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GESELLSCHAFT FÜR BEDROHTE VÖLKER
PRESSEMITTEILUNG
Göttingen/Berlin, den 08.04.2008
Menschenrechtsausschuss berät über Kontingentlösung
Gesellschaft für bedrohte Völker fordert von Bundesregierung
konkretes Hilfsprogramm für christliche Irak-Flüchtlinge
Die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) hat am Dienstag an die
Mitglieder des Menschenrechtsausschusses des Deutschen Bundestages
appelliert, sich für ganz konkrete Hilfsmaßnahmen für christliche
Flüchtlinge im und aus dem Irak einzusetzen. Der Ausschuss wird am
Mittwoch mit Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble zwar über eine
Kontingentlösung für irakische Christen sprechen. „Doch auch wenn
die Bundesregierung unsere langjährige Forderung nach Aufnahme von
30.000 Assyro-Chaldäern erfüllen sollte, dürfen wir das Schicksal
der Zurückbleibenden nicht vergessen“, mahnte der
GfbV-Generalsekretär Tilman Zülch.
Die GfbV fordert von der Bundesregierung, dass sie gemeinsam mit
anderen europäischen Regierungen ein Entwicklungsprogramm für
christliche Flüchtlinge im autonomen irakischen Bundestaat Kurdistan
und in der angrenzenden, von kurdischen und christlichen
Sicherheitskräften geschützten Niniveh-Ebene finanziert. Beide
Regionen seien weitgehend befriedet und mit der Aufnahme von bisher
rund 120.000 christlichen Flüchtlingen überfordert.
„Wer sich auf christliche und abendländische Traditionen beruft,
darf dem Massen-Exodus der letzten 600.000 Christen aus dem Irak und
der Zerstörung ihrer 2000-jährigen Tradition und Kultur nicht
tatenlos zusehen“, schrieb Zülch. Seit November 2004 warnt die GfbV
vor einem Massen-Exodus der assyro-chaldäischen Glaubensgemeinschaft
und der Zerstörung ihrer 2000-jährigen Kultur und Tradition im Irak.
In Pressemitteilungen, Dokumentationen und Appellen an deutsche und
europäische Politiker, aber auch an Kirchen und christliche
Institutionen, mit Mahnwachen und Menschenrechtsaktionen in vielen
deutschen Städten oder auf Kirchentagen hat die GfbV immer wieder
auf das Schicksal dieser vergessenen Minderheit hingewiesen und
Hilfe gefordert.
In einer „Chronik der Gewalt“ hat die GfbV kontinuierlich Verbrechen
an Christen dokumentiert. 37 christliche Kirchen wurden ganz oder
teilweise zerstört. Auf Nonnen, Priester und Bischöfe wurden
zahlreiche Attentate verübt, die viele nicht überlebten. An
zahlreichen Orten im zentralen und südlichen Irak sind in den
christlichen Gemeinden nur Alte, Kranke und Arme zurückgeblieben.
Angehörige der christlichen Volksgruppe wurden entführt,
vergewaltigt, zu Tode gefoltert, gekreuzigt, enthauptet oder
erschossen. Vor Todesdrohungen und Misshandlungen haben
Hunderttausende Christen inzwischen die Flucht ergriffen.
>>>>>>>>>>>>> Für Menschenrechte. Weltweit. <<<<<<<<<<<<<<<
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