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GWR 317 - März 2007
Darfur: Aller Tod kommt aus den Gewehrläufen
Zur Geschichte eines Massenmords in Afrika
In Darfur/West-Sudan, so heißt es unisono in den bürgerlichen Medien, habe
von 2003 bis 2005 der erste "Genozid" im 21. Jahrhundert stattgefunden.
Immer wieder wird über eine massive Militärintervention des Westens
diskutiert. (Red. Süd)
Mehrfach wurde in der Graswurzelrevolution versucht (1), die hoffnungsvolle,
gewaltfrei-anarchistische Tradition und Bewegung des Ustad Mahmud Muhammad
Taha (genannt der "Gandhi des Sudan") und seiner Organisation, der
"Republikanischen Brüder" (2), bekannt zu machen.
Taha selbst wurde 1985 vom Militärregime Numeiri hingerichtet. Die
Taha-Bewegung lehnte Sharia und Jihad ab und vertrat eine säkulare,
sozialistische und föderalistische Konzeption des Sudan mit gleichen Rechten
für den animistisch-christianisierten Süden ebenso wie für die Westprovinzen
Kordofan und Darfur.
Niemand weiß, ob der Massenmord der letzten Jahre hätte verhindert werden
können, wenn sich die Konzepte dieser minoritären Bewegung in Khartum nach
dem Volksaufstand von 1985 hätten durchsetzen können.
Sie repräsentiert die gewaltfreie Alternativ-Tradition in einem Land, in dem
der jahrzehntelange Krieg zwischen Guerilla und islamistischem Zentralstaat
eine peripher gelegene Region dem Erdboden gleichmacht.
Konstruierte Rassismen in Darfur
Ein Gutteil des Zögerns vieler Libertärer und Gewaltfreier hierzulande, sich
zu Darfur eine Meinung zu bilden, liegt an der Komplexität der
Herrschaftsverhältnisse, aber auch am bisherigen Mangel an Information.
Diesen Mangel behebt nun ein neues Buch von Gérard Prunier, Darfur. Der
"uneindeutige" Genozid. (3) Es ist eine detaillierte Darstellung der
Geschichte Darfurs bis hin zum jüngsten Massenmord. Fast alle nicht näher
ausgewiesenen Informationen dieses Artikels stammen aus diesem Buch.
Sudan heißt "Land der Schwarzen" und Darfur "Land der Fur". Darfur liegt
südlich der Sahara, weit weg von Khartum, gehört zur Sahel-Zone und grenzt
an den Tschad. Die Region ist ein Mosaik unzähliger Bevölkerungsgruppen, die
größten sind die Fur (40%) und die Zaghawa (9%)
Alle BewohnerInnen Darfurs haben eine schwarze Hautfarbe.
Trotz dieser Tatsache sind im Laufe der Geschichte des Sudan immer wieder
Herrschaftsgegensätze zwischen angeblichen ,Arabern' und
,SchwarzafrikanerInnen' konstruiert worden.
Im Gegensatz zum Südsudan ist der Darfur seit mehreren Jahrhunderten
islamisiert. Sein regionaler Islam jedoch gilt dem zentralstaatlichen Islam
in Khartum als oberflächlich, durchsetzt von Stammesriten. Trotzdem will
Khartum Darfur unter Verweis auf die gemeinsame Religion in jedem Fall in
seinem Staatsgebiet behalten, während es im Falle des
christlich-animistischen Südsudan 2005 einem Referendum über die
Unabhängigkeit 2010 zugestimmt hat und damit auch dessen Abspaltung
riskiert.
In Darfur sind die Bevölkerungsgruppen unterteilt in Nomaden (eher in Nordund
Süd-Darfur) und sesshafte, bäuerliche Gruppen (Mitte). Arabische
Nomadengruppen gehen auf frühe Einwanderungsbewegungen aus dem heutigen
Libyen und aus dem Niltal zurück. Die letzte arabische Einwanderungswelle im
18. Jahrhundert waren die sogenannten "Flussaraber" oder "Khartumer", die
sich als Händler in den drei wichtigsten Städten Darfurs niederließen.
Während die älteren arabischen Migrationsgruppen inzwischen mit den
Darfurern verschmolzen sind, blieben die "Flussaraber" eine quasi-koloniale
Fremdelite, die aktuell von Khartum aus immer wieder gegen einheimische
Gruppen in Darfur ausgespielt werden.
Denn der rassistische, von Khartum aus propagierte Diskurs, der sich in der
Arabisierung der Sprache ausdrückt, kürt die "arabischen" Gruppen zum
fortschrittlichen, zivilisatorischen Teil Darfurs, während die Fur und
andere, meist sesshafte Gruppen, die noch ihre Stammessprache sprechen, als
"Afrikaner" oder zuruq ("schwarz") abgewertet werden. Einzelne Gruppen haben
bereits ihre Sprache aufgegeben und sprechen Arabisch. Weil in Wirklichkeit
alle Menschen Darfurs schwarz sind, orientiert sich der zentralstaatliche
Rassismus an einer Unterscheidung qua Gesichtszügen (Nasenform, dicke
Lippen) zur Qualifizierung als "Afrikaner".
