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China verhängt erstmals Todesstrafen wegen der Tibet-Unruhen im März
2008
Berlin (ots) - China hat erstmals im Zusammenhang mit den
Tibet-Unruhen des vergangenen Jahres Todesstrafen verhängt. Wie die
chinesische Nachrichtenagentur Xinhua meldete, wurden zwei Personen
für schuldig befunden, tödliche Feuer gelegt zu haben, und zum Tode
verurteilt. Zwei weitere erhielten die Todesstrafe mit
Vollstreckungsaufschub. Die Tibet Initiative Deutschland e.V. (TID)
ist erschüttert und empört über die Urteile und fordert deren
sofortige Aufhebung, um das Leben der Verurteilten zu retten.
"Ungeachtet der Vorwürfe verurteilen wir die Anwendung der
Todesstrafe durch China aufs Schärfste", erklärt Nadine Baumann,
Geschäftsführerin der TID. "Zudem ist anzunehmen, dass den
Angeklagten auch in diesem Fall jede Chance auf Verteidigung verwehrt
wurde. Mit den Todesurteilen verstärkt die chinesische Führung
abermals die Atmosphäre der Angst und Unterdrückung in Tibet."
Die Tibet Initiative Deutschland e.V. appelliert an die deutsche
Bundesregierung, sich unverzüglich gegenüber Peking für die Aufhebung
der Urteile und die Durchführung von fairen und transparenten
Verfahren einzusetzen. Sie weist auf die Dringlichkeit hin, von
internationaler Seite auf die chinesischen Behörden einzuwirken, da
die Urteile bereits in Kürze vollstreckt werden können.
Seit den Unruhen, die im März 2008 infolge der Niederschlagung
friedlicher Demonstrationen in Lhasa begonnen hatten und zu Protesten
in ganz Tibet führten, haben chinesische Gerichte bereits über 200
Tibeter verurteilt, viele von ihnen zu lebenslänglichen Haftstrafen.
Hunderte weitere befinden sich ohne Verurteilung in Haft oder sind
"verschwunden". Freigelassene Häftlinge berichten regelmäßig von
schweren Misshandlungen und Folter.
Die Tibet Initiative Deutschland e.V., größte und älteste
politische Tibet-Unterstützer-Organisation in Deutschland, ist Teil
des Internationalen Tibet-Unterstützer-Netzwerks (ITSN). Seit 1989
setzt sie sich für das Selbstbestimmungsrecht der Tibeter und die
Wahrung der Menschenrechte im besetzten Tibet ein. Mit über 50
Regionalgruppen und Kontaktstellen kämpft sie für diese Ziele - durch
Aufklärungsarbeit, Aktionen, Mahnwachen und politische Arbeit.
Originaltext: Tibet Initiative Deutschland e.V.
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