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Den Kreml ueberzeugen / Schauprozess - Kommentare zu Weissrussland / Hinrichtung

Neue OZ: Kommentar zu Weißrussland / Hinrichtung

Osnabrück (ots) - Den Kreml überzeugen

Es ist höchste Zeit, dass Alexander Lukaschenko die politische Bühne in Europa verlässt. Viel zu lange schon kann der skrupellose Staatspräsident Weißrusslands sein Volk knechten und eine
blutrünstige Diktatur befehligen. Seit 18 Jahren regiert der Autokrat das Land mit stalinistischen Methoden, lässt Demonstranten und Oppositionelle niederknüppeln, wegsperren und foltern.

Vorläufiger Höhepunkt ist nun die Vollstreckung des höchst umstrittenen Todesurteils gegen zwei mutmaßliche Attentäter, die vor einem Jahr einen Bombenanschlag auf die U-Bahn in Minsk verübt haben sollen. Die Schuld der Verurteilten ist nicht erwiesen, Beweise, sofern es überhaupt welche gab, sind bereits vernichtet.
Gnadengesuche der beiden Angeklagten hatten ebenso wenig Erfolg wie internationale Appelle, die Hinrichtung per Genickschuss auszusetzen. Mit Rechtsstaatlichkeit hat das alles nichts zu tun.

Im Gegenteil: Es spricht einiges dafür, dass der Prozess manipuliert wurde, um von der derzeitigen Wirtschaftskrise im Land abzulenken. Würde nicht Russland das Regime Lukaschenko stützen, wäre die Lage für den Herrscher längst prekär. Die Staatengemeinschaft muss daher mit weiteren Sanktionen auf die Führung in Minsk einwirken. Dazu gehört auch, die Ausrichtung der
Eishockey-Weltmeisterschaft 2014 in Weißrussland infrage zu stellen. Zugleich gilt es, den Kreml davon zu überzeugen, den letzten Diktator Europas endlich fallen zu lassen.

Originaltext: Neue Osnabrücker Zeitung
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RNZ: "Schauprozess" - Kommentar zu Weißrussland

Heidelberg (ots) - Von Sören Sgries

Nein, die Hinrichtung von Wladislaw Kowaljow und Dmitri Konowalow in Weißrussland ist nicht die Vollstreckung eines Gerichtsurteils. Sie ist die Machtdemonstration des Diktators Lukaschenko. Es geht gar nicht darum, ob tatsächlich zwei Terroristen hingerichtet wurden, die für den Tod von 15 Menschen bei einem Anschlag in der Minsker U-Bahn verantwortlich sind, oder ob es ein paar unschuldige Bauernopfer sind und der Anschlag von Lukaschenko inszeniert war. Denn der Prozess, der sich anschloss, war nichts weiter als ein Schauprozess. Lukaschenko beweist damit, welche Macht er in seinem Staat hat - über Leben und Tod. Er festigt damit innenpolitisch seine Stellung und schüchtert die wenigen Mutigen im Land weiter ein.

Und die europäischen Nachbarn? Sie können nur zusehen. Denn auch wenn zahlreiche Sanktionen beschlossen sind: Solange Russland an der Seite Lukaschenkos steht, ist der Westen machtlos. Finanzhilfen im Gegenzug für demokratische Reformen: Dieses Angebot wurde schon oft gemacht - und abgelehnt. Lukaschenko kann sich darauf verlassen, dass er aus Moskau Unterstützung bekommt. Die Vasallentreue, die er dafür schuldet, gewährt er gern. Schließlich kann er sich dadurch Kraftmeiereien gegenüber dem Westen herausnehmen, die sonst undenkbar wären. Welcher Staatsmann würde sonst dem deutschen Außenminister dreist entgegenhalten, er sei lieber ein Diktator als homosexuell?

Auch die Hinrichtung der jungen Männer ist in gewisser Weise eine Provokation des Auslands. "Ich allein entscheide wie ich es möchte", sagt Lukaschenko damit. Eine solche Haltung eines Staatschefs ist unerträglich - erst recht mitten in Europa.

Originaltext: Rhein-Neckar-Zeitung
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