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Bonn/Berlin – Die österreichische EU-Präsidentschaft im ersten Halbjahr
2006 dürfte für Kroatien von Vorteil sein. Insbesondere von den größeren
Staaten – vor allem Großbritannien und Frankreich – fühlte sich das
nationalstolze Land zuletzt oft ungerecht behandelt. Österreich machte nie
einen Hehl daraus, dass es sich dem 4,8-Millionen Einwohner zählenden
Staat, der erst vor 15 Jahren unabhängig wurde, freundschaftlich verbunden
weiß. Die Ziele Kroatiens sind klar definiert: Sie heißen Europäische Union
(EU) und NATO. Spätestens 2008 will man in der EU sein. Für beschleunigte
Beitrittsverhandlungen mit dem kleinen Land sprach sich jetzt auch Mario
Ohoven, Präsident des Bundesverbandes mittelständische Wirtschaft (BVMW)
http://www.bvmwonline.de und Vorsitzender des europäischen Dachverbands
der nationalen Mittelstandsvereinigungen Confédération Européene des
Associations de Petites et Moyenne Entreprises CEA-PME
http://www.cea-pme.org aus.
„Kroatien hat sich in einem vorbildlichen Reformprozess auf die
Mitgliedschaft in der Europäischen Union vorbereitet. Dank der
geographischen Nähe und einem Wirtschaftswachstum von derzeit fast fünf
Prozent ist das Land schon heute ein interessanter Markt für
mittelständische Betriebe aus Deutschland“, so der Mittelstandspräsident
wörtlich. In einem Exklusivinterview für das BVMW-Magazin Der Mittelstand
wirbt der kroatische Staatspräsident Stjepan Mesic für eine
Beitrittsperspektive seines Landes. Kroatien gehe gut vorbereitet in die
Verhandlungen mit Brüssel. „Wir sind der Meinung, dass wir bis 2008 alle
Fragen lösen können“, so Mesic zuversichtlich. Sein Land wolle möglichst
bald eine stabilisierende Rolle auf dem Balkan spielen. Die Länder des
ehemaligen Jugoslawien kooperierten heute schon recht gut miteinander.
Sein Land suche die Aussöhnung mit dem ehemaligen Intimfeind Serbien.
Nach einem Bericht der Netzeitung http://www.netzeitung.de geht Kroatien
bei der Rekrutierung seines diplomatischen Personals ungewöhnliche Wege.
Kroaten, die sich um einen Job im Außenministerium bewerben, müssen einen
so genannten Sex-Test absolvieren. In einem Fragebogen werden die guten
Sitten der Diplomaten in spe getestet. „Finden Sie Pornofilme reizvoll?“
und „Besuchen Sie Partys mit Partnertausch?“ seien einige der Fragen, die
sich auf die sexuellen Vorlieben der Kandidaten beziehen.
Der „Balkan-Tiger“ Slowakei machte Anfang Februar mit schlechten
politischen Schlagzeilen von sich reden. Die Vierparteienkoalition in der
Slowakei zerbrach. „Gegen alle Angriffe der Opposition konnte sich
Ministerpräsident Mikulas Dzurinda über Jahre als offensichtlich genialer
Taktiker souverän behaupten, obwohl sich seine Vierparteien-Koalition, die
international mit ihren Wirtschaftsreformen für Furore sorgte, schon seit
Ende 2003 im Parlament nicht mehr auf eine eigene Mehrheit stützen“,
schreibt der Leiter des Verbindungsbüros Bratislava der
Konrad-Adenauer-Stiftung (KAS) http://www.kas.de, Stefan Gehrold, in dem
Politischen Bericht Slowakei Februar 2006 seiner Stiftung. Auslöser der
Regierungskrise war ein Zusatzvertrag mit dem Vatikan. Fast 70 Prozent der
Slowaken sind Katholiken. Schlechte Folgen könnten die Querelen für die
Wirtschaft haben. So stimmte der Ministerpräsident einer von der
Opposition gestellten Bedingung nach einem sofortigen Stopp aller weiteren
Privatisierungen zu. Doch gerade mit diesen Wirtschaftsreformen und einer
klugen Steuerpolitik hatte das Land in den vergangenen Jahren auf sich
aufmerksam gemacht.
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