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GfbV: Kaltherzig und ruecksichtslos: Schuenemanns spielt mit dem Leben und der ,Gesundheit von 8000 verfolgten irakischen Christen

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GESELLSCHAFT FÜR BEDROHTE VÖLKER

PRESSEMITTEILUNG

Göttingen, den 25. Juli 2008

Kaltherzig und rücksichtslos: Schünemanns spielt mit dem Leben und der Gesundheit von 8000 verfolgten irakischen Christen

Die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) hat dem
niedersächsischen Innenminister Uwe Schünemann am Freitag
vorgeworfen, kaltherzig und rücksichtslos mit dem Leben und der Gesundheit von 8.000 verfolgten irakischen Christen zu spielen. "Schünemann hat die Initiative von Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble, einem Kontingent von assyro- chaldäischen Christen Zuflucht zu gewähren, durch seinen Einspruch torpediert und diese verzweifelten Menschen wieder für Wochen, wenn nicht Monate in ihre elende Lage zurückgestoßen", kritisierte der GfbV- Generalsekretär. Tilman Zülch. Der Landesinnenminister hatte gegen die Aufnahme von Flüchtlingen aus dem Irak am vergangenen Wochenende
Sicherheitsbedenken geäußert und gemutmaßt, Terroristen könnte so der Weg nach Deutschland geebnet werden. Schäuble hatte seine Pläne bei der europäischen Innenministerkonferenz in Brüssel am Donnerstag zurückgestellt.

Die Weltpresse, die GfbV und andere internationale
Menschenrechtsorganisationen, führende westliche Intellektuelle, Parlamentsausschüsse der westlichen demokratischen Staaten hätten erschöpfend darüber berichtet, dass die neuaramäischsprachigen Christen, die sich im Irak meist Assyro-Chaldäer nennen, dort systematisch verfolgt werden. Christen im Irak wurden ermordet, gekreuzigt, enthauptet, vergewaltigt, zwangsislamisiert, gekidnappt oder sie verschwanden für immer. Über 40 ihrer Kirchen wurden zerstört, auf ihre Schulen, Geschäfte und Institutionen wurden Bombenanschläge verübt.

Hunderttausende Assyro-Chaldäer sind vor diesem Terror in die Nachbarstaaten Jordanien und Syrien geflüchtet. "Dort müssen sie kläglich ihr Leben fristen, oft ihr letztes Hab und Gut verkaufen, weil sie meist keine Arbeit finden", berichtete Zülch. "Einige der Ärmsten unter ihnen mussten sich verkaufen, um wenigstens ihre Kinder ernähren zu können." Die große Mehrheit dieser Flüchtlinge wage es nicht und wolle nicht mehr in den Irak zurückkehren. Sie suchten Schutz im Westen.

Aus den gut eine Million Assyro-Chaldäern aus dem Nahen Osten seien in westlichen Ländern und in Übersee vorbildliche, integrierte, erfolgreiche, loyale Staatsbürger geworden, sagte Zülch. Ihre Integration sei genauso eine "Erfolgsstory" wie die der Hugenotten vor 200 Jahren. "Mir ist kein einziger Fall von Illoyalität, geschweige denn Terrorismus dieser ehemaligen Flüchtlinge in irgendeinem westlichen Land bekannt."

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