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Irak: Krieg ums Öl spitzt sich zu
Nachdem sich die Situation im Verlauf des letzten Jahres stabilisiert hatte,
spitzt sich der Krieg derzeit wieder zu: blutige Auseinandersetzungen,
Bombardements und anderweitige Luftangriffe der amerikanischen Besatzer
gehoeren zum Tagesgeschehen.
Im vergangenen Jahr hatten die verschiedenen am Buergerkrieg beteiligten
Gruppen ein Stillhalteabkommen geschlossen, um das Blutvergießen zu
einzudaemmen.
In der anschließenden Zeit hatte sich die Lage weitgehend beruhigt und die
US-Regierung sprach von einem Erfolg des "surge", der Truppenaufstockung.
Die Zeit der relativen Ruhe wurde im vergangenen Monat beendet: die Besatzer
hielten es fuer angebracht, nun den Zugriff auf das wichtigste Oelrevier im
Irak im Sueden des Landes am persischen Golf durchzufuehren.
Vorbereitet worden war dieser Zugriff durch das neue Gesetz zur Durchfuehrung
von Regionalwahlen, die mehr oder weniger autonome Verwaltungen der Provinzen
ermoeglichen sollen: vorgesehen war, dass im Sueden des Irak auf diesem Wege
die Verbuendeten der US-Besatzer freie Hand bekommen sollten, um den
Oelreichtum am Golf den amerikanischen Oelkonzernen zu ueberreichen.
Diesem Plan stand jedoch eine politische Figur im Wege: der Schiitenfuehrer Al
Sadr und seine nach Millionen zaehlende Anhaengerschaft, die gerade im Sueden
stark vertreten ist und der fraglos aus den Wahlen als Gewinner hervorgegangen
waere.
Vor diesem Hintergrund war Regierungschef Maliki beauftragt worden, eine
Offensive der irakischen Armee gegen Al Sadr durchzufuehren, die jedoch nach
kurzer Zeit scheiterte und aufgegeben werden musste.
Fortgefuehrt wurde und wird diese Offensive weiterhin vom US-Militaer, das
unter anderem durch Luftangriffe auf die Wohngebiete der Anhaenger Al Sadr 's
in Bagdad und deren Belagerung den Gegner in die Knie zu zwingen versucht.
Der letzte Versuch bestand darin, die Wohnquartiere der 3 Millionen Sadristen
in Bagdad in ein Gefaengnis zu verwandeln: man begann bereits mit dem Bau einer
Mauer zu diesem Zweck.
Die Verelendung der Bewohner durch den seit Wochen anhaltenden
Belagerungszustand, die weitgehend von der Versorgung abgeschnitten sind, ist
bereits fortgeschritten.
Nun drohte Al Sadr mit offenem Krieg gegen die Besatzungsmacht, sollte diese
die andauernden Attacken nicht einstellen.
Der Versuch der Besatzer, Al Sadr und seine Anhaenger bis zu den Wahlen im
Oktober unschaedlich zu machen, um die politischen Verhaeltnisse im Oelrevier
durch die Kollaborateure der US-Regierung kontrollieren zu koennen, ist
offensichtlich.
Unter der schiitischen Bevoelkerung geniesst Al Sadr den hoechsten Respekt, da
er - wie die große Mehrheit der Bevoelkerung - den Abzug der Besatzungstruppen
und die Einheit des Irak fordert. Die uebrigen schiitischen Gruppen und
Parteien, die mit den Besatzern kooperieren, mussten einen starken
Ansehensverlust hinnehmen. Sie verfuegen meist ueber gute Beziehungen zum Iran,
in dem viele von ihnen waehrend der Herrschaft Saddam Husseins im Exil lebten.
Sie zeigten auch die Bereitschaft, eine Abspaltung des schiitisch dominierten
und oelreichen Sueden des Landes, wie er von der US-Regierung forciert wird,
hinzunehmen und zu unterstuetzen. Eine solche Abspaltung wird von Al Sadr
strikt abgelehnt.
Eine Fortsetzung der aktuellen Dynamik laeuft auf einen "Showdown" der
US-Besatzung gegen ihren erbitterten Gegner Al Sadr hinaus.
Den ersten Versuch hatten die Besatzer nach wochenlangen Kaempfen in der
heiligen Stadt Najaf aufgeben muessen, ebenso wie der Versuch, die Sadristen
aus Basra zu vertreiben, erfolglos verlief.
Die Wahrscheinlichkeit ist damit groß, die Spirale der Gewalt und der
Zerstoerung um ein weiteres Mal aufgeheizt wird.und ungeachtet eines
wunschgemaeßen Erfolgs des US-Militaers mindestens die Umsaetze der am Krieg
beteiligten Konzerne - wie die Firma von Vizepraesident Cheney: Halliburton /
KBR, die bereits einen mehrstelligen Milliardenbetrag im Irak verdiente - durch
diese Entwicklung beguenstigt werden.
http://juancole.com/
http://news.yahoo.com/s/mcclatchy/20080419/wl_mcclatchy/2914876;_ylt=AnKt0GgzUec
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