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Auch afrikanische Laender setzen auf Biosprit / Warnungen von OECD, FAO und NGOs

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Westfalenpost - 23.07.2007

Auch Afrika setzt jetzt auf Mais für den Tank

Dakar. Auch viele afrikanische Länder wollen am Boom der Biokraftstoffe teilhaben. In zahlreichen Ländern des Kontinents gibt es Projekte zum Anbau von Pflanzen zur Gewinnung von Treibstoff, wie Recherchen der Nachrichtenagentur AFP ergeben haben.

Damit schlagen diese Staaten Warnungen internationaler Organisationen in den Wind, vor allem in Entwicklungsländern könne es durch den Biosprit-Anbau zu Lebensmittel-Engpässen kommen. Der westafrikanische Staat Senegal etwa richtete vor kurzem ein eigenes Ministerium für erneuerbare Energien und Biokraftstoffe ein. Präsident Abdoulaye Wade will sein Land zum Vorreiter in dem Bereich machen und fördert die Technik massiv. Im Senegal wird bereits versuchsweise Raps für Bio-Diesel angebaut. Außerdem soll eine Fabrik für Bio-Ethanol gebaut werden.

Nigeria plant derzeit sogar 15 Bio-Ethanol-Fabriken und will rund 400 000 Hektar Fläche für den Anbau von Bio-Ethanol reservieren. In der Demokratischen Republik Kongo prüft derzeit eine Regierungskommission die Chancen für den Start des Biosprit-Anbaus. Laut Landwirtschaftsministerium hat das Land dafür riesige Flächen zur Verfügung. Bisher seien in dem von langjährigem Bürgerkrieg gezeichneten Staat nur fünf Prozent der urbaren Fläche auch bewirtschaftet.

Südafrikas Präsident Thabo Mbeki forderte bei seiner Rede an die Nation zu Jahresbeginn den schnelleren Ausbau des Biosprit-Anbaus. Auch die südafrikanischen Staaten Simbabwe, Swasiland und Sambia verfolgen Projekte in dem Bereich - sie wollen die Jatropha-Pflanze anbauen, ein Wolfsmilchgewächs, das zum Verzehr für den Menschen nicht geeignet ist.

Bisher werden Biokraftstoff-Pflanzen vor allem in Südamerika - vor allem in Brasilien - in Südostasien und den USA angebaut. Biosprit gilt als ein wichtiges Instrument im Kampf gegen den Klimawandel. Er soll die Abhängigkeit von fossilen Kraftstoffen verringern. Kritiker weisen aber auch auf die Gefahren hin. Oftmals fallen dem Biosprit die Flächen für den Anbau von Lebensmitteln zum Opfer. So haben die Organisation für Wirtschaftliche Entwicklung und Zusammenarbeit (OECD) und UN-Organisation für Landwirtschaft und Ernährung (FAO) erst kürzlich vor steigenden Preisen für Lebensmittel durch den Biosprit-Anbau gewarnt. Besonders Entwicklungsländern könnten dann gezwungen sein, Lebensmittel zu importieren. In Mexiko kam es kürzlich zu Protesten. Dort stiegen die Preise für Tortilla, eines der Hauptnahrungsmittel besonders für Ärmere, kräftig an, weil immer mehr Mais in die USA exportiert und dort zu Ethanol verarbeitet wird.

Die Nichtregierungsorganisation GRAIN forderte jüngst, den Begriff Biosprit durch Agrartreibstoffe zu ersetzen. GRAIN verwies große ökologische und soziale Schäden. Zudem schade Agrarsprit dem Klima noch stärker als fossile Treibstoffe dies täten.

27.07.07    DNR Redaktionsbüro Fachverteiler <info-berlin@dnr.de>
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