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14.03.2008 - Weltstaudammtag / Staudamm-Projekt in Indien bedroht
200.000 Ureinwohner
Bonn (ots) - Die Regierung im indischen Bundesstaat Andhra Pradesh
plant den Polavaram-Staudamm am Fluss Godavari. Der gigantische
Staudamm soll Bewässerungsmöglichkeiten schaffen, die
Trinkwasserversorgung verbessern und Strom aus Wasserkraft
produzieren. Der Nutzen des Staudamms wird allerdings von
Wissenschaftlern in Frage gestellt.
Um den Bau zu realisieren, müssten riesige Naturgebiete in den
Fluten versinken und über 200.000 Menschen ihre Heimat verlassen. Ein
Bundesgesetz räumt den Betroffenen weitgehende Rechte ein: Ihre
schriftliche Einwilligung ist erforderlich, sie haben Anspruch auf
Entschädigung. Doch den Menschen sind diese Rechte oftmals nicht
bekannt - oder sie können sie nicht einfordern, weil sie keine
Land-Besitzurkunden haben.
Bislang konnte die Regierung von Andhra Pradesh nicht erklären, wo
sie Land für 200.000 Menschen finden will. Die Mehrheit besteht aus
Ureinwohnern, die traditionell in und von den Wäldern leben. Falls
diese keinen adäquaten Ersatz-Lebensraum erhalten, werden die meisten
von ihnen in den städtischen Slums verelenden.
"Das hier ist die Heimat unserer Vorfahren. Jetzt ist es unsere
Heimat. Wir werden die Zukunft unserer Kinder bewahren!", sagt Frau
Sammakka vom Stamm der Koya bei einer Versammlung der Staudammgegner.
Die drei Partnerorganisationen der Andheri-Hilfe Bonn im
Polavaram-Gebiet gehören zu den wichtigen "Aufklärern": Sie
informieren die Bevölkerung seit 2005 über die Ausmaße und
Auswirkungen des Staudammprojekts. Sie unterstützen sie, sich zu
organisieren, damit sie gemeinsam für ihre Anliegen eintreten und
ihre Rechte durchsetzen können Einen unerwarteten Erfolg konnten die
Staudammgegner im Januar 2008 verzeichnen: Die "Nationale
Umweltbehörde" hob die im Jahre 2005 erteilte Projektgenehmigung auf.
Die Regierung von Andhra Pradesh erhob sofort Einspruch dagegen. Ende
März wird die Entscheidung des Obersten Gerichtshofs erwartet.
Originaltext: Andheri-Hilfe Bonn e.V.
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Interviews gibt Frau Elvira Greiner (1.Vorsitzende).
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