Ahmed Ibrahim Diraige, die Hungersnot von 1984 und die libysche Intervention
in Darfur
Die Geschichte des unabhängigen Sudan ist eine Abfolge korrupter,
machtversessener, "demokratischer" Parlamentsregierungen und
militaristischer Putsche. Bis Mitte der sechziger Jahre schien sich in
Darfur gegenüber der britischen Kolonialpolitik kaum etwas verändert zu
haben, welche die für koloniale Interessen uninteressante Region an langer
Leine hielt und mit nur rund 300 Kolonialbeamten regiert hatte, doch Darfur
blieb dadurch auch von jeglicher Infrastruktur ausgenommen. Infolge der
globalen ökologischen Katastrophe dehnte sich die Sahara bereits in den
sechziger und siebziger Jahren nach Süden aus. Das bedrohte die
Lebensgrundlagen der nomadischen Gruppen in Nord-Darfur, was zu ersten
Konflikten mit den sesshaften Bauerngesellschaften der Fur in Mittel-Darfur
führte. 1984 kam es infolge einer hinzukommenden Dürre zu einer Hungersnot,
der "schätzungsweise 95.000 der 3,1 Millionen Einwohner" (Prunier, S. 77)
erlagen.
Der seit 1980 zum Gouverneur aufgestiegene Ahmed Ibrahim Diraige, Gründer
der DDF (Darfur Development Front, seit 1964), hatte Numeiri im November
1983 in einem "Hungerbrief" gewarnt, ohne massive Lebensmittelhilfe aus dem
Ausland sei eine Hungersnot in Darfur unausweichlich, doch der Präsident
geriet darüber in Wut und weigerte sich den Aufruf zur Soforthilfe ergehen
zu lassen. Diraige musste daraufhin nach Saudi-Arabien fliehen, von wo aus
er sich an der Aushebung von Guerillakämpfern zur Verteidigung der
afrikanischen Gruppen beteiligte. Vom Londoner Exil aus versuchte er für die
Fur-Miliz seiner DDF Waffen vom Tschad zu bekommen. (s. S. 89).
Zur Zeit der Massenmorde von 2003 bis 2005 versuchte Diraige, allerdings
erfolglos, mit Hilfe des Henry-Dunant-Zentrum für den humanitären Dialog
eine Art Vermittlung zwischen Khartum und Darfur auszuhandeln.
Dass Diraige für seine Guerilla Waffen vom Tschad bekommen wollte, verweist
auf den Bürgerkrieg im Tschad, der im Darfurer Krieg nach der Hungersnot
1984 noch eine große Rolle spielen sollte.
Bereits 1966 hatte sich auf Darfurer Gebiet, in Nyala, die Frolinat (Front
de libération Nationale du Tchad) gebildet, eine der unzähligen Guerillas im
jahrzehntelangen Tschader Bürgerkrieg. Lybiens Gaddafi wollte die
nicht-islamische Vorherrschaft im Tschad brechen und eine von ihm dominierte
"Arabische Union" auch mit dem Sudan herstellen. Deshalb unterstütze er die
Frolinat in Südlibyen und Darfur, und dort 1972 die Gründung der tadschammu
al-arabi (Vereinigung der Araber), einer "militant rassistischen,
panarabischen Organisation, die den ,arabischen' Charakter der Provinz
betonen sollte" (Prunier, S. 64). Darfur wurde bereits damals mit Waffen
vollgepumpt. Durch die Propaganda Gaddafis in Darfur, der die Region
zeitweise quasi annektiert hatte, wurde der rassistisch konstruierte
Antagonismus zwischen "arabisch-zivilisierten" und
"afrikanisch-unzivilisierten" Bevölkerungsgruppen beträchtlich beschleunigt.
