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Markus Mauthe / Wildview: Auf dem ''Irrweg''?

Wildview

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Auf dem "Irrweg"?

Posted: 27 Feb 2012 03:56 AM PST

Wie geht es eigentlich dem deutschen Wald? Ein Drittel der Landesfl|ñche ist mit Wald bedeckt. Holz ist ein wichtiger Rohstoff der uns im Alltag in vielf|ñltigster Weise dient. Im deutschen Forst wurde au|ferdem die Nachhaltigkeit erfunden. Kluge Menschen haben schon vor |+ber 200 Jahren gemerkt, das wenn wir unsere W|ñlder |+bernutzen, es irgendwann keine B|ñume mehr geben wird. Also wird seitdem in Deutschland und vielen anderen europ|ñischen L|ñndern nur soviel eingeschlagen wie gleichzeitig nachwachsen kann. Doch wie unterschiedlich ÔÇ×NachhaltigkeitÔÇ£ ausgelegt wird zeigt sich momentan an vielen Fronten, an denen Umweltsch|+tzer und Forst- bzw. Industrieleute um das richtige Konzept der Waldnutzung ringen. |£ber 99% des deutschen Waldes stehen momentan in wirtschaftlicher Nutzung. Das ist j|ñmmerlich wenig. Auf weniger als einem Prozent unserer Waldfl|ñche erlauben wir der Natur wirklich Natur zu sein. Wenn es um Artenvielfalt geht k|Ânnen nur im ungenutzten Wald die nat|+rlichen Kreisl|ñufe uneingeschr|ñnkt existieren. Unz|ñhlige Studien best|ñtigen dies. Deshalb hat die Bundesregierung auch schon im Jahre 2007 die ÔÇ×Nationale Strategie zur biologischen VielfaltÔÇ£ beschlossen. Darin ist festgelegt das 10% der |Âffentlichen W|ñlder der Natur |+berlassen werden sollen.

Umso mehr |+berrascht es zu h|Âren, das der bayrische Forstminister Brunner von einem ÔÇ×IrrwegÔÇ£ spricht, als er |+ber die aktuelle Greenpeace Kampagne zum Schutz alter Buchenw|ñlder Stellung nimmt. Seit Anfang des Monats l|ñuft diese Kampagne Bundesweit und findet im Moment im bayrischen Spessart als Vorort Aktion statt. Bis zu f|+nfundzwanzig Aktivisten durchk|ñmmen die W|ñlder des Spessarts auf der Suche nach |+ber 140 j|ñhrigen Buchen. Diese werden gemessen, markiert und mit GPS Ger|ñten deren Standort genau ermittelt.

Die Arbeit soll dazu dienen die |Âkologisch besonders wertvollen W|ñlder herauszufinden. Diese alten W|ñlder sollen die Grundlage kommender Schutzgebiete werden. Eigentlich hilft Greenpeace der Politik nur ihre eigenen Vorgaben besser umsetzen zu k|Ânnen. Doch der Sturm der Entr|+stung ist wie gewohnt massiv. Die Lobby der Holzindustrie hat auch in Bayern weite Teile der Politik fest im Griff. Es ist im Spessart nicht anders als in anderen Teilen Deutschlands. |£berall dort wo l|ñngst |+berf|ñllige Naturschutzprojekte angegangen werden ist der Widerstand unglaublich heftig als ginge es um den Untergang des Abendlandes. Rein rechnerisch w|ñchst immer noch mehr Wald nach als wie eingeschlagen wird. Doch die Differenz nimmt von Jahr zu Jahr ab. Die Waldstrategie der Bundesregierung richtet sich mehr und mehr nach den Gewinninteressen der Holzindustrie und immer weniger nach Arten- und Umweltschutzerfordernissen. Seitdem mit der Biomasse ein klimafreundlicher Energietr|ñger ausgemacht ist, wittern Viele das gro|fe Gesch|ñft. Holz in Energie umzuwandeln ist eine riesige Einnahmequelle. Doch wer wirklich am ÔÇ×KlimaschutzÔÇ£ Interesse hat dem sollte klar sein, das nur gro|ffl|ñchig intakte W|ñlder auch wirkliche Helfer im Klimaschutz sind n|ñmlich als sogenannte CO2 Senken.

Greenpeace fordert, dass insgesamt 5% des deutschen Waldes (davon 10% |Âffentlichen Waldes) wieder sich selbst |+berlassen wird. Damit bleiben immer noch 95% f|+r den Menschen zur Nutzung |+brig. Die Kampagne wird so lange weiter gehen bis dieses Ziel erreicht ist, und die Politik ihre selbstauferlegten Beschl|+sse auch umsetzt. Einen kleinen Beitrag zum besseren Verst|ñndnis unserer Anliegen konnte auch ich leisten. Vergangenen Samstag habe ich Europas wilde W|ñlder in einem vollen Saal der Aschaffenburger Stadthalle gezeigt. Fast 300 Menschen haben dabei hoffentlich gesp|+rt, das Wald weit mehr ist als ein Rohstoff der ausgebeutet geh|Ârt.

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