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Hallo NG !
Ich würde hierzu gerne Euere Meinungen lesen und im Anschluß mit Euch
diskutieren.
Greg Hale
© Copyright 2004, Human Rights Watch, 350 Fifth Avenue, 34th Floor
New York, NY 10118-3299 USA
Quelle: http://www.hrw.org/german/justice/icc.html
Die Vereinigten Staaten von Amerika waren eine von nur sieben Nationen
(zusammen mit China, Irak, Libyen, Jemen, Katar und Israel), die 1998
gegen das Römische Statut des Internationalen Strafgerichtshofs
(IStGH) stimmten.
In einem beispiellosen diplomatischen Manöver zog die Bush-Regierung
am 6. Mai effektiv die amerikanische Unterschrift unter den Vertrag
zurück. Zu dem Zeitpunkt erklärte der Botschafter für
Kriegsverbrechensangelegenheiten, Pierre-Richard Prosper, die
Regierung würde gegen das Gericht "keinen Krieg führen". Diese Aussage
hat sich jedoch als falsch erwiesen. Die Aufkündigung des Vertrages
ebnete den Weg für eine umfassende amerikanische Kampagne zur
Unterminierung des IStGHs.
Als erstes handelte die Bush-Regierung einen Sicherheitsratsbeschluss
zur Befreiung von an UN-Friedenssicherungseinsätzen beteiligtem
US-Personal aus. Jedoch wurde vergangenen Mai eine Befreiung von
US-Personal, das in Ost-Timor stationiert ist, nicht genehmigt. Im
Juni legte die Bush-Regierung ein Veto gegen die Verlängerung des
UN-Mandates für Bosnien-Herzegowina ein, falls der Sicherheitsrat
nicht eine vollständige Befreiung des US-Personals erteilte. Obwohl
die Vereinigten Staaten letztendlich keine absolute Befreiung erwirken
konnten, bewilligte der Sicherheitsrat eine beschränkte einjährige
Ausnahmeregelung für US-Personal, das an UN- Einsätzen teilnimmt. Auch
hat der Sicherheitsrat schon jetzt angedeutet, dass er diese
Ausnahmeregelung am 30. Juni nächsten Jahres verlängern wird.
Als zweites forderte die Bush-Regierung Staaten auf der ganzen Welt
zur Unterzeichnung von bilateralen Sonderabkommen auf, die es
verbieten würden US-Staatsbürger an den IStGH auszuliefern. Ziel
dieser Abkommen ("Nichtauslieferungsabkommen" oder so genannte
"Artikel 98 Abkommen") ist es, US-Staatsbürger von der Gerichtsbarkeit
des IStGH zu befreien. Effektiv führen solche Abkommen zu einer
Justiz, die im Hinblick auf die schwerwiegendsten Verbrechen mit
zweierlei Maß misst: ein Standard für US-Staatsbürger, eine anderer,
für den Rest der Welt. Human Rights Watch rät daher dringend, dass
Regierungen das Nichtauslieferungsabkommen mit den Vereinigten Staaten
nicht unterzeichnen..
Drittens hat der US-Kongress die Bemühungen der Bush-Regierung um die
Unterzeichnung von bilateralen Nichtauslieferungsabkommen unterstützt.
Der Kongress verabschiedete die Gesetzesvorlage zum Schutz
amerikanischer Militärangehöriger ("American Servicemembers'
Protection Act - ASPA"), die mit der Unterzeichnung durch Präsident
Bush am 3. August geltendes Gesetz wurde. Die IStGH-feindlichsten
Bestimmungen des ASPA sind:
Verbot der amerikanischen Zusammenarbeit mit dem IStGH;
Bestimmung zur "Invasion von Den Haag", die es dem Präsidenten
erlaubt, "alle notwendigen und angemessenen Mittel einzusetzen", um
durch den IStGH inhaftiertes US-Personal (und bestimmtes verbündetes
Personal) zu befreien;
Bestrafung von Staaten, die dem IStGH beitreten: Ablehnung
militärischer Hilfe an IStGH-Vertragsstaaten (außer bei wichtigen
US-Verbündeten);
Verbot einer US-Beteiligung an Friedenssicherungseinsätzen, wenn der
IStGH dem US-Personal keine Immunität gewährt.
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