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Somalia: Nach Mord an Mitarbeitern schließt ÄRZTE OHNE GRENZEN
Projekt in Kismayo
Berlin (ots) - Nach dem Mord an drei Mitarbeitern am 28. Januar
2008 in der somalischen Stadt Kismayo hat ÄRZTE OHNE GRENZEN
beschlossen, das dortige Projekt zu schließen. Die internationale
Hilfsorganisation wird aber weiterhin medizinische Hilfe für die
somalische Bevölkerung leisten. Die Projekte an anderen Orten des
Landes laufen weiter.
"Das Projekt zu schließen, war eine extrem schwierige
Entscheidung", sagte Arjan Hehenkamp, Programmdirektor von ÄRZTE OHNE
GRENZEN für Somalia. "In Kismayo gibt es erheblichen Bedarf für
unabhängige humanitäre Hilfe. Doch wir können nicht an einem Ort
weiterarbeiten, an dem Mitarbeiter von uns gezielt angegriffen und
brutal ermordet wurden." ÄRZTE OHNE GRENZEN verurteilt jegliche
Angriffe auf humanitäre Helfer und die damit verbundenen Folgen für
die Unterstützung der ohnehin verletzlichen Bevölkerung Somalias.
Somalia erlebt derzeit eine beispiellose Krise mit eskalierender
Gewalt, massiven Vertreibungen und enormen medizinischen Engpässen.
Hunderttausende Somalis kämpfen ums Überleben und brauchen dringend
sofortige Hilfe. Sie sind die direkten Opfer jedweden Angriffs auf
humanitäre Helfer.
Direkt nach dem Mord im Januar diesen Jahres hatte ÄRZTE OHNE
GRENZEN sämtliche internationalen Mitarbeiter aus Somalia evakuiert.
Die Organisation fühlt sich der Hilfe für die somalischen Menschen
verpflichtet, die Sicherheit der Mitarbeiter hat jedoch höchste
Priorität. In den vergangenen Wochen wurde die Sicherheitslage an
verschiedenen Projektorten im Land sorgfältig geprüft. Mittlerweile
sind an einige Orte, in denen die Sicherheitsbedingungen tragbar
erschienen, erste internationale Mitarbeiter zurückgekehrt.
Mit der Arbeit in Kismayo hatte ÄRZTE OHNE GRENZEN im September
2007 begonnen. Das dortige Team betrieb eine chirurgischen
Notaufnahme und kümmerte sich um Geburtshilfe. Bis zur Schließung
führten die Mitarbeiter mehr als 400 chirurgische Eingriffe durch und
kümmerten sich um mehr als 1.200 Notfälle.
ÄRZTE OHNE GRENZEN arbeitet seit mehr als 17 Jahren in Somalia und
hat derzeit Projekte in zehn Regionen des Landes. 2007 öffnete die
Organisation als Reaktion auf die enormen medizinischen und
humanitären Bedürfnisse zahlreiche neue Projekte. Im vergangenen Jahr
haben die Teams landesweit rund 520.000 ambulante Behandlungen
durchgeführt, 23.000 Patienten stationär aufgenommen und mehr als
2.500 chirurgische Eingriffe durchgeführt.
Originaltext: Ärzte ohne Grenzen
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