Nach der Hungersnot 1984 und dem Sturz Numeiris 1985 waren von 1985 bis 1989
alle Ingredenzien für einen Bürgerkrieg in Darfur zubereitet. Die
antilibysche tschadische Armee drang im November 1987 in Darfur ein, um die
von Khartum und Gaddafi unterstützten tschadischen Rebellen des CDR (Conseil
Démocratique Révolutionnaire) zu schlagen. Gegen den arabischen Rassismus
der Koalition Gaddafi-Khartum-CDR entstand schließlich die Fur-Guerilla, um
die "afrikanischen" Gruppierungen zu verteidigen. In einer plötzlichen
Wendung versöhnte sich die CDR mit der Tschader Regierung und wurde nun von
Libyen bekämpft. "Die Situation wurde immer verworrener, die Zusammenstöße
häuften sich. Am 15. Februar 1989 wurden 69 Personen getötet, weitere 40 am
17. Februar, wobei niemand mehr so recht wusste, wer eigentlich wen
bekämpfte." (Prunier, S. 91). Von 1985 bis 89 gab es rund 10.000 Kriegstote
und 100.000 Vertriebene. Dieser Bürgerkriegszyklus endete 1992 nach dem
Aufstand des mit der südsudanesischen SPLA (Sudan Peoples Liberation Army)
des John Garang verbündeten Darfurers Daud Bolad. Dessen vom Tschad aus
durchgeführter militärischer Einmarsch in Darfur war schlecht geplant
gewesen und wurde von der Regierung Khartums niedergeschlagen, Bolad erlag
im Januar 92 der Folter. Danach verließen die tschader und libyschen Truppen
Darfur, und bis 2003 kehrte eine relative, repressive Ruhe, unterbrochen
allerdings von einzelnen Kämpfen, ein.
Die Verantwortung der Guerilla
Der Massenmord begann mit einem bewaffneten Aufstand. Was schon für den
Genozid in Ruanda 1994 triste Tatsache ist, sollte sich von 2003 bis 2005
wiederholen. In dem einen wie dem anderen Fall ist der Massenmord eine Art
überdimensionierter Rachefeldzug gegen die Guerilla. In Darfur gründeten
sich 2003 zwei Guerillagruppen, die von Chalil Ibrahim aus London gesteuerte
und von Hassan al-Turabi inspirierte radikal-islamistische JEM (Justice and
Equality Movement) und die säkulare, mit der südsudanesischen SPLA
verbündete SLA/SLM (Sudan Liberation Army/Sudan Liberation Movement) von Abd
al-Wahid Mohamed Nur und Minni Arkoy Minnawi. Sie griffen am 25.4.2003
vereint Nyala und Al-Faschir und die dortigen Armeeposten der
Zentralregierung an.
Prunier verteidigt tendenziell diese Guerilla in seinem Buch und verharmlost
deren Brutalität, die von Anfang an offenbar war: "Nach US-Quellen
exekutierten sie (beide Guerilla; d.A.) außerdem fast 200 Gefangene der
Armee, nachdem diese sich ergeben hatten; dies scheint eine der seltenen
Gräueltaten der Rebellen in diesem Krieg gewesen zu sein. Ende Mai töteten
sie etwa 500 Regierungssoldaten im Kampf bei Kutum, im Juli griffen sie
Tinay an und töteten noch einmal 250 Gegner, und am 1. August gelang ihnen
die Einnahme von Kutum. Dabei töteten sie einen großen Teil der Garnison."
(S. 128)
Wie bei vielen Beispielen und auch wie in Ruanda muss sich die Guerilla
fragen lassen, was sie mit dem bewaffneten Aufstand riskierte und wie blind
sie gegenüber der Gefahr des Abgleitens in eine Dynamik der schnellen
Eskalation mit vernichtendem Gegenschlag oder in einen lang andauernden
Bürgerkrieg war.
Die Darfur-Guerillas verbanden die Offensive mit einem Verhandlungsangebot
an Khartum. Das ist typische Praxis bei einer Guerillaoffensive. Doch was
berechtigt zu der Hoffnung, dass gerade in so einer Phase der an Waffen und
Material überlegene Gegner, der Zentralstaat, verhandeln will? Ist nicht ein
Versuch der Mobilisierung aller verfügbaren militärischen Mittel des
Zentralstaates zum vernichtenden Gegenschlag viel wahrscheinlicher? Wenn es
aber dazu kommt, muss an die Guerilla die Forderung gestellt werden, die sie
tragende und unterstützende Zivilbevölkerung militärisch schützen zu können,
das ist schließlich der eigene Anspruch der bewaffneten Selbstverteidigung.
Und genau das war in Darfur - wie auch in Ruanda - nicht der Fall.
Die Tutsi-Guerilla in Ruanda hat losgeschlagen, letztlich den Krieg gewonnen
und die Macht erobert, aber den Völkermord an den Tutsi durch die
Hutu-Regierung, der zeitlich dazwischen lag, hat sie nicht verhindert.
Prunier ahnt etwas von diesem Mechanismus, wenn er schreibt:
"Guerillabekämpfung ist so alt wie die Guerilla. (...) Von Mao Zedong, einem
Theoretiker wie Praktiker des Guerillakrieges, stammt der oft zitierte Satz,
Guerillas müssten ,sich in der Bevölkerung bewegen wie ein Fisch im Wasser.'
Die logische Schlussfolgerung von Anti-Guerilla-Theoretikern lief darauf
hinaus, den Teich trockenzulegen, wenn man den Fisch anders nicht fangen
konnte." (S. 136f.).
