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-------- Original-Nachricht --------
Betreff: Faxkampagne: Keine Abschiebungen in den Irak
Datum: Thu, 18 Oct 2007 23:40:00 +0200
Von: Sabine Ellersick <S.ELLERSICK@NADESHDA.org>
Newsgruppen:
cl.politik.migration,cl.aktuelles.umschau,cl.menschenrechte.asien
Keine Abschiebungen in den Irak
"Wer Flüchtlinge in den Irak abschiebt, verschließt die Augen vor der
katastrophalen Sicherheitslage dort" (ai Deutschland)
17. Oktober 2007
Abschiebungen starten wieder! Faxkampagne gestartet.
Abschiebungen in den Irak starten wieder! Nächsten Montag (22.10.07)
findet die erste Abschiebung via Zagros-Air statt. Das Unternehmen ist
wohl unter dem Druck der Kriminalpolizei eingeknickt nachdem es die
Abschiebungen aufgrund unserer Kampagne (irak.antira.info)
zwischenzeitlich gestoppt hatte. Wir rufen dazu auf "ALIRAQ
Aviation-Travel / GSA Zagros-Air" mit Faxen und Anrufen unter Druck zu
setzen damit sie wieder aussteigen. Es ist eine kleine Firma, der
ziemlich leicht unter Druck zu setzen ist. Verantwortlich ist Frau
Balsam der das Subunternehmen ALIRAQ Aviation-Travel mit Sitz in
Frankfurt gehört, da über sie die Abschiebeflüge gebucht werden und sie
in der Lage ist die Flüge zu stornieren - was sie schon bei mehreren
Flügen getan hat.
Hier zwei Faxvorlage (erst eine kurze dann eine lange), es eilt:
- An
- ALIRAQ Aviation-Travel
GSA Zagros Air
Wilhelm-Leuschner Str. 7
60329 Frankfurt am Main
z.H.: Frau Balsam
Fax: 069 / 69 59 737 30 und 069 / 68 09 17 67
Tel: 069 / 69 59 7370
Sehr geehrte Frau Balsam,
bisher kannte ich die kurdisch-irakische Zagros-Air als ein Unternehmen,
das dafür sorgte, dass verletzte irakische Kinder in Deutschland
behandelt wurden. Nun wurde mir bekannt, dass ALIRAQ Aviation-Travel für
Zargros-Ai r ab Montag den 22.Oktober wieder beginnt ihre eigenen
Landsleute gegen ihren Willen in den Irak abschiebt. Ich bin zutiefst
beschämt, dass sich jetzt sogar Iraker selbst an dem Unrecht beteiligen,
das den irakischen Flüchtlingen in Europa widerfährt. Gerade Ihrer
Firma, die ihren Hauptsitz in Erbil hat, sollte die dramatische Lage im
Irak bekannt sein.
Sie sollten wissen, dass ich es mit meinem Gewissen und Glauben nicht
vereinbaren kann, weiter mit einer Airline zu fliegen, die sich aus
reiner Profitgier an unmenschlichen Abschiebungen beteiligt.
Stellen Sie sich auf die Seite der Menschen und des Lebens - steigen Sie
aus dem schmutzigen Geschäft mit den Abschiebungen aus! In der Hoffnung,
bald wieder guten Gewissens mit Zagros-Air fliegen zu können,
Ort, Datum, Unterschrift
- An
- ALIRAQ Aviation-Travel
GSA Zagros Air
Wilhelm-Leuschner Str. 7
60329 Frankfurt am Main
z.H.: Frau Balsam
Fax: 069 / 69 59 737 30 und 069 / 68 09 17 67
Tel: 069 / 69 59 7370
Sehr geehrte Frau Balsam
mit Entsetzen habe ich erfahren, dass die Fluglinie Zagros Air,
vertreten durch das Frankfurter Reisebüro Aliraq Aviation Travel GmbH
mit der Abschiebung irakischer Flüchtlinge aus Deutschland Geld
verdient. Wie Sie wissen, haben viele Tausende Irakerinnen und Iraker
aus dem Nordirak zur Zeit des Regimes Saddam Husseins ihr Land verlassen
und haben in Deutschland Zuflucht gefunden. Die meisten von Ihnen haben
gearbeitet und von ihrem Arbeitsverdienst ihre zurückgebliebenen
Familien unterstützt und haben so einen wesentlichen Beitrag für die
Stabilität, den Aufbau und die Autonomie der unter kurdischer Verwaltung
stehenden Regionen geleistet. Weil das Wirtschaftsembargo der Vereinten
Nationen auch für die kurdische Autonomieregion galt und selbst kleine
Geldüberweisungen an die Familie davon erfasst waren, wurde viele dieser
Personen zu hohen Strafen verurteilt. Sie und alle weiteren Flüchtlinge,
denen inzwischen der Flüchtlingsstatus entzogen wurde,sollen nunmehr in
den Irak abgeschoben werden.
Dies geschieht zu einer Zeit, in der die Flüchtlingskrise im Irak
bedrückende Ausmaße angenommen hat. Die kurdischen Provinzen sollen
derzeit 700.000 Flüchtlinge aus anderen Landesteilen beherbergen. Dass
das reiche Deutschland damit beginnt, diese Flüchtlingskrise dadurch zu
verschärfen, dass Menschen, die schon vor vielen Jahren in ihrer Heimat
alles aufgegeben haben, nun abgeschoben werden, ist ein grober Bruch der
Solidarität zwischen den Völkern. Dabei missachtet Deutschland sogar die
Empfehlungen des UNHCR. Diese Empfehlungen besagen, dass eine Rückkehr
in die kurdischen Provinzen nur für diejenigen möglich ist, die dort
noch familiäre Bindungen haben. Demgegenüber sollen aus Bayern alle
abgeschoben werden, die in einer der Provinzen oder in Kirkuk geboren
wurden - selbst wenn sie dort nicht gelebt haben oder kein
Familienangehöriger mehr dort heute noch lebt.
Wir möchten Sie dabei noch darüber informieren, dass ein Teil der
Personen, die abgeschoben werden, nicht einmal über gültige irakische
Reisedokumente verfügt. Sie sollen mit sogenannten EU-Laissez-passer in
den Irak einreisen. Diese Praxis wird von kaum einer Regierung geduldet
und kommt daher nur bei Abschiebungen in den Kosovo, der unter
Verwaltung der UNO steht, zur Anwendung. Sollte die autonome kurdische
Verwaltung oder die irakische Regierung diese klare Verletzung
staatlicher Souveränität dulden, würde uns dies sehr wundern und die
entsprechenden Autoritäten in ein schlechtes Licht rücken. Falls die
Einreise mit diesen Papieren nicht glückt, haftet Ihre Gesellschaft für
den Rücktransport, da der Transport von Passagieren ohne gültige
Einreisepapiere durch die Internationalen Luftverkehrsabkommen untersagt
ist.
Bitte unterstützen Sie die deutschen Behörden nicht bei diesem Vorhaben.
Stellen Sie ihre Firma nicht für dieses schäbige Geschäft zur Verfügung.
Wir sind uns sicher, dass diese Praxis viele Reisende, die ihre Familie
besuchen wollen oder geschäftlich nach Erbil fliegen müssen, davon
abhalten wird, ihre Fluglinie zu benutzen und Ihnen diese Art von
Geschäften daher auch wirtschaftlichen Schaden zufügen wird.
Mit freundlichen Grüßen
Ort, Datum, Unterschrift
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