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PRESSEMITTEILUNG - FREITAG 27. APRIL 2007
ABGEORDNETE UND PROMINENTE RUFEN ZU UNO-PARLAMENT AUF
INTERNATIONALE KAMPAGNE IN BERLIN GESTARTET
Berlin, 27. April 2007: Mehrere hundert Prominente aus Kultur und Politik
haben sich einem gemeinsamen Aufruf für die Gründung einer
Parlamentarischen Versammlung bei den Vereinten Nationen (UNPA)
angeschlossen, der in diesen Tagen in einer Veranstaltungsserie in über
zehn Ländern der Öffentlichkeit vorgestellt wird. Angesichts der
wachsenden globalen Probleme müssen die Bevölkerungen "in die Tätigkeit
der UN und ihrer internationalen Organisationen besser und unmittelbarer
eingebunden und an ihr beteiligt werden", heißt es in dem Dokument, das
von 378 Parlamentariern aus rund 70 Ländern unterzeichnet wurde, darunter
von über 40 Abgeordneten aus Deutschland. Zu den insgesamt über 500
Unterstützern zählen außerdem mehrere Nobelpreisträger, unter ihnen der
Schriftsteller Günter Grass, zahlreiche amtierende und ehemalige
Regierungsmitglieder aus aller Welt, darunter Bundesumweltminister Sigmar
Gabriel, die britische Schauspielerin Emma Thompson, der ehemalige CDUGeneralsekret
är Heiner Geißler, der TV-Moderator Alfred Biolek und die
frühere Vorsitzende der Grünen, Angelika Beer. Initiiert wurde der Appell
von dem in Deutschland ansässigen Komitee für eine demokratische UNO
(KDUN).
Bei der Vorstellung des Aufrufs in Berlin hoben die Initiatoren hervor,
dass ein Parlament bei der UNO zur humaneren Gestaltung der
Globalisierung dringend erforderlich sei. "Das Regierungshandeln auf der
internationalen Ebene ist zu weit von den Menschen entfernt, die davon
betroffen sind", so der KDUN-Vorsitzende Andreas Bummel. Der
Bundestagsabgeordnete Detlef Dzembritzki (SPD) betonte, dass die
Vereinten Nationen eine der letzten Regierungsorganisationen oberhalb der
nationalen Ebene seien, die keine eigene parlamentarische Komponente
habe. "Das gilt ebenso für die Welthandelsorganisation, den
Internationalen Währungsfond und die Weltbank", ergänzte Dzembritzki.
Deshalb fehle es an Transparenz und Legitimation.
Am Anfang könne die Parlamentarische Versammlung eine beratende Funktion
übernehmen, erläuterte der FDP-Bundestagsabgeordnete Harald Leibrecht.
"Nach dem Vorbild des Europäischen Parlaments kann die Versammlung dann
in weiteren Schritten mit mehr Kompetenzen ausgestattet werden", so
Leibrecht. Der Präsident der Gesellschaft für bedrohte Völker, Tilman
Zülch, hob die Bedeutung einer UNPA für die Menschenrechte und die
Stärkung der Zivilgesellschaft hervor. "In einer Parlamentarischen
Versammlung hätten auch Abgeordnete der Opposition eine Stimme und
könnten nicht so einfach mundtot gemacht werden, wie in den heutigen
Gremien der UNO", so Zülch. Zudem könnte beispielsweise indigenen Völkern
eine Anzahl von Sitzen in der Versammlung reserviert werden, schlug der
Menschenrechtler vor.
Für Rückfragen:
Andreas Bummel, Tel. +49-(0)172-671 2004
Detlef Dzembritzki, Tel. +49-(0)30- 227 71264
Harald Leibrecht, Tel. +49-(0)30-227 75135
Tilman Zülch, Tel. +49-(0)151-153 09888
Weitere Informationen im Internet:
http://de.unpacampaign.org/
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