Und das machte die sudanesische Armee Khartums. SLA und JEM waren niemals
fähig, ganz Darfur zu schützen und den Rachefeldzug zu verhindern. Noch
einmal Prunier zum Vergleich mit Ruanda:
"Als die Tutsi-Rebellen im Oktober 1990 in Ruanda eindrangen, machten sie
sich wahrscheinlich nicht klar, welche Gefahr sie für die im Land lebenden
Tutsi heraufbeschworen. In einer rassistisch aufgeladenen Situation bringt
eine bewaffnete Rebellion der ,unterlegenen' Gruppe eine enorme Bedrohung
für die Zivilbevölkerung dieser Gruppe mit sich. (...) Die Hoffnung, dass
die Repression auf die Kämpfenden beschränkt bleiben könnte, war vollkommen
unrealistisch." (S. 198)
Darin liegt die Verantwortung und die Mitschuld der Guerillakriegsführung an
den Massenmorden in Afrika.
Das Manöver al-Turabis und die eskalierende Wirkung des Friedensschlusses
mit der SPLA
Doch die Täter, die Hauptverantwortlichen, saßen in Khartum.
Am 12.12.1999 entmachtete Sudans Präsident Omar al-Baschir den
islamistischen Chefideologen Hassan al-Turabi. Al-Turabi war die starke
Person der 1926 von Hassan al-Banna gegründeten Muslim-Brüder, die im Sudan
1953 legalisiert wurden.
Noch unter Numeiri war al-Turabi vom politischen Häftling (bis 1969) 1977
direkt zum Vorsitzenden der Rechtskommission der "Nationalen Versöhnung" mit
den Islamisten aufgestiegen, die 1983 zur Einführung der Sharia führte, und
wogegen dann die Bewegung Mahmud Tahas aufbegehrte. (4) Nach dem
parlamentarisch-demokratischen Intermezzo von 1985 bis 1989 putschten sich
al-Turabi und al-Baschir 1989 gemeinsam an die Macht und wandelten den Sudan
in einen islamistischen Staat um.
Al-Turabi, der Intellektuellere der beiden, der immer in Khartum blieb (in
Gefängnis oder Hausarrest) und von al-Baschir nicht umgebracht werden
konnte, weil er für einige Schweizer Konten des Sudan als einziger
unterschriftberechtigt war, verfolgte nach seiner Entmachtung 1999 eine
besondere Variante seiner politischen Taktik des tahaluf (temporäre
Bündnisse). Er beging sogar das für Islamisten Undenkbare und paktierte -
eine besondere Form des tahaluf - mit der südsudanesischen SPLA, kaufte
Waffen in Eritrea und schaffte sie auf langwierigen Wegen nach Darfur zur
Unterstützung der JEM. Die JEM gerierte sich als kleinere der beiden
Darfur-Guerillas daher auch immer als islamistisch und bei Verhandlungen als
die unnachgiebigere und "radikalere" Fraktion, was bald zum Bruch mit der
säkularen SLA/SLM führte. Paradoxer Weise sind die Massenmörder der
Zentralregierung Khartums inhaltlich also die "gemäßigteren" Islamisten
al-Baschirs, die al-Turabi entmachtet hatten.
Am 9.1.2005 unterzeichnete Khartum nach jahrelangen Verhandlungen ein heute
noch gültiges "umfassendes Friedensabkommen" mit der südsudanesischen SPLA
von John Garang, das den jahrzehntelangen Krieg im Süden vorläufig beendete.
Zugeständnisse waren die Integration von Garangs SPLA in eine
"Übergangsregierung" in Khartum sowie ein Referendum über die Unabhängigkeit
des Südsudan im Jahre 2010. Im Gegensatz zu Darfur geht es im Südsudan um
durch Probebohrungen bestätigte Ölquellen, für die eine Pipeline über Kenia
geplant ist, die in sechs Jahren fertig sein soll. Dann wird eine Sezession
des Südsudan via Referendum sehr absehbar, denn John Garang starb am
31.7.2005 durch einen - ungeklärten - Hubschrauberabsturz, zwei Wochen,
nachdem er erstmals seit 22 Jahren nach Khartum gekommen war, wo ihn mehr
als zwei Millionen Menschen empfangen hatten.
Entgegen Garangs Ambition, Präsident des Gesamt-Sudan zu werden, gibt es
einen großen Teil innerhalb der SPLA, der schon immer die Sezession
befürwortete und nun, nach dem Tod Garangs, Oberwasser hat. (5)
Mag sich Khartum mit der Perspektive der Sezession des Südens abgefunden
haben - Ölfelder gibt es auch im Norden des Sudan mit einer 1999 fertig
gestellten Pipeline nach Port Sudan, aus dessen Profiten das Regime
Waffenkäufe finanziert -, so ist eine ähnliche Perspektive für den
islamischen Darfur aus Gründen der Staatsraison undenkbar.
