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Humanitäre Lage in Somalia Jamann: "Ohne Hilfe droht Somalia eine
Hungerkrise"
Bonn (ots) - "Wenn die Hilfsorganisationen nicht schnell einen
sicheren Zugang zu den Flüchtlingen bekommen, droht Somalia eine
Hungerkrise", warnt der Hauptgeschäftsführer von CARE
Deutschland-Luxemburg, Dr. Wolfgang Jamann heute in Bonn. CARE hat
3.000 Tonnen Lebensmittel in Somalias Hauptstadt Mogadischu gelagert,
doch kann diese nicht verteilen, da in Mogadischu weiterhin gekämpft
wird. Weitere 2.000 Tonnen Lebensmittel liegen im Hafen von Mombasa
in Kenia und warten auf eine sichere Verteilung.
Mehr als 80.000 Menschen haben die Hauptstadt aufgrund der
schweren Kämpfe verlassen. Die Entführung eines Frachtschiffes im
Hafen von Mogadischu verstärkt die Gefahr der Auslieferung von
Lebensmittelhilfe per Seeweg. "Auch die Straßen sind kaum passierbar,
da bewaffnete Kämpfer Straßenzölle von bis zu 50 Dollar pro Lastwagen
verlangen", beschreibt Jamann die Lage. Früher benötigte man fünf
Stunden von Baidoa nach Mogadischu, heute brauche man vier bis fünf
Tage für die gleiche Strecke.
CARE musste seine Projekte in Mogadischu aufgrund der intensiven
Kämpfe aussetzen. "Dennoch bereiten wir uns auf Hilfslieferungen vor
und halten Plastikmatten, Moskitonetze und Decken für die
Vertriebenen bereit", so Jamann. "In Somalia beginnt demnächst die
Regenzeit, das wird die Situation noch erschweren". CARE hoffe, bald
helfen zu können, sobald die Flüchtlinge sichere Gebiete erreichen.
Im Norden Somalias sind ebenfalls Kämpfe ausgebrochen. Kämpfer der
Provinz Somaliland haben die Stadt Las Anod annektiert, die zur
Provinz Pundtland gehört. "Dort sind 54.000 Menschen auf der Flucht",
so Jamann. CARE verteile Hilfsgüter an die Betroffenen.
Originaltext: CARE International Deutschland e.V.
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