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Bonn/Berlin – Wenn man satt ist, erlahmen oft die Kräfte. Manchmal bremsen
erzielte Erfolge den eigenen Ehrgeiz. So scheint es den osteuropäischen
Ländern zu gehen, deren Reformeifer nach Ansicht der Europäischen Bank für
Wiederaufbau und Entwicklung (EBWE) http://www.ebrd.com/de/index.htm
mittlerweile abflaut. Das Wirtschaftswachstum in der Region, die
inzwischen 29 Länder von Polen bis zur fernen Mongolei umspannt, wird in
diesem Jahr bei 6,2 Prozent liegen, schätzt die Osteuropabank in ihrem
Jahresbericht. „Das ist zwar eine Steigerung gegenüber dem vergangenen
Jahr, liegt aber immer noch unter dem Wirtschaftswachstum von 6,7 Prozent
im Jahr 2004“, schreibt die Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ)
http://www.faz.net.
Hohe Löhne, eine leichtere Kreditaufnahme und Zuflüsse von
Familienmitgliedern, die im Westen arbeiten, kurbelten zwar den Konsum an.
Zudem fließe weiterhin viel Auslandskapital nach Osteuropa, auch wenn die
Osteuropabank davor warne, dass der Enthusiasmus der Kapitalgeber für
Investitionen in den Schwellenländern angesichts des überall steigenden
Zinsniveaus nachlassen könnte. Aber insgesamt lasse der Reformeifer in
Zentraleuropa, im fernen Südosteuropa und in Russland und Zentralasien oft
nach. Nach Analyse der Bank sei die erste Welle der Reformen in den
vergangenen zehn Jahren zwar erfolgreich durchgezogen worden. Seit diese
Länder jedoch Mitglied der Europäischen Union geworden seien, hapere es
mit der zweiten Reformwelle, also den Unternehmensumstrukturierungen, der
Wettbewerbspolitik, notwendigen Infrastrukturprogrammen und der Reform des
Gesundheits- und Bildungswesens. Aufgrund politischen Drucks würden einige
Reformen sogar wieder zurückgenommen.
„Die meisten Reformen wurden von 1992 bis 1997 durchgezogen, als der
Ölpreis und die Rohstoffpreise niedrig waren. Seit der Ölpreis und die
Rohstoffnotierungen im Jahr 1999 deutlich anzogen, haben die Reformen
aufgehört, oder sie wurden teilweise sogar annulliert“, so die
Osteuropabank. „Die Staaten, die von den hohen Energie- und
Rohstoffpreisen profitieren, werden daher mit der größten Hürde auf dem
Weg zu weiteren Reformen konfrontiert.“ Neben diesen eher kritischen
Tönen darf nicht vergessen werden, dass sich die EU-Erweiterung auch als
Wachstumsmotor gerade für deutsche Unternehmen erwiesen hat. Schon die
Erweiterung vor zwei Jahren habe sich sehr positiv für deutsche
Mittelständler ausgewirkt, betonte Mario Ohoven, Präsident des
Bundesverbandes mittelständische Wirtschaft (BVMW)
http://www.bvmwonline.de, bei einer BVMW-Veranstaltung mit dem rumänischen
Botschafter in Deutschland, Bogdan Mazuru. „Insbesondere Rumänien mit
seinen traditionell engen Beziehungen zu Deutschland bietet ideale
Voraussetzungen für Kooperationen“, betonte Ohoven.
Besonders Erfolg versprechend verlaufe die Zusammenarbeit im
Energiesektor, beim Gesundheitswesen und bei Bildung und Forschung.
Ähnlich sah dies der rumänische Botschafter: „Nicht Angst vor, sondern
Freude auf neue Herausforderungen muss die Devise des Mittelstands sein.“
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