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Serbischer Schriftsteller Arsenijevic beschuldigt seine Landsleute
des Rassismus
Hamburg (ots) - Der renommierte serbische Schriftsteller Vladimir
Arsenijevic rechnet mit Fremdenfeindlichkeit und anti-albanischem
Rassismus in seinem Land ab. "Unsere jungen Leute von heute hassen
wieder und ohne Hemmung, mit Leichtfertigkeit und Genuss", sagt er
der ZEIT. Im Konflikt um die Unabhängigkeit des Kosovo beharrt
Serbien auf seinem territorialen Anspruch auf die Provinz. Doch
Arsenijevic wirft in der ZEIT seinen Landsleuten vor, Hass auf
Albaner zu einer nationalen Tugend erhoben zu haben.
Zu Zeiten Titos seien Kosovo-Albaner in den Augen der Serben
"lauter primitive, sich klaglos schlagen lassende, allerhöchstens
mitunter mal komisch wirkende Onkel Toms" gewesen. Unter Milosevic
hätte man sie dann zu "Furcht erregenden gefährlichen Dämonen"
stilisiert, die "unsere historischen Territorien übernehmen" wollten.
Arsenijevic sieht in Serbien sieben Jahre nach dem Sturz von
Slobodan Milosevic wenig Bereitschaft, sich kritisch mit der jüngsten
Vergangenheit auseinander zu setzen. Diese Kultur des Leugnens
vergifte auch die jüngere Generation. Über dreißig Prozent der
Mittelschüler seien nicht bereit, sich mit Albanern anzufreunden,
oder sie zu besuchen. Fast ein Drittel der Jugendlichen befürworte
die Ausweisung aller Chinesen - der einzigen größeren Ausländergruppe
in Serbien. Gegen Homosexuelle und HIV-Infizierte existieren
ebenfalls massive Vorurteile. "Aber was kann man von einer Generation
erwarten", schreibt Arsenijevic "die in Krieg und Zerstörung
aufgewachsen ist und mit der Politik offenen Hasses gestillt wurde,
die keine Visa erhält, um andere Länder, freiere, kennenzulernen?"
Originaltext: DIE ZEIT
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