|
Dieser Text unterliegt dem Urheberrecht und dient exklusiv Ihrer
persönlichen Information.
www.taz.de/digitaz/2007/08/24/a0097.1/text.ges,1
Prügel für die Abschiebepolizei
Französische Polizisten kriegen Schläge in Guinea nach Misshandlung von
Deportierten
PARIS/MADRID/DAKAR rtr/afp/taz Nach sich häufenden Berichten über
Misshandlungen von Afrikanern durch die Polizei bei der Abschiebung aus
Europa gibt es jetzt einen umgekehrten Fall: Sechs französische Polizisten
wurden in Guineas Hauptstadt Conakry am Flughafen verprügelt, als sie dort
zwei aus Frankreich deportierte Guineer ablieferten. "Wir erhielten eine
Menge Schläge von den beiden Abgeschobenen, einigen Passagieren sowie von
zwei Polizisten", heißt es in einem jetzt bekannt gewordenen französischen
Polizeibericht über den Vorfall, der sich am 16. August zugetragen haben
soll. Hinterher seien die Franzosen auf einer Polizeiwache beschimpft
worden, und beim Sicherheitscheck zum Rückflug habe eine Beamtin ihnen
gesagt: "Ihr Barbaren. Die Kolonialzeit ist vorbei."
Guineas Flughafenpolizei sagte, der Zwischenfall werde untersucht. Einer der
Deportierten habe ausgesagt, während des gesamten Fluges von Paris nach
Conakry misshandelt worden zu sein. Dem Polizeibericht zufolge organisierten
Passagiere, die über die Behandlung der beiden empört waren, per Handy aus
dem Flugzeug ein "Empfangskomitee" am Flughafen Conakry.
Unterdessen nehmen die Abschiebungen illegal eingereister Afrikaner aus
Europa weiter zu. Spaniens Innenministerium erklärte, am Dienstag seien 409
Migranten nach Senegal und Marokko ausgeflogen worden. Die Gesamtzahl seit
Jahresbeginn habe damit 4.603 erreicht. Senegals Gendarmerie teilte mit,
Patrouillenboote der EU-Grenzagentur "Frontex" hätten am Dienstag vor
Gambias Küste ein Boot mit 188 meist senegalesischen Flüchtlingen gestoppt.
D.J.
taz vom 24.8.2007
|