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news: 01.03.2008 - KCK: Niederlage der tuerkischen Armee

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KCK: Niederlage der türkischen Armee

Der Exekutivrat der KCK hat in seiner ersten Bewertung über die türkische Militärinvasion nach deren Beendigung erklärt, die türkische Armee habe eine schwere Niederlage gegen die Guerilla erlitten. Dennoch seien noch umfassendere Angriffe nach wie vor auf der Tagesordnung.

„Die türkische Armee hat im Rahmen der am 21. Februar morgen begonnen Militärinvasion in die Medya-Verteidigungsgebiete über Angriffe von vier Seiten aus versucht, zu Resultaten zu kommen. Von drei Seiten aus wurde der Zap und Cemco, wo sich das
HPG-Hauptquartier befindet, angepeilt, ein vierter Arm sollte vom Basya-Tal aus weiterkommen. Aber diese Einheiten sind an einigen Stellen nicht weiter als zwei Kilometer von der Grenzlinie gekommen und es fanden zwischen dem 21. und 27. Februar heftige Gefechte mit den Volksverteidigungskräften statt. Bei den sieben Tage währenden Auseinandersetzungen, die Tag und Nacht in Form von gegenseitigen Angriffen auf verschiedenem Niveau stattfanden, wurden die Kräfte der türkischen Armee kontinuierlich durch eine intensive
Bombardierung vom Boden und aus der Luft unterstützt. Dabei wurden modernste Technik und die am weitesten entwickelte Waffentechnologie dieses Zeitalters eingesetzt. Dennoch gelang es der türkischen Armee nicht vorwärts zu kommen und aufgrund der Gefechte und der
Wetterbedingungen erlitt sie schwere Verluste. Desweiteren hat die türkische Armee in dieser Zeit Luftangriffe auf verschiedene Gebiete durchgeführt, bei denen unsere Kräfte keinerlei Verluste erlitten. Die in den türkischen Medien erschienenen Meldungen über
Bodenoperationen in Haftanin und Xakurke sind vollkommen frei erfunden.

Die beiden Brigaden an der vordersten Front, die angesichts des Widerstandes der Guerilla einen schweren Schlag und Schock erlitten, wurden am dritten Tag ausgewechselt. Die türkische Armee wollte mit neuen Kräften weitermarschieren. Dagegen unternahm die Guerilla in der Nacht vom 26. auf den 27. Februar einen umfassenden Angriff, der zu schweren Verlusten der Kräfte der türkischen Armee und einer Bewegungsunfähigkeit führte. Am Morgen des 28. Februar gab die türkische Armee den Angriff auf und zog ihre Kräfte eine Etappe zurück. Gleichzeitig unternahm die Guerilla einen Gegenschlag von zehn Seiten aus, woraufhin die Armee ihre Kräfte ganz aus dem Einflussgebiet der Guerilla abzog.“

Dieser Angriff auf die Befreiungsbewegung Kurdistans und das kurdische Volk sei ein erster Schritt eines umfassenden Konzepts gewesen, so die KCK: „Wenn dieser erster Angriff auf das
Hauptquartier der HPG Erfolg gehabt hätte, wären die
bereitgestellten Truppen in Bewegung versetzt und die Gebiete Haftanin und Xakurke besetzt worden. Somit wäre der Plan, eine Pufferzone zu errichten, frühzeitig umgesetzt worden und die türkische Armee hätte gleich zu Beginn des Jahres 2008 an
moralischer und strategischer Überlegenheit gegenüber der Guerilla gewonnen. Aber dem Kräfteungleichgewicht zum Trotz wurde Dank der Willensstärke, des Mutes, der Selbstlosigkeit und der kreativen taktischen Fähigkeit der Guerilla die türkische Armee in eine große Niederlage geführt.“

Es handele sich möglicherweise um die härteste Niederlage, die die türkische Armee in dem 25 Jahre währenden Krieg erlitten habe, was für die Guerilla in Bezug auf Initiative und Moral den Vorteil großer Überlegenheit bedeute. „In diesem Sinne hat der große Erfolg der Guerilla trotz aller schwerer Bedingungen dem Plan des
türkischen Staates, das Jahr 2008 zum Vernichtungsprozess für das kurdische Volk zu machen, einen ernsten Schlag versetzt.“

Weiter heißt es in der Erklärung: „Der türkische Generalstab hat die schlimme Situation, in die seine Truppen geraten waren, frühzeitig erkannt und zunächst versucht, diese zu überwinden, indem er die psychisch angeschlagenen Kräfte ausgetauscht hat. Als er gesehen hat, dass dies keine Lösung ist und die neu eingesetzten Kräfte den gleichen Weg gehen, hat er sofort den Rückzug beschlossen. Es handelt sich also nicht, wie in einigen Medien dargestellt wurde, um einen Beschluss auf Druck von außen, sondern mehr um etwas, das die militärische Logik erforderte. Das bedeutet allerdings nicht, dass die türkische Armee von ihren Kriegsplänen absieht. Wahrscheinlich werden sie versuchen, von neuem mit anderen Taktiken Offensiven zu starten. Es kann sogar sein, dass sie diese Niederlage und den Rückzug in ein taktisches Täuschungsmanöver verwandeln und das Vakuum zu füllen versuchen, indem sie ihre nach wie vor bereit stehenden Kräfte sofort vom Boden aus die Gebiete Haftanin und Xakurke angreifen lassen und gegen die gesamten
Medya-Verteidigungsgebiete Luftangriffe durchführen. Aber was auch immer die türkische Armee künftig unternehmen wird, die Niederlage vom Zap wird sie lange Zeit nicht überwinden können.“

