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Protest gegen EU-Freihandelsabkommen

Pressemitteilung
Aktionsbündnis Gerechter Welthandel
Attac Deutschland
Weed

Berlin, 11. April 2008

  • Kein Ausverkauf von Menschen- und Umweltrechten!
  • Protest gegen die EU-Freihandelsabkommen mit Asien

Aktivistinnen und Aktivisten aus Asien und Deutschland haben im Berliner Regierungsviertel heute gegen neue EU-Freihandelsabkommen mit Südkorea, den ASEAN-Staaten und Indien protestiert. Sie warnten vor negativen Konsequenzen der Abkommen für arme Bevölkerungsgruppen und die Umwelt. Die Proteste fanden im Rahmen einer internationalen Aktionswoche gegen die neuen EU-Freihandelsabkommen statt. Zuvor waren Aktivisten aus aller Welt in Brüssel mehrere Tage lang zusammen gekommen, um eine gemeinsame Strategie gegen die so genannte "Global Europe"-Agenda der Europäischen Union in der Handelspolitik zu entwickeln.

Peter Fuchs, Handelsexperte bei Attac und Mitarbeiter der
Nichtregierungsorganisation Weltwirtschaft, Ökologie und Entwicklung (WEED), erklärte: "Ohne relevante Einbindung der Öffentlichkeit und des Parlamentes werden derzeit weit reichende Verträge zu Gunsten weltmarktorientierter Konzerne ausgehandelt. Die Bundesregierung und die EU geben zu: Sie wollen aggressive WTO-plus-Verträge, die noch mehr Rechte und Macht an Konzerne, aber keinerlei neue Pflichten sozialer oder ökologischer Art festschreiben. Stattdessen wäre es angesichts der WTO-Krise jetzt höchste Zeit für eine grundlegende sozial-ökologische Neuorientierung internationaler Handelspolitik!"

Roman Denter vom Aktionsbündnis Gerechter Welthandel ergänzte: "Unser Protest macht deutlich: Internationale Handelspolitik hat Folgen für Menschen- und Umweltrechte. Zusammen mit unseren Freunden aus Asien und Südkorea wehren wir uns gegen neue Regeln zu Gunsten der Reichen. Bundestag und Öffentlichkeit müssen jetzt aufwachen! Die neuen Global-Europe-Verhandlungen müssen ins Licht kritischer öffentlicher Diskussion, auch wenn das dem Wirtschaftsministerium nicht gefällt!"

Die EU-Kommission verhandelt derzeit weit reichende Freihandels- und Investitionsabkommen mit asiatischen und lateinamerikanischen Staaten. Diese sollen neben weit reichendem Zollabbau auch die Liberalisierung von Investitionen, Dienstleistungen und des öffentlichen
Beschaffungswesens beinhalten. Nachdem die EU innerhalb der WTO noch mit der Umsetzung der so genannten Singapur Themen (Investitionen, Wettbewerb, öffentliche Beschaffung) auf Grund des Protestes der Entwicklungs- und Schwellenländer gestoppt wurde, versucht sie diese Anliegen nun über bilaterale Freihandelsabkommen durchzusetzen. Grundlage ist hierfür die im Oktober 2006 verabschiedete
Global-Europe-Mitteilung zur außenwirtschaftspolitischen Strategie der EU.

Für Rückfragen:
* Peter Fuchs, Attac / WEED, peter.fuchs ät weed-online.org, Tel. 0177 - 633 4900,
* Roman Denter, Aktionsbündnis Gerechter Welthandel,
roman.denter ät gerechter-welthandel.de, Tel. 0163 - 361 3404


Frauke Distelrath
Pressesprecherin Attac Deutschland
Post: Münchener Str. 48, 60329 Frankfurt/M
Tel.: 069/900 281-42; 0179/514 60 79
Mail: presse ät attac.de, Fax: 069/900 281-99
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13.04.08    Sabine Ellersick <S.ELLERSICK@NADESHDA.org>
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