Prunier stellt nun die m.E. schlüssige These auf, dass die Repression
Khartums gegen den Aufstand in Darfur auch deshalb so schnell eskalierte und
mit allen verfügbaren Mitteln durchgeführt wurde, weil die Khartumer
Regierung Angst hatte, bei einem Frieden mit der SPLA die Zentralmacht
teilen zu müssen und für Repressionsfeldzüge gegen die "afrikanischen"
Bevölkerungsgruppen in Darfur eine Art Veto von der in die Regierung
integrierten SPLA zu erwarten war. Wie sich nach Regierungsbeitritt der SPLA
zeigte, war diese Angst unbegründet, denn auch danach konnte Khartum,
unbeeinflusst von der SPLA, seine Feldzüge in Darfur fortsetzen, doch das
Motiv, sich zwischen 2003 und 2005 in einem Wettlauf mit der Zeit zu
befinden, spielte beim Massenmord wohl eine Rolle.
Die Hauptverantwortung Khartums: Die Heranziehung der Dschandschawid-Milizen
Schon immer hatten Rekruten aus Darfur, auch aufgrund ihrer Tradition als
Reiterkrieger, für die Zentral-Armee den Kampf gegen die SPLA im Süden des
Sudan geführt, angelockt durch Aufrufe zur Solidarität der Muslime
untereinander gegen die "Ungläubigen" des Südens.
Langsam aber dämmerte es den Darfurer Soldaten in Diensten Khartums, dass
sie für die inner-islamische Solidarität verheizt wurden. Prunier berichtet
sogar von antimilitaristischen Verweigerungsformen aus früheren
Kriegsphasen:
"Im April 1986 kam es auf dem Bahnhof von Nyala zu Unruhen, als sich
Wehrpflichtige der Fur weigerten, einen Zug nach Wau zu besteigen.
Flugblätter, in denen gefragt wurde: ,Warum sollen wir gegen unsere Brüder
im Süden kämpfen? Gehören wir nicht zusammen?' wurden verteilt." (S. 82)
In späteren Phasen des Krieges desertierten Darfurer Regierungssoldaten bei
ihren Einsätzen im Süden regelmäßig zur SPLA, jedoch um einen Militarismus
gegen den anderen zu tauschen. Gleichwohl war die offizielle sudanesische
Armee zur Zeit der Krise von 2003 bis 2005 nicht verlässlich. Darfurer
Soldaten wurden nun entlassen, die Armee musste in Teilen reorganisiert
werden, doch Khartum hatte nicht soviel Zeit. Also ging die Zentralregierung
dazu über, die internen Spannungen in Darfur auszunutzen und Milizen aus den
"arabischen" Nomaden im Norden sowie der "Flussaraber" zu schmieden, die
berüchtigten Dschandschawid, die mit "böse Reiter" übersetzt werden.
"Soziologisch scheinen sich die Dschandschawid hauptsächlich aus sechs
unterschiedlichen Gruppierungen zusammenzusetzen: ehemaligen Banditen und
Straßenräubern, die seit den 1980er Jahren ,im Geschäft' waren; entlassenen
Soldaten aus der regulären Armee; jungen Stammesangehörigen, die mit ihren
,afrikanischen' Nachbarn über Land und Boden stritten, offenbar meist
Angehörige kleinerer arabischer Stämme; gewöhnlichen Kriminellen, die
begnadigt und aus dem Gefängnis entlassen wurden, sofern sie sich den
Milizen anschlossen; fanatischen Mitgliedern des tadschammu al-arabi sowie
jungen arbeitslosen ,Arabern', ähnlich jenen, die sich auf ,afrikanischer'
Seite den Rebellen anschlossen." (S. 130)
Der Massenmord ging nach folgendem Muster vor sich: "Zuerst kamen Flugzeuge,
überflogen ein Dorf, um das Ziel ausfindig zu machen, und kehrten dann
zurück, um ihre Bomben abzuwerfen. Die Luftangriffe wurden mit russischen
viermotorigen Antonow-An-12-Maschinen geflogen, die eigentlich keine Bomber,
sondern Transportmaschinen sind. Sie haben weder einen Bombenschacht noch
eine Zielvorrichtung und die ,Bomben' waren alte, mit einer Mischladung aus
Explosivstoff und Metallschrott gefüllte Ölfässer. Sie wurden einfach auf
dem Boden der Transportmaschinen zur hinteren Laderampe gerollt, die während
des Flugs offen blieb, und hinausgestoßen. Es waren also primitive, frei
fallende Streubomben, vom militärischen Gesichtspunkt her vollkommen
unbrauchbar, da sie nicht gezielt abgeworfen werden konnten, gegen feste
zivile Ziele jedoch von verheerender Wirkung. (...) Hatten die Antonows
ihren schrecklichen Zweck erfüllt, folgten Kampfhubschrauber und/oder
MiG-Kampfbomber und feuerten mit Maschinengewehren und Raketen auf alle
größeren Ziele wie Schulen oder Lagerhäuser, die den Angriff bis dahin
überstanden hatten. (...) Nach den Luftangriffen erschienen die
Dschandschawid, entweder allein oder zusammen mit regulären Armeeeinheiten.
