Quelle: ÖP, 03.03.2008, ISKU

‘Edi bese’-Alarm bei der Polizei

Während die Protestaktivitäten gegen den Besatzungsversuch
Südkurdistans durch die türkische Armee andauern, bereitet sich die Polizei auf strenge Sicherheitsvorkehrungen im Vorfeld von Newroz vor und macht sich Gedanken über die Ausbreitung der laufenden Massendemonstrationen und der brennenden Autos in den Städten.

Zu diesem Zweck fand in Antalya eine Sitzung der Chefs der
Antiterrorpolizei aus 36 „kritischen“ Städten und Provinzen wie Ankara, ?stanbul, ?zmir, Adana, Antalya, Mersin, Konya sowie Diyarbak?r, Batman, Van, ??rnak, Hakkâri und Dersim statt.
Diskutiert wurde dabei die zu erwartende Ausbreitung der
Aktivitäten. Diese würden von der DTP gesteuert, weshalb auch Maßnahmen gegen die Partei erörtert wurden. Ein weiteres Thema waren Schutzmaßnahmen für Gebäude der AKP und der MHP sowie öffentlicher Einrichtungen.

Quelle: ANF, 03.03.2008, ISKU

Umweltminister lügt zu Waldbrandstiftungen

In einer schriftlichen Anfrage an den Minister für Umwelt und Forst Veysel Eroglu hat die DTP-Abgeordnete Pervin Buldan die seit vielen Jahren andauernde Praxis des türkischen Militärs, Wälder in den kurdischen Provinzen anzuzünden, thematisiert. Auf die Frage, wie viel Hektar Wald bis heute „aus Sicherheitsgründen“ niedergebrannt wurden, ob als Ersatz Neupflanzungen geplant seien oder solche stattgefunden hätten und falls ja, wo dies der Fall sei und welche Maßnahmen das Ministerium gegen das militärische angeordnete Niederbrennen von Wälder getroffen habe, begnügte sich Minister Eroglu mit einer kurzen Antwort: „Es gibt keine Wälder in den Regionen Osten und Südosten, die aus Sicherheitsgründen
niedergebrannt wurden.“

Quelle: ANF, 03.03.2008, ISKU

Protestwochenende in Europa

Die Proteste gegen die Invasion der türkischen Armee in Südkurdistan und gegen jederzeit mögliche weitere Militäroperationen reißen nicht ab. Am Wochenende gingen erneut Kurden in Bonn, Dortmund, Freiburg, Frankfurt, Kassel, Leipzig, Mannheim, Münster, München, Saarbrücken, Stuttgart, Ulm Zürich, Paris, Rennes, Toulouse, Bordeaux, Grenoble, Den Haag, London, Athen und San Francisco auf die Straßen und forderten eine friedliche Lösung der kurdischen Frage. Vielfach wurde auch der Erfolg der kurdischen Guerilla gefeiert.

Quelle: ÖP, 03.03.2008, ISKU

Polizeiangriffe bei Protesten in der Türkei und Kurdistan

Kurden in Kurdistan und der Türkei haben am Wochenende erneut Protestaktionen gegen die türkische Invasion durchgeführt. Die staatlichen Kräfte, die offenbar die Niederlage der türkischen Armee nicht verkraften konnten, griffen die Teilnehmer in mehreren Städten an. Eine Vielzahl von Menschen wurde festgenommen.

In Amed/Diyarbakir protestierten Tausende in weißen Leichentüchern gegen den Krieg, in Agri, Batman, Istanbul und Mersin demonstrierten Zehntausende zu den Parolen „Mörder Erdogan – Heuchler Erdogan“, „Wir leben für den Krieg – wir sterben für den Frieden“, „Stoppt den Krieg“, „PKK ist das Volk und das Volk ist hier“, „Sterben und töten sind keine Lösung, die Lösung lauten leben und leben lassen“ und „Edi bes e“.

