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Zentralafrikanische Republik: Frau bei Anschlag auf ÄRZTE OHNE
GRENZEN-Fahrzeug getötet - Organisation überdenkt Präsenz nach
zweitem Todesopfer in neun Monaten
Berlin/Birao (ots) - Bei einem Angriff auf ein Ambulanzfahrzeug
von ÄRZTE OHNE GRENZEN ist am 10. März in der Zentralafrikanischen
Republik eine Insassin getötet worden. Damit gab es zum zweiten Mal
innerhalb von neun Monaten bei einem Angriff auf die Organisation ein
Todesopfer. Die Arbeit der Teams vor Ort musste erneut reduziert
werden. Der aktuelle Angriff ereignete sich in der Provinz Vakaga im
Nordosten des Landes. Das Fahrzeug von ÄRZTE OHNE GRENZEN wurde
gezielt beschossen. Dabei kam die Mutter eines Babys ums Leben, das
gerade aus dem Gesundheitsposten in Gordil entlassen worden war. Die
32-Jährige hinterlässt sechs Kinder. ÄRZTE OHNE GRENZEN stoppte bis
auf Weiteres alle mobilen Kliniken außerhalb größerer Ortschaften.
"Wir sind erschüttert und empört über den Tod der Frau", sagte
Nicole Henze, Landeskoordinatorin von ÄRZTE OHNE GRENZEN. "Dieser
Angriff ist absolut untragbar. Unser Fahrzeug wurde gezielt
angegriffen. Deshalb fragen wir uns, ob wir unter diesen Bedingungen
noch in abgelegenen Regionen arbeiten können und überdenken unsere
Präsenz im Land. Alle Bewaffneten sind verpflichtet, unabhängige
humanitäre Hilfe und das Leben unseres Personals und unserer
Patienten zu respektieren."
Der aktuelle Angriff folgt einer Reihe von Attacken und Drohungen
gegen humanitäre Organisationen und medizinisches Personal innerhalb
der vergangenen Monate. Im Juni 2007 war bei einem Angriff im
Nordwesten des Landes die französische ÄRZTE OHNE
GRENZEN-Mitarbeiterin Elsa Serfass ums Leben gekommen. Die Arbeit der
mobilen Klinken wurde daraufhin für längere Zeit ausgesetzt. Bis zu
dem jüngsten Anschlag hat ÄRZTE OHNE GRENZEN in vielen abgelegenen
Gebieten im Norden des Landes Basisgesundheitsversorgung geleistet.
In schwereren Fällen wurden Patienten in Krankenhäuser überwiesen.
Derzeit können die medizinischen Teams die Menschen in ländlichen
Regionen wegen der schlechten Sicherheitslage aber nicht mehr
erreichen.
Große Teile der Zivilbevölkerung im Norden der
Zentralafrikanischen Republik sind Opfer von Straßenräuberei,
Misshandlungen durch bewaffnete Gruppen sowie wiederholter
Vertreibung. Dörfer sind angegriffen, geplündert und niedergebrannt
worden, so dass die Menschen in den Busch fliehen und dort unter sehr
schwierigen Bedingungen sowie ohne jede Gesundheitsversorgung
überleben müssen.
In der nordöstlichen Provinz Vakaga hat ÄRZTE OHNE GRENZEN bislang
Gesundheitszentren und mobile Kliniken in und um Birao und Gordil
betrieben und damit rund 35.000 Menschen versorgt. Die Teams arbeiten
an sieben weiteren Standorten in den Provinzen Ouham-Pendé, Ouham und
Nana-Grébizi im Nordwesten des Landes. Sie bieten primäre und
sekundäre Gesundheitsversorgung sowie Notfallchirurgie an und
behandelt Tuberkulose, HIV/Aids sowie die Schlafkrankheit. Ärzte ohne
Grenzen arbeitet seit 1997 in der Zentralafrikanischen Republik.
Originaltext: Ärzte ohne Grenzen
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