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Buchrezension
Uzodinma Iweala: Du sollst Bestie sein!
Übersetzt von Marcus Ingendaay, Ammann, Zürich 2008,157 S., 18,90 Euro
Text aus amnesty journal Mai 2008 von N.N.
Schicksal von Kindersoldaten
Das Thema Kindersoldaten wurde bereits mehrfach literarisch verarbeitet,
erwähnt seien etwa die Bücher »Feuerherz« von Senait Mehari oder »Allah
muss nicht gerecht sein« von Ahmadou Kourouma. Der Harvard-Absolvent
Uzodinma Iweala, dessen Familie aus Nigeria stammt, hat einen eindrucksvollen
Beitrag zu dieser Literatur geliefert.
Der Junge Agu muss bei einem Angriff aus seinem Dorf fliehen und gerät in die
Hände von Rebellen. Deren Anführer, der »Kommandante«, macht ihn zum Soldaten
einer armseligen Truppe aus Kindern - ohne Behausung oder Essen und mit der
Kleidung von Toten. Zeit und Ort dieser Geschichte bleiben unerwähnt. Sie
spielen auch keine Rolle, da Iweala das Thema literarisch verdichtet. Er
erfindet eine Kunstsprache, in der er Agu seine Geschichte erzählen lässt,
in einer der Kindersprache nachempfundenen Grammatik. Was erzählt wird, macht
beklommen, ohne dabei voyeuristisch zu sein: Agu wird zum Mörder gedrillt, mit
Drogen vollgepumpt, vom »Kommandante« vergewaltigt, er erlebt Massaker und
richtet selbst welche an, er hungert und leidet und hat in all dem Elend in
dem Gefährten Strika einen Freund, der wegen seiner Traumatisierung kein Wort
über die Lippen bringt.
Bisweilen gelingt es Iweala, das Grauen in poetische Bilder zu fassen, etwa
wenn er Agus Gedanken schweifen lässt: »Ich seh die Sonne und will sie fangen
und in der Hand zerdrücken, bis die letzte Farbe rausgequetscht ist. Dann wärs
für immer dunkel, und keiner würd die schrecklichen Dinge sehen, die auf
dieser Welt passieren.« Agus' Kinderlied geht so: »Soldat Soldat kill kill
kill. So lebst du. So stirbst du.« Letzteres aber trifft auf ihn nicht zu
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