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Linz: Angriff auf kurdische Gruppe bei 1.-Mai-Kundgebung

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From: Dokumentation und Bibliothek [mailto:aon.912210367@aon.at] Sent: Friday, May 04, 2007 8:59 AM

Angriff auf kurdische Gruppe bei 1.-Mai-Kundgebung

Nach St.Pölten und Vorarlberg kam es kürzlich auch in Linz zu einem Überfall extremistischer Türken auf Kurden.

Wie die Teilnehmer der 1.-Mai-Kundgebung berichteten, wurden sie, während sie an ihrem Sammelpunkt warteten, von türkischen Jugendlichen zunächst beschimpft und dann mit Steinen beworfen. Die Polizei musste einschreiten, um die ordnungsgemäß stattfindende Kundgebung der kurdischen Vereine in Linz zu schützen. Die türkischen Gewalttäter zogen sich zurück als über tausend österreichische Teilnehmer des Umzuges zum ersten Mai umkehrten, um die Kurdinnen und Kurden zu beschützen.

Die Ereignisse in Linz und zuvor in anderen österreichischen Bundesländern zeigen, dass sich die gespannte Situation in der Türkei, wo die Rechtsextremisten schon eine Reihe von Christen ermordet haben, auf Europa auswirkt. Die österreichischen Sicherheitsbehörden und Terrorismus-Experten müssen ihr Augenmerk verstärkt der
ultranationalistischen türkischen Szene widmen. Zu viel Zeit ist von den Behörden in vielen europäischen Ländern verschwendet worden, um linke Aktiviten zu verfolgen. So konnten sich islamistische und nationalistische Extremisten aus der Türkei ungestört ausbreiten. Eine Teilnehmerin der angegriffenen Kundgebung berichtete uns:

Der 1. Mai ist für viele ein einfacher Feiertag, für andere aber ist dieser Tag noch immer der traditionelle Kampftag der Arbeiterbewegung. So gehen inzwischen in etlichen Ländern am "Tag der Arbeit" tausende Menschen auf die Straße: Arbeiter, Gewerkschaftler, Jugendliche und noch viele andere. Und dann sind da noch diejenigen, die ihre Gesundheit, ihren Arbeitsplatz und sogar ihre Freiheit riskieren, wenn sie auf die Straße gehen - wie die etwa Minderheiten oder auch ganze Volksgruppen in der Türkei. Demonstrationen zum 1. Mai werden heute in der Türkei noch immer mit Gewalt niedergeschlagen. Gründe sind antisozialistische faschistische Repressionsversuche. Unterdrückung wird nicht nur gegen die Arbeiterbewegung oder gegen Minderheiten, sondern auch gegen das kurdische Volk ausgeübt.

Die ständige Gewalt, der das kurdische Volk schon seit Jahrzehnten ausgesetzt ist, hat sich mittlerweile auch schon auf die europäischen Staaten ausgeweitet.

Ein beunruhigendes Beispiel waren die von türkischen Ultranationalisten angestrebten Provokationsversuche gegen den Maiaufmarsch von kurdischen Vereinen am 1. Mai 2007 in Linz. Türkische
Ultranationalisten, die diese Unruhen bewusst geplant hatten, provozierten mit Steinwürfen und wüsten Beleidigungen die auf ihre Reihe wartende Gruppe von Kurden; verletzt wurde dabei ein 17-jähriges kurdisches Mädchen von einem der Provokateure am Arm. Meist von den türkischen Medien beeinflusste nicht integrationsfähige türkische Jugendliche betreiben hier dieselbe Politik wie ihre Staatsmänner in der Türkei: die Gewalt bloß nicht zu stoppen, um den lang ersehnten Frieden für die Kurden zu untergraben.

Seit der Verschleppung des Kurdenführers Abdullah Öcalan in die Türkei im Jahr 1999 befindet er sich als einziger Gefangener in Isolationshaft auf der Gefängnisinsel Imrali im Marmara-Meer. Bei der Pressekonferenz am 1.März 2007 in Rom gaben die Anwälte Abdullah Öcalans bekannt, dass anhand von Haarproben der Verdacht auf eine Vergiftung durch Schwermetalle bestehe. Beobachter sehen darin eine gezielte Strategie der Armeeführung, die regierende AKP in Schwierigkeiten zu bringen. Die dunklen Mächte im Hintergrund wollten kurdische Unruhen provozieren, die es aber nicht gab.

Im Gegenteil: Der vor 5 Monaten einseitig ausgerufene Waffenstillstand der kurdischen Freiheitskämpfer wird weiter eingehalten, obwohl täglich Militäroperationen gegen die Guerilla stattfinden. In ihrem verzweifelten Bemühen, die Kurden zu provozieren, schrecken die Hintermänner nicht mehr davor zurück, gewaltsame Konflikte in Westeuropa zu provozieren.

05.05.07    Kurdistan Infos <kigb@gmx.de>
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