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From: Petra.Titze@eed.de On Behalf Of presse@eed.de
Sent: Friday, April 27, 2007 4:00 PM
To: petra.titze@eed.de
Subject: Pressemitteilung:
Afrikanische Kirchen kritisieren Freihandelsabkommen mit der EU
Dar es Salaam, 27. April 2007 Afrikanische Kirchen und kirchliche
Organisationen - Partner von "Brot für die Welt" und Evangelischer
Entwicklungsdienst (EED) - sind sehr besorgt über die Vorschläge der
EU-Kommission für die Wirtschaftspartner-schaftsabkommen (Economic
Partnership Agreements, EPAs) zwischen der EU und den AKP-Staaten.
Anlässlich eines Treffens zwischen Kirchenvertretern aus sieben Ländern des
östlichen und südlichen Afrika kritisieren sie den Verlauf der
EPA-Verhandlungen und die zu erwartenden negativen Auswirkungen. "Bei
unseren Beratungen ist deutlich geworden, dass EPAs den kirchlichen
Vorstellungen von Gerechtigkeit nicht entspre-chen. Vielmehr gefährden sie
die Lebensgrundlage vieler Menschen und unsere wirtschaftliche
Entwicklung," erklärt Dr. Arthur Shoo, Programmdirektor der
Gesamt-afrikanischen Konferenz der Kirchen (AACC). Bei dem Treffen haben
die Teilnehmer beschlossen, das Engagement der Kirchen gegen EPAs zu
verstärken.
"Bei Verhandlungen die sich so entscheidend auf unsere Länder auswirken,
ist es wichtig, alle betroffenen Gruppen einzubeziehen, wie es das
Cotonou-Partnerschaftsabkommen vorsieht. Das gilt vor allem für die
besonders negativ betroffenen Kleinbauern" ergänzt Pam Mwananshiku,
Mitglied im Exekutivausschuss des Nationalen Kirchenrats von Sambia (CCZ).
"Wir fordern eine konsequente Beteiligung der Zivilgesellschaft am
Verhandlungs-prozess. Denn die Realität zeigt, dass nicht einmal die
Parlamentarier unserer Länder sich ausreichend informiert fühlen", so
Mwananshiku weiter.
Auch das jüngste Angebot der Europäischen Kommission, das eine völlige
Öffnung der EU-Märkte zugunsten aller AKP-Länder vorsieht, wurde von den
Teilnehmern kritisiert. "Dieses Angebot hilft uns nicht im Kampf gegen die
Armut, da es nicht den Kern der Probleme hier in Afrika trifft", kritisiert
Dr. Joseph Ngereza vom tansanischen Kirchenrat und fügt hinzu: "Für die
Sicherung der Lebensgrundlagen der ärmsten Gesellschaftsgruppen ist es viel
wichtiger, die eigenen Märkte effektiv schützen zu können".
Der Generalsekretär des gemeinsamen Kirchenrats in Uganda, Rev. Canon Grace
Kaiso, beklagt die mangelnde Bereitschaft Europas, afrikanische
Entwicklungswege anzuerkennen. "Es gibt Vereinbarungen der Afrikanischen
Union, die Zusammenarbeit und Integration in Afrika voranzutreiben. Die
EPA-Verhandlungen ignorieren diese Bestrebungen und gefähr-den die
gesamtafrikanische Integration."
Europäische Union und AKP-Staaten verhandeln derzeit Freihandelsverträge,
sogenannte Wirtschaftspartnerschafts-abkommen (EPAs), die die AKP-Staaten
zu umfangreichen Marktöffnungen für die Exporte der EU verpflichten sollen.
Brot für die Welt und der Evangelische Entwicklungsdienst (EED)
unter-stützen die afrikanischen Kirchen bei ihren Bemühungen um gerechte
wirtschaftliche Bezie-hungen mit der Europäischen Union. Das Treffen in Dar
es Salaam diente der Entwicklung einer gemeinsamen Strategie zur
Verhinderung ungerechter Handelsabkommen.
Für Rückfragen:
Alexandra Burmann, Beraterin für EPA von EED und "Brot für die Welt":
0160 - 720 58 52
Die bei dem Treffen verabschiedete Erklärung kann bei ihr angefordert
werden.
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