Die Guerilla habe in der Praxis des neun Tage andauernden Krieges ein weiteres Mal ihre Unbesiegbarkeit bewiesen. „Die Erklärung des türkischen Generalstabs zum Rückzug wird nicht ausreichen, um die Niederlage der türkischen Armee zu verbergen, denn die Erklärung besteht außer dem Satz „Der Rückzug hat ausschließlich aus
militärischen Gründen stattgefunden“ von Anfang bis Ende nur lächerlichen Worten, die mit der Wahrheit nichts zu tun haben. Solche unrealistischen Angaben sind gleichzeitig eine Beleidigung der Öffentlichkeit der Türkei und des türkischen Volkes.

Letztlich hat diese Kriegspraxis ein weiteres Mal deutlich gemacht, dass mit Militäroperationen und gewalttätigen Methoden keine Ergebnisse zu erzielen sind. Es ist offensichtlich gewordenen, dass die Strategie des türkischen Staates, die Befreiungsguerilla Kurdistans auszuschalten und unter Einsatz militärischer Kraft Einfluss über Südkurdistan zu gewinnen, keine leicht umsetzbare Strategie ist. Jetzt ist vielleicht klarer geworden, dass ein Beharren des türkischen Staates auf dieser Strategie zu einem Krieg mit dem kurdischen Volk führt, der Jahrzehnte andauern und damit zu einem Verlust von Jahrzehnten und Zehntausenden, vielleicht auch Hunderttausenden Menschenleben führen kann. Deshalb betonen wir nochmals: Der türkische Staat muss davon absehen, die kurdische Frage mit gewalttätigen Methoden zu lösen und sollte über die Annahme der Lösungsvorschläge unseres Vorsitzenden eine Entwicklung zulassen.

Das ist nur über eine Konfrontation des türkischen Staates mit seiner eigenen Realität und Zugeständnisse möglich. Ohne eine Berücksichtigung des Willens des kurdischen Volkes ist es nicht möglich. Eine gesellschaftliche Versöhnung verläuft über eine gegenseitige Anerkennung und Respektierung. Zunächst muss der türkische Staat und seine Führung dies erkennen. Weiterhin ist offensichtlich, dass alle Parteien, Institutionen und
Persönlichkeiten in der Türkei, die für Demokratie, Frieden und Geschwisterlichkeit eintreten, in einflussreicherer Form eingreifen und kämpfen müssen.

Der türkische Staat wird die Angriffe auf Kurdistan und die Pläne einer teilweisen Besatzung des Südens nicht aufgeben. Um dieses Konzept zu brechen, müssen alle Organisationen, Institutionen und politische Kreise Kurdistans basierend auf dem jüngsten Erfolg der Guerilla in einen aktiven diplomatischen Prozess treten.“

Bei den Gefechten seien insgesamt neun Guerillakämpfer gefallen, so die KCK. Da die Gefahr aber noch nicht überwunden sei, müssten die Protestaktionen in Kurdistan und im Ausland den gesamten März über weiterlaufen. „Um nicht immer erst in Bewegung zu treten, wenn die Angriffe angefangen haben, sondern um sie bereits jetzt zu
verhindern, müssen Aktivitäten stattfinden, mit denen die Proteste zum Ausdruck gebracht und die Öffentlichkeit sensibilisiert wird.“

Quelle: ANF, 01.03.2008, ISKU

Verhaftungswelle in der Türkei

In Amed, Van, Siirt und Dogubeyazit sind 33 Personen, die gegen die Invasion der türkischen Armee protestiert hatten, verhaftet worden. In Adiyaman wurden drei Personen verhaftet, denen vorgeworfen wird, ein Auto angezündet zu haben. In Bingöl wurden zwei Personen wegen „Werbung für eine terroristische Organisation“ verhaftet, in Cizre zehn Personen, die nach den Protesten am 15. Februar festgenommen worden waren.

Somit sind innerhalb von zwei Tagen 48 Personen verhaftet worden.

Quelle: ANF, 01.03.2008, ISKU

„Herr Öcalan“-Krise

Die sich in der Türkei vertiefende Krise um den Begriff „Herr“ im Zusammenhang mit Abdullah Öcalan nimmt tragisch-komische Züge an. Zuletzt wurde vom Justizministerium ein Ermittlungsverfahren gegen 28 Verteidiger Öcalans angestrengt, weil diese in den
Besuchsanträgen den Begriff „Herr“ verwendet haben. Die Anwälte haben jetzt zehn Tage Zeit, Stellung zu nehmen.

Quelle: ANF, 01.03.2008, ISKU

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