Die Milizionäre tauchten auf Pferden und Kamelen auf, häufig in Begleitung
weiterer Kämpfer auf Toyota-,Technicals' (Geländewagen mit aufgestelltem MG;
d.A.). Sie umstellten das Dorf, und dann gab es verschiedene Optionen. In
den ,harten' Fällen riegelten sie den Ort ab, plünderten die Habe der
Bewohner, vergewaltigten die Mädchen und Frauen, stahlen die Rinder und
töteten die Esel. Danach brannten sie die Häuser nieder und erschossen alle,
die nicht weglaufen konnten. Kleine Kinder wurden oft einfach in die
brennenden Häuser geworfen. Gingen die Milizionäre ,sanfter' vor, dann
schlugen sie die Leute, plünderten, erschossen einige widerspenstige Männer,
vergewaltigten die Frauen und fügten ihnen in vielen Fällen Schnittwunden zu
oder verunstalteten sie mit einem heißen Eisen, um sie für alle Zeiten als
,verdorben' zu brandmarken. Bei diesen ,sanften' Angriffen wurden die
Dorfbewohner außerdem verbal beleidigt, und mit Anspielungen auf deren
,afrikanische' Abstammung rechtfertigten die Dschandschawid ihr Vorgehen
gegen die zurqa, die ,Schwarzen', und machten deutlich, dass das Land ,jetzt
den Arabern' gehöre." (S. 132ff.) Dschandschawid-Kämpfer werden inzwischen
mehr und mehr in die reguläre Armee integriert.
In einer Hochrechnung von belegten Beispielen auf ganz Darfur kommt Prunier
für den Zeitraum von 2003 bis 2005 auf "280.000 bis 310.000 Opfer" (S. 195)
bei rund zwei Millionen Vertriebenen. In Darfur lebt quasi niemand mehr in
seinem/ihren angestammten Zuhause, sondern nur noch in Flüchtlingslagern
oder im tschadischen Exil.
Zersplitterung der Guerilla seit 2005
Die Eigendynamiken des Krieges setzten nun die völlig überforderte Guerilla
in Darfur so unter Druck, dass der Zustand von 1989, in dem jeder jeden
bekämpfte, bald wieder erreicht war. Die JEM torpedierte jeden von der
SLA/SLM ausgehandelten Waffenstillstand.
"An Ort und Stelle drückten sich diese Spannungen in Querelen über Taktik
und die Aufteilung der militärischen Ausrüstung sowie der Beute aus, was
schließlich Anfang November (2004; d.A.) in regelrechte Kämpfe zwischen den
beiden Bewegungen (...) mündete." (S. 161) "(D)ie Guerillas verloren indes
immer mehr die Kontrolle über die eigenen Leute, und prompt tauchten
Räuberbanden auf." (S. 162) "Drittens waren die Guerillas mit eigenen
Vertriebenen überlastet und büßten dadurch an Kampfkraft ein." (S. 178)
Typisch für solche kriegsbedingten Eigendynamiken sind Spaltungen,
Counter-Strategien und Inszenierungen durch den staatlichen Geheimdienst:
(6)
"Khartums Geheimdienst (...) hatte es für angebracht gehalten, eine bei den
Zaghawa verankerte ,Rebellenbewegung' zu gründen, die Mouvement National
pour la Réforme et le Dévelopment (MNRD), eine weniger fundamentalistische
Splittergruppe des JEM. Im Dezember 2004 hatte die MNRD einen separaten
Waffenstillstand mit der sudanesischen Regierung geschlossen, der jedoch
bereits im Februar 2005 gebrochen wurde, als die sudanesische Armee deren
Stützpunkte (...) angriff. Kaum geriet die MNRD unter Feuer, wandte sie sich
an Ndjamena (Tschad; d.A.) um Hilfe, was die sudanesische Regierung
ihrerseits als Anlass für Vergeltung betrachtete." (S. 204)
Auch die SLA spaltete sich. Das hatte mit den zunehmend autoritären Methoden
des SLA/SLM-Commandante Minni Minnawi zu tun:
"Die SLA spaltete sich zunehmend in eine Zaghawa-Fraktion unter Führung von
Minni und eine ,sesshafte' Fraktion aus Fur und verbündeten sesshaften
afrikanischen Stämmen (Tschundur, Bergid, Dajo, Berti) unter der Führung von
Abd al-Wahid Mohamed Nur. Man muss sich in Erinnerung rufen, dass die
Zaghawa, obwohl ,Schwarzafrikaner', Nomaden sind, weshalb sie im Streit
zwischen ,Arabern' und ,Afrikanern' stets eine ambivalente Haltung
einnahmen." (S. 212, Anm.)
