Nadeshda
Forum: cl.politik.umwelt
 Zurück zur Übersicht  Kommentar schreiben  << Aktuellere Nachricht | Frühere Nachricht >>

Breites Buendnis gegen Saale-Elbe-Kanal - Online-Petition

BUND-Pressemitteilung

Magdeburg, 28.4.2008

Große Koalition gegen Saale-Elbe-Kanal
Petition an Steinbrück und Böhmer

Eine große außerparlamentarische Koalition aus 18 Umwelt- und Verkehrsverbänden, dem Bund der Steuerzahler, Angler- und Fischereiverbänden und dem Deutschen Kanuverband starteten einen gemeinsamen Aufruf mit einer Unterschriftenaktion gegen den geplanten Saale-Elbe-Kanal. Ein derart breites Bündnis hat es bisher noch nicht gegeben.

Die Petition, die vor einer gigantischen Fehlinvestition und Naturzerstörung warnt, richtet sich an den Bundesfinanzminister Peer Steinbrück und den Ministerpräsidenten Sachsen-Anhalts, Wolfgang Böhmer. Die Politiker werden aufgefordert, das Kanalprojekt umgehend zu stoppen und die 80 Millionen Euro Baukosten (Preisstand 1998) einzusparen.

Zu den Erstunterzeichnern gehören unter anderem die Fernsehjournalisten Biggi und Franz Alt, der Anhaltische Kirchenpräsident Helge Klassohn, der Verkehrswissenschaftler Prof. Helmut Holzapfel sowie die Mathematik-Professoren Johannes Haerting und Heinz-Uwe Kuehnle. Auf der Webseite www.elbe-saale-kanal-nein.de kann nun im Internet die Petition unterzeichnet werden.

Der Saale-Elbe-Verkehr ist seit Jahren nahezu zum Erliegen gekommen. Im Hafen Halle wurde 2006 und 2007 kein einziges Schiff be- oder entladen. Wechselnde und nicht planbare Wasserstände sowie häufige Niedrigwasserzeiten, nicht nur in der Saale, sondern auch in der Elbe, lassen einen wirtschaftlichen, ganzjährigen Transport von Massengütern nicht zu. Die für Europaschiffe erforderliche Fahrrinnentiefe (2,80m) ist auf der Elbe nur an durchschnittlich 113 Tagen im Jahr vorhanden. Selbst teilbeladene Schiffe mit nur 1000 Tonnen Ladung können auf der Elbe im Durchschnitt nur an 150 Tagen im Jahr fahren.

Der Betriebsleiter von Schwenk-Zement (Bernburg) fordert jedoch mindestens 1000 Tonnen Ladung pro Schiff, um rentabel transportieren zu können - ein utopischer Wunsch. Erschwerend kommen die klimatischen Veränderungen hinzu, die gerade für Ostdeutschland höhere Temperaturen und anhaltende Dürrezeiten erwarten lassen.

Datengrundlage: Wasser- und Schifffahrtsamt Dresden, Auswertung durch Sächsische Binnenhäfen Oberelbe GmbH 2004

Rückfragen:
Dr. Ernst Paul Dörfler
BUND-Elbeprojekt
www.elbeinsel.de
Telefon: 039244-290
Mobil: 0178-1617800

11.05.08    Sabine Ellersick <S.ELLERSICK@NADESHDA.org>
 Zurück zur Übersicht  Kommentar schreiben  << Aktuellere Nachricht | Frühere Nachricht >>
Forum: cl.politik.umwelt