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Kamerun: Ernährungslage von Flüchtlingen aus der Zentralafrikanischen
Republik ist kritisch
Yaoundé/Berlin (ots) - Seit mehr als einem Jahr treffen
Flüchtlinge aus der Zentralafrikanischen Republik in Kamerun ein. Den
Ergebnissen einer Untersuchung von ÄRZTE OHNE GRENZEN zufolge liegen
Unterernährung und Sterblichkeitsraten weit über der Schwelle, die
eine Notlage anzeigen. ÄRZTE OHNE GRENZEN verteilt deshalb gezielt
Nahrungsmittel an die gefährdeten Bevölkerungsgruppen. Hilfe von
anderen humanitären Organisationen ist dringend notwendig.
Der Bürgerkrieg und die Gewalt, die die Zentralafrikanische
Republik erschüttern, haben laut dem Flüchtlingshilfswerk der
Vereinten Nationen (UNHCR) zur Flucht von rund 78.000 Menschen
geführt. Sie sind in die Nachbarländer Tschad, Sudan und Kamerun
geflüchtet. Seit dem vergangenen Jahr haben mehr als 26.000 Menschen,
die dem Nomadenstamm der Bororo angehören, an 59 verschiedenen Orten
entlang der Ostgrenze Kameruns Zuflucht gefunden.
Eine Untersuchung von ÄRZTE OHNE GRENZEN in der Stadt Gbiti in der
Ost-Provinz zeigt ein erschütterndes Bild: Von 771 Kindern im Alter
zwischen sechs Monaten und fünf Jahren sind 3,9 Prozent schwer
unterernährt; 7,4 Prozent leiden an einer mäßigen Unterernährung.
Noch gravierender sind die Resultate bei den Fünf- bis Zehnjährigen:
7,5 Prozent sind schwer unterernährt, weitere 16,3 Prozent leiden an
mäßiger Unterernährung. "Die Ernährungslage dieser
Bevölkerungsgruppen, die zu lange nicht wahrgenommen worden ist, ist
nun in einen sehr kritischen Bereich geraten", sagte Christian
Captier, Geschäftsführer der Schweizer Sektion von ÄRZTE OHNE
GRENZEN, anlässlich eines Besuchs in der Region.
Auch die Sterblichkeitsrate ist hoch: In den Flüchtlingslagern
rund um Ngaoui, Ndokayo und Gbiti werden täglich zwischen drei und
sieben Todesfälle auf 10.000 Personen registriert. Damit wird das
statistische Kriterium einer Notlage um das drei- bis siebenfache
übertroffen.
ÄRZTE OHNE GRENZEN hat nun mit einer gezielten Nahrungsverteilung
geantwortet. So wurden im östlichen Landesteil mehr als 12 Tonnen
Nahrungsmittel an 2.398 Kinder unter zehn Jahren und ihre Mütter
verteilt. Die Hilfsorganisation übernimmt zudem in Zusammenarbeit mit
dem kamerunischen Gesundheitsministerium die medizinische Betreuung
der dringendsten Fälle. Gleichzeitig wartet ÄRZTE OHNE GRENZEN auf
eine flächendeckende Nahrungsmittelverteilung, welche die Vereinten
Nationen organisieren. ÄRZTE OHNE GRENZEN ist über die Situation sehr
beunruhigt und fordert die humanitären Organisationen auf, die lange
vernachlässigten Bevölkerungsgruppen möglichst schnell zu
unterstützen.
ÄRZTE OHNE GRENZEN ist seit 1984 in Kamerun tätig und arbeitet mit
dem Gesundheitsministerium in zwei HIV-/Aids-Projekten in Yaoundé und
Douala. Im Krankenhaus von Akonolinga behandelt die
Nothilfeorganisation Menschen mit der vernachlässigten Krankheit
Buruli-Ulkus. Im Norden der Zentralafrikanischen Republik leistet
ÄRZTE OHNE GRENZEN in und um die Orte Paoua, Boguila, Markounda,
Batangafo, Kabo, Kaga Bandoro, Gordil und Birao Hilfe. Die Teams
bieten Basisgesundheitsversorgung an.
Originaltext: Ärzte ohne Grenzen
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