Khartum gelang es, alle gegeneinander auszuspielen und sogar einzelne
,afrikanische' Gruppen auf ihre Seite zu ziehen:
"Am 19. September (2005; d.A.) hatte die von Minni Arkoy Minnawi geführte
Fraktion die kleine Stadt Schaeriya in Süddarfur erobert. Drei Tage später
wurden sie durch eine gemeinsame Offensive der regulären sudanesischen Armee
und einer von der Armee aufgestellten gemischten Missiriya- und Bergid-Miliz
wieder vertrieben. Die Missiriya waren ,Araber'. Warum aber kämpften die
Bergid, ein ,afrikanischer' Stamm, auf der Seite der Regierung? (...) Im
Lauf der letzten zwei Jahre hatte Minni die Anwesenheit ,exilierter' Zaghawa
bei den Bergid dazu benutzt, seine Kämpfer auf höchst brutale Weise gegen
diese einzusetzen. Die Bergid, die die Zaghawa-Flüchtlinge während der
Hungersnot von 1984 freundlich aufgenommen hatten, wollten Minnis Schläger,
die Steuern eintrieben, ihre Ziegen aufzehrten und ihren Frauen Gewalt
antaten, nicht mehr ertragen; sie stellten sich auf die Seite der Armee, um
sie loszuwerden." (S. 212)
So ist es kein Wunder, dass das für die Darfurer Seite nur von Minni Minnawi
unterzeichnete Darfur-Friedensabkommen vom 5. Mai 2006 das Papier nicht wert
war, auf dem es geschrieben stand.
Schlimmer noch:
"JEM, MNRD und Abd al-Wahids Fraktion der SLM, die zusammen die Hälfte der
Bevölkerung und 80 Prozent der Schwarzen Darfurs vertraten, verweigerten
(...) hartnäckig ihre Unterschrift. Auch einigen von Minnis Befehlshabern
kamen Zweifel. Die Dschandschawid (die eigentlich entwaffnet werden sollten;
d.A.) nahmen ihre Angriffe schon wenige Stunden nach Unterzeichnung des
Abkommens wieder auf." (S. 233) Und: "Am 3. Juli (2006; d.A.) griffen
gemischte Verbände aus Dschandschawid und ehemaligen Guerillas von Minnis
SLM, unterstützt von Flugzeugen der regulären sudanesischen Armee, das Dorf
Sibi an, das von Befehlshabern der Tundschur gehalten wurde, die dem
Darfur-Friedensabkommen kritisch gegenüberstanden." (S. 235)
Ohne den Bürgerkrieg wäre der Genozid nicht möglich geworden.
Die Diskussion um westliche Militärintervention
Die sudanesische Zentralregierung ging mit der internationalen
Nahrungsmittelhilfe willkürlich um und behinderte Transporte, wo sie nur
konnte. Der westliche Industriekapitalismus und seine politischen
VertreterInnen haben jedoch keine ökonomischen Interessen in Darfur. Eine
japanische Ölfirma besitzt ein vermutetes Ölfeld, aber Probebohrungen haben
noch nicht stattgefunden, nichts ist bestätigt.
Als die sudanesische Zentralregierung das Friedensabkommen von 2005 mit der
südsudanesischen SPLA unterzeichnete, wurde die sich gleichzeitig
abzeichnende Tragödie in Darfur daher von den westlichen Regierungen
geflissentlich übersehen. Auch alle sonstigen üblichen internationalen
Druckmittel, etwa der Strafgerichtshof in Den Haag, konnten schlecht gegen
eine Regierung eingesetzt werden, mit der man gerade einen Frieden
ausgehandelt hatte und die als gemäßigte Islamisten galten, die den USA
Hilfe beim "Krieg gegen den Terror" zugesagt hatten. Später wurde das
Vorgehen in Darfur zwar von den UN verurteilt, aber das Problem an die
"Afrikanische Union" weitergereicht, die ein paar Beobachtungstrupps
schickte. Inzwischen dreht sich die internationale Diskussion um einen
massiven militärischen UN-Einsatz, der auch das Mandat zur
"Friedenserzwingung" mit einschließt. Und hier scheiden sich die Geister.
Bei Prunier spitzen sich alle Informationen auf seine Forderung nach einer
massiven westlichen Militärintervention zu, die auch von Flüchtlingen in den
Flüchtlingslagern bei einer Demonstration gegen Minnawi gefordert worden sei
(S. 233). Menschenrechtsorganisationen wie Human Rights Watch verknüpfen
ihre jüngsten Lageberichte ständig mit Aufrufen zur UN-Militärintervention.
