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GESELLSCHAFT FÜR BEDROHTE VÖLKEr
PRESSEMITTEILUNG
Göttingen/Arbil, den 05. Dezember 2007
Chance nicht verpassen! Auch Deutschland braucht Generalkonsulat in
Irakisch-Kurdistan!
In einem eindringlichen Appell hat die Gesellschaft für bedrohte Völker
(GfbV) die Bundesregierung am Mittwoch aufgefordert, endlich ein
Generalkonsulat im irakischen Bundesstaat Kurdistan einzurichten.
„Deutschland darf die Chance nicht verpassen, mit einer regulären
diplomatischen Vertretung in der kurdistanischen Hauptstadt Arbil sein
Interesse an einer engen Zusammenarbeit mit dem boomenden jungen
autonomen Bundesland im Norden des Irak zu signalisieren“, erklärte der
GfbV-Generalsekretär Tilman Zülch in Göttingen. Irakisch-Kurdistan sei
Modell für ein friedliches Zusammenleben aller Volksgruppen und
Religionsgemeinschaften im Nahen Osten. Hier ein Konsulat zu eröffnen
wäre nach Auffassung der Menschenrechtsorganisation eine gute
Gelegenheit, die Menschenrechtspolitik der Bundesregierung mit den
ökonomischen Interessen Deutschlands zu verknüpfen. Nach
Großbritannien, Frankreich und Italien hat auch Russland in Arbil
gerade feierlich ein Generalkonsulat eingeweiht. Die Vereinten Nationen
in Arbil eröffneten vor kurzem ebenfalls eine Auslandsvertretung. Die
Ukraine und Tschechien betreiben dort Verbindungsbüros. Deutschland ist
lediglich mit einem Honorarkonsul vertreten.
Die GfbV ist mit einer nationalen Sektion und einem Büro in Arbil
präsent, das der deutsche Botschafter in Bagdad, Martin Kobler, am 21.
November 2006 besuchte. Schon damals hatte Zülch dem Diplomaten die
Bedeutung eines deutschen Generalkonsulates in Irakisch-Kurdistan
unterstrichen. Zülch hat in den vergangenen zwei Jahren die
Menschenrechtssituation und insbesondere die Situation der ethnischen
Gemeinschaften und religiösen Minderheiten drei Mal vor Ort
recherchiert. In der befriedeten Region verfügen die „kleineren Völker“
der Turkmenen und Assyro-Chaldäer-Aramäer über eigene Schulen,
Zeitungen, Rundfunk- und Fernsehanstalten in turkmenischer und
neuaramäischer Sprache. Die Sprachen werden auch an den vier
Universitäten gelehrt, bzw. deren Lehre wird vorbereitet. Die
turkmenische Volksgruppe ist mit zwei, die assyro-chaldäische mit drei
Ministern in der Landesregierung vertreten. Die religiöse Minderheit
der kurdischsprachigen Jesiden stellt ebenfalls zwei Minister. Die
Renovierung, bzw. der Bau von religiösen Einrichtungen und
Kulturinstituten dieser Gemeinschaften wird durch öffentliche Mittel
der Regierung gefördert.
Präsident Masud Barzani hatte kürzlich unterstrichen: „Alle Berichte
aus dem Irak zeigen nur Tote und Massaker. Die Menschen vergessen, dass
in Kurdistan Frieden und Stabilität herrschen.“ Deshalb ist das
autonome Bundesland für Zehntausende Christen, die vor Terror und
Gewalt fanatischer Islamisten aus dem arabisch dominierten Teil des
Irak flüchten mussten, zum Zufluchtsort geworden. Ihre Sicherheit
garantiert in Irakisch-Kurdistan neben christlichen Milizen die
kurdische Polizei.
Für Nachfragen ist Tilman Zülch auch erreichbar unter Tel. 0151 153 09
888.
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Gesellschaft für bedrohte Völker / Society for Threatened Peoples
P.O. Box 20 24 - D-37010 Göttingen/Germany
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Dr. Kamal Sido - Tel: +49 (0) 551 49906-18 - Fax: +49 (0) 551 58028
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