Quelle: ÖP, 03.03.2008, ISKU

Tausende Frauen leiten 8. März ein

In Urfa-Suruc haben Tausende Frauen aus allen Teilen der Türkei und Kurdistans aus Anlass des internationalen Frauentags am 8. März unter dem Motto „Schluss mit Krieg, Gewalt, Identitätslosigkeit, wir sagen edi bes e – es reicht!“ demonstriert. An der Kundgebung nahmen auch die DTP-Vorsitzende Emine Ayna, als Verteidigerin von Abdullah Öcalan Rechtsanwältin Hatice Korkut sowie die SDP-Vorsitzende Filiz Kocali teil.

Während die Frauen unter Parolenrufen auf den Beginn der
Demonstration warteten, wollten wie an jedem 8. März wieder Männer auf den Platz kommen. Als sie sich den Frauen näherten,
protestierten diese. Über Lautsprecher wurde mehrmals die Ansage wiederholt, dass Männer sich vom Kundgebungsort fernzuhalten hätten. Trotzdem ließen sie sich nicht vertreiben, versuchten mit
Parolenrufen auf ihre eigene Art, ein Beispiel an Solidarität mit Frauen zu geben und liefen schließlich im hinteren Teil des Demonstrationszuges mit. Die Demonstration wurde von türkischer, kurdischer und armenischer Musik begleitet.

Quelle: ÖP, 03.03.2008, ISKU

Menschenrechtler Ridvan Kizgin verhaftet

Aufgrund eines Berichts, den der ehemalige Vorsitzende der
IHD-Zweigstelle in Bingöl Ridvan Kizgin zur Ermordung von fünf Zivilisten vor fünf Jahren im Dorf Yumakli veröffentlicht hatte, musste er heute ins Gefängnis. Bis heute wurden mindestens 107 Ermittlungsverfahren gegen ihn eingeleitet, in 67 Fällen davon kam es zum Prozess. Bei seiner Verabschiedung ins Gefängnis erklärte er: „Ich habe meinen Kindern nicht das geringste Vermögen vermacht. Aber ich habe ihn etwas hinterlassen, was man mit keinem Geld der Welt kaufen kann: Ein würdevolles Leben mit aufrechtem Gang. Somit habe ich ihnen eine Vergangenheit hinterlassen, für die sie sich nicht schämen müssen, und jetzt gehe ich los, ohne zu flüchten, um diesen Kampf fortzusetzen.“

Kizgin, der 1953 in Diyarbakir-Lice zur Welt kam, wurde erstmals 1977 festgenommen. Vor Gericht wurde er gefragt, ob er Kurde oder Türke sei. „Ich dachte, wenn ich ‚Kurde’ sage, werde ich verhaftet. Also habe ich den Kopf gesenkt und gesagt: ‚Ich bin Türke.’ Diesen Moment habe ich nie vergessen. Es war ein Vorfall, der mich später immer in meinem Kampf für Menschenrechte und Demokratie
vorangetrieben hat.“ Es folgten unzählige weitere Festnahmen. Jetzt wurde Kizgin für einen Bericht, den er im Namen des
Menschenrechtsvereins veröffentlichte, zu 2,5 Jahren Haftstrafe verurteilt.

Quelle: DIHA, 03.03.2008, ISKU


ISKU | Informationsstelle Kurdistan e.V.
Büro für Internet- und Öffentlichkeitsarbeit: Schanzenstr. 117; 20357 Hamburg, E- mail: isku@nadir.org; Internet: http://isku.org Tel: 040/42102845
Bankverbindung: PB Köln, BLZ 370 100 50, Kto.Nr.: 3968-506

05.03.08    Kurdistan Infos <kigb@gmx.de>
 Zurück zur Übersicht  Kommentar schreiben  << Aktuellere Nachricht | Frühere Nachricht >>
Forum: cl.regionen.kurdistan