(7)
Über einen Internetdienst, der alternative und linke Blätter einschließlich
Junge Welt, Bonner Friedensinfo, Freitag usw. bedient, gibt der Journalist
Thomas Immanuel Steinberg regelmäßig Informationen und Selbsteinschätzungen
zu Darfur weiter. (8)
Obwohl ich sein politisches Ziel, eine westliche Militärintervention
massiver Art durch wen auch immer zu verhindern, teile, kritisiere ich seine
antiimperialistische Argumentationsstruktur, die systematisch dahin
tendiert, den Haupttäter, die Zentralregierung in Khartum, in
antiimperialistischer Manier zu entlasten. So denunziert er Medienberichte
über "vermutlich falsche Zahlenangaben über 300.000 Tote in Darfur" (9).
Bei diesem Streit um eine Militärintervention spielt auch die juristische
Definition darüber, ob es sich um einen "Genozid" handelt, eine Rolle. Den
Menschen dürfte es jedoch egal sein, unter welchem Etikett sie sterben.
Eine Militärintervention würde wohl realistischer Weise ähnliche Ergebnisse
wie im Irak oder in Somalia 1992 hervorrufen und über den dann sicher
folgenden islamistischen Jihad auch noch den Rest des Sudan in den Krieg
hineinziehen. Auf eine Militärintervention kann also verzichtet werden,
deswegen darf jedoch nicht das Ausmaß der Verantwortung des Zentralstaats,
also der Täter in Khartum, relativiert werden. Das Problem des Sudan sind
sein kultureller Rassismus und sein staatlicher Zentralismus. Eine Lösung
muss die Kultur im Zentrum des Sudan revolutionieren und gleichzeitig
föderalistische und antimilitaristische Konzepte durchsetzen.
Und hier sind wir wieder bei der Vision des Ustad Mahmud Muhammad Taha,
seines Föderalismus und seiner Ablehnung des Jihad. (10)
Sal Macis
Anmerkungen
(1) Zuerst in der GWR 132 vom März 1989, später auch in Massenzeitungen
gegen den Irak-Krieg, in Broschüren und Vorträgen über gewaltfreie
Bewegungen im Islam.
(2) Eine detaillierte und ausführliche Beschreibung dieser Bewegung hat
vorgelegt: Annette Oevermann: Die "Republikanischen Brüder" im Sudan. Eine
islamische Reformbewegung im Zwanzigsten Jahrhundert. Verlag Peter Lang,
Frankfurt/M. 1993.
(3) Gérard Prunier: Darfur. Der "uneindeutige" Genozid. Verlag Hamburger
Edition/Hamburger Institut für Sozialforschung, Hamburg 2007.
(4) Vgl. Oevermann, a.a.O., S. 80f.
(5) Diese Informationen gehen auf Aussagen von Tobias Pflüger zurück.
Gespräch des Autors mit T. Pflüger auf der Konferenz der War Resisters
International im Sommer 2006.
(6) Ähnlichkeiten mit den Taktiken des COINTELPRO in den USA beim Kampf
gegen bewaffnete Organisationen der Schwarzen in den USA oder der
ursprünglichen Gründung der Hamas durch den israelischen Geheimdienst
springen ins Auge.
(7) Vgl. z.B.: UN: New Offensives in Darfur and Chad Threaten Civilians.
Security Council Must React Strongly to Expulsion of UN Envoy. Human Rights
Watch/New York, Presseerklärung vom 23.10.2006.
(8) Vgl. http://www.steinbergrecherche.com/sudan.htm
(9) T.I. Steinberg, 5.12.2006.
(10) Eine Tradition, die Prunier in seinem Buch leider nicht erwähnt. Es
wäre interessant zu erfahren, warum? Weil er sie nicht kennt, bewusst
verschweigt oder gegenwärtig für zu irrelevant hält, um eine Perspektive
darzustellen? Ich selbst habe keine Informationen über die weitere
Entwicklung der "Republikanischen Brüder" nach Mahmud Tahas Tod. Eine
Internetrecherche ergab, dass die Organisation wie alle Parteien beim Putsch
1989 verboten wurde, danach inaktiv blieb, 2002 nach einem "Political
Associations Act" wieder legalisiert wurde, dass eine geplante Kundgebung
zum Jahrestag der Ermordnung Mahmud Tahas 2002 jedoch verboten wurde
(Quelle: http://web.amnesty.org/report2003/sdn-summary-eng). Weiter wäre zu
klären, ob und welche inhaltlichen Veränderungen die Organisation seit
Mahmud Tahas Hinrichtung durchlief. Für Hinweise wäre ich dankbar